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Die Angst vor der Spritze bei Typ-2-Diabetes

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Bei dem ehemaligen Altersdiabetes braucht im Gegensatz zum ehemaligen Jugenddiabetes - heute Typ-1-Diabetes genannt - meist nicht sofort zur Spritze greifen.
Neuste Umfragen haben ergeben, dass 25% der Typ-2-Diabetiker, die mit Tabletten behandelt werden, trotz schlechter Einstellung eine Insulintherapie ablehnen und selbst 3% von denjenigen, die seit mehreren Monaten den Pen benutzen, haben immer noch Angst vor ihm.

Dabei ist der Weg zum Insulin meist vorprogrammiert. Selbst bei guter Tabletten - Therapie über Jahre hinweg, produziert die Bauchspeicheldrüse irgendwann immer weniger Insulin.

Was steckt hinter der Spritz-Angst?

Ein Grund mag die Angst sein, direkt von der "Nadel abhängig" zu werden. Ein weiterer Grund ist für viele Leute die kumulative Bedeutung zum Blutzuckermessen, bei dem man sich ebenfalls "pieksen" muss. Die regelmäßige Einnahme von Tabletten mag da angenehmer sein.
Viele betrachten auch die Insulintherapie, sei es als CT oder als ICT als "die schlimmste Stufe" ihres Diabetes. "Wenn ich Insulin brauche, dann bin ich richtig zuckerkrank" hört man allzu oft.
Aber auch einige Ärzte sind "mitschuld". Oft wird die Insulintherapie als "schlimmes Druckmittel" eingesetzt, um den/die Diabetiker/in dazu zu bringen, mehr Sport zu treiben oder sich gesünder zu ernähren. Dies ist besonders wichtig, da der Mensch nicht verleugnen kann, psychologisch zu funktionieren: Das was man erwartet, spürt man auch! Die Angst sollte vom Arzt nicht geschürt werden, denn nur Routine kann die Sicherheit bringen, die wiederum die Angst mildert. Insulin ist nicht das Ende der Behandlung! Oft fühlen sich die Diabetiker fitter und voller Elan mit dem Insulin. Es ist ein normaler Schritt, wenn die Therapie mit den Tabletten nicht mehr funktioniert.

Diese Angst ist somit oft unbegründet. Es gibt eine Reihe von Fällen, wo eine gute Diabetesschulung bewirkt hat, sich mit dem Pen besser anzufreunden. Weiterhin sind die heutigen Therapien ausgewogener als noch vor einigen Jahren und die Nadeln als Mikronadeln deutlich dünner. Gleichfalls die Wortwahl des Arztes sollte richtig sein. Es ist kein "Stechen", sondern ein "Pieksen". Und das dort, wo die meisten Typ-2-Diabetiker eh genügend Fettschicht haben und so selten etwas merken.
Weiterhin bedenken Sie, dass der Mensch ein "Gewohnheitstier" ist. Genauso wie es für Sie damals undenkbar war, Tabletten zu nehmen, genauso einfach werden Sie und Ihre Umgebung sich an die Spritze in Form des unauffälligen Pens gewöhnen.

Denken Sie positiv: Nicht der "Mehraufwand" steht im Vordergrund, sondern die Verbesserung. Stellen Sie sich die Frage: Was hab ich davon? Das Insulin schützt mich besser vor den Spätfolgen des Diabetes.

Unser Tipp zum Abschluss: Suchen Sie ihre lokale Selbsthilfegruppe auf und vielleicht findet sich ja ebenfalls jemand, der/die auch schon seit längerem Insulin spritzen sollte. Geteiltes Leid ist halbes Leid! oder Zusammen gewöhnt man sich besser an neue Regeln.

Quelle: 

Diabetiker Ratgeber 8/2004; Zucker 2/2006, S.3-6.