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Welchen Zusammenhang hat Blutzucker, Mineralstoffe, Folgeerscheinung und Wadenkrämpfe

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Diese komplexe Frage kann von uns nicht ausreichend beantwortet werden. Trotzdem möchte ich hier zitierend versuchen, Gedankenanstöße für diese Überlegung zu liefern.

Regelmäßige nächtliche Wadenkrämpfe kennen einige von uns aus der Zeit unmittelbar vor der Diabetes Manifestation. Bei wenigen treten sie so stark auf, dass sie sogar als Symptom für eine eventuelle Diabetes-Typ-1 gewertet werden.

Doch welche Ursachen kann es für solche Wadenkrämpfe bei Diabetikern geben? Zum einen, wie bei stoffwechselgesunden Menschen, der Magnesiummangel. und zum anderen können es Nervenerkrankungen als Folgeerscheinung sein.

Magnesium und Kaliummangel

Magnesium ist für die Stabilisierung der Nervenfunktion zuständig. Leider kommt ein niedriger Magnesiumspiegel häufig bei Diabetikern vor, da ein Blutzucker über den Nierenschwelle 8,9 bis 10 mmmol/l (160 - 180 mg/dl) die Ausscheidung des Magnesiums (und des Kalium) durch den Urin bewirkt. Daher treten die Wadenkrämpfe auch kurz vor der Manifestation auf, wo der BZ sich schon erhöht hatte.

Mit dem Kalium verhält es sich ähnlich: Auch das Kalium ist für die Nervenfunktion zuständig, so dass ein Kaliummangel die Wahrscheinlichkeit von Wadenkrämpfen nur noch erhöht.

Ein weiterer Verlust an Mineralsstoffen kommt durch die verstärkte Transpiration in den Sommermonaten oder nach einem Saunabesuch. Daher sollten Sie erstrecht in solchen Momenten immer genügend mineralhaltiges Wasser trinken.

Nervenerkrankungen

Ein schlecht eingestellter Diabetes kann ebenfalls zu Wadenkrämpfen führen. Diese zeigen sich dahingegend, dass die Nervenschäden von den Zehen abwärts und meistens in Ruhe auftreten.

Welche Möglichkeiten einer Behandlung sind möglich?

In vielen Fällen lässt sich ein vernünftiger Mineralstoffhaushalt durch gesunde Ernährung aufbauen und halten. Falls dem nicht so ist, sollte man, wie erwähnt, Mineralwasser mit mehr als 50 mg Magnesium pro Liter trinken, sowie kaliumreiche Lebensmittel wie Knäckebrot, Bananen und Kartoffeln bevorzugen. Reicht das immernoch nicht, kann mich sich Präparate als Brausetablette oder Granulat kaufen.

Aber fragen Sie vorher Ihren Diabetologen, da Probleme mit den Nieren, dem Herzen oder ein hoher Blutdruck oft zu Abratung vieler Präparate führen. Wenn die Behandlung mit bspw. den Brausetabletten nicht zum gewünschten Resultat führt, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie Chininsulfat. Hierzu befragen Sie aber ebenfalls Ihren Arzt!

Quelle: 

Dr. Martin Allwang, Was tun wenn nachts die Wade krampft?, in: Diabetiker Ratgeber, 10/2003, S. 38 - 40.