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Kurze Nadeln für den Pen - Ein Paradigmawechsel?

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Wir haben lange nicht mehr über Themen geschrieben, die explizit für Pen-Nutzer gedacht sind. Dies soll nicht heißen, dass wir diese Gruppe innerhalb der Diabetikerfamilie vergessen haben, es liegt eher daran, dass niemand aus dem Redaktionsteam einen Pen im täglichen Gebrauch hat. (Dies ist sozusagen ein Hinweis, dass wir gerne Erfahrungsberichte über einzelne Pen-Modelle aufnehmen würden.)

Aber ich schweife ab. Es geht weniger um Pens als um diese kleinen Gebrauchsartikel, die man (offiziell) vor jeder Injektion aufschrauben sollte: Die Pennadel.

Als ich selber noch Pens nutzte galt die Regel, dass man mit steigenden Körpervolumen auch automatisch längere Nadeln verwendet. Als Jugendlicher, der schlank und rank war, musste ich mich mit 6-mm-Nadeln stechen, während ich später als Student schon 9-mm-Nadeln verwendete. Diese Ansicht scheint veraltet, wenn man neueren Studien Glauben schenken mag.

So haben laut eines BD Werbeprospektes auf der DDG 2013 zwei Studien ergeben, dass 4 mm Nadeln eine ähnliche Wirksamkeit haben, wie längere Modelle.

Hirsch 2010 und Hirsch 2012 berichtet davon, dass 167 Patienten im Alter von 18 bis 76 Jahre und einem BMI von 20 bis 49 die gleiche Blutzuckereinstellung erreichten, wie mit 5 bzw. 8 mm Nadeln. Dabei gab die Mehrzahl an, dass 4 mm Nadeln schmerzärmer sind. Im Jahre 2012 verfeinerte der gleiche Autor die Studie, indem er die Patientengruppe in “adipöse” und “nicht adipöse” Patienten unterteilte (BMI 30 als Grenze). Obwohl sich das Schmerzempfinden unterscheidet, ist das Ergebnis das gleiche. Miwa 2012 bestätigt das gleiche Ergebnis bei einer Vergleichsstudie mit 4 und 6 mm Nadeln. Hier wurde der Indikator “beängstigend” hinzugefügt. Es ist klar, dass kürzere Nadeln so eine Bevorzugung erhalten.

Daraus kann man die Erkenntnis gewinnen, dass es durchaus Sinn macht, über eine kürzere Nadeln nachzudenken, sofern man die Injektionen als besonders schmerzhaft empfindet. Die alte “Weisheit”, dass man mit steigender Körperfülle im normalen Rahmen immer auch automatisch längere Pennadeln nutzen sollte, bekam somit “Kratzer”.

Literatur:

Hirsch LJ, Gibney MA, Albanese J, et al. Comparative glycemic control, safety and patient ratings for a new 4 mm x 32G insulin pen needle in adults with diabetes. Curr Med Res Opin 2010; 26 (6): 1531–1541.

Hirsch LJ et al, Glycemic control, reported pain and leakage with a 4 mm × 32 G pen needle in obese and non-obese adults with diabetes: a post hoc analysis, Curr. Med. Res. Opin., Vol 28, No. 8, 2012, 1-7

Miwa T., Comparison of the effects of a new 32-gauge × 4-mm pen needle and a 32-gauge × 6-mm pen needle on glycemic control, safety, and patient ratings in Japanese adults with diabetes. Diab. Tech. Ther., Vol. 14, No. 12, 2012, 1-7

Quelle: 

BD Micro-Fine Ultra 4 mm Pen Nadel - Informationsblatt / Gespräch auf dem DDG 2013