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Vita Lifscannia

Einleitung und die Details in Kurzform

ImageLifeScan ist einer der bekanntesten Blutzuckermessgerätehersteller der Welt. Aus diesem Grunde freute ich mich, als es uns ermöglicht wurde, das neueste Kind der Produktfamilie Vita zu testen. Dieses extra für Typ-2-Diabetiker entwickelte Gerät nutzt selbstverständlich die LifeScan Technologie der anderen „Blutsauger“.

  • Firma : LifeScan
  • Gerätename : OneTouch Vita®
  • Blutprobenmenge : 1 µl
  • Messzeit : 5 Sekunden
  • Speicher : 500 Werte
  • Messprinzip : Glukose-Oxidase-Biosensor
  • Messbereich : 20 bis 600 mg/dL
  • Temperaturbereich : 10 bis 44 °C
  • Kalibrierung : Automatisch
  • Besonderheiten : Speziell für insulinpflichtige Typ-2-Diabetiker einfache Bedienung; per Knopfdruck Mittelwerte von 7-, 14- und 30-Tage-Trends (sowohl für die nüchtern gemessenen Werte, als auch für die Messwerte vor und nach den Mahlzeiten)

Lieferumfang in der Apotheke

Das Vita soll vor allem für Typ-2-Diabetiker geeignet sein. Mit diesem Satz im Hinterkopf liegt das komplette Set auf dem Tisch. Doch schon allein die Verpackung ist nicht gerade geeignet für ältere Leute: Der Karton ist außergewöhnlich gut verschlossen und die Schalenverpackung, in der das eigentliche Messgerät liegt, könnte auch einen alten Schatz umhüllen, so gut ist dieses Verpackungselement verschlossen.

Das Set umfasst folgende Bestandteile:

  • Stechhilfe: OneTouch Comfort
  • Messgerät
  • Lanzetten
  • 10 Messstreifen
  • Eine Kurzanleitung
  • Ein Handbuch von 94 Seiten!!!
  • Eine Messgerätetasche mit integrierter Hartplaste-Schale für das Gerät und die Messstreifen
  • Kontrolllösung
  • Durchsichtige Kappe für die Stechhilfe

Der Lieferumfang ist vollkommen ausreichend. Nur sehr wenige Messgeräte umfassen in der Startbox einen größeren Lieferumfang (BZ-Tagebuch, USB - Kabel…). Was mich dann doch irritiert hat, war das äußerst große Handbuch. Mit 94 Seiten ist es sehr ausführlich und mit vielen Skizzen und einer großen Schriftgröße beschrieben. Ein weiterer positiver Faktor ist die Hartplaste-Schale in der Messgerätetasche, die vor allem für ältere Leute, die nicht bei jeder Messung das Gerät entnehmen wollen, hilfreich zu sein scheint. Dieser Bereich verdient insgesamt somit 80 Prozentpunkte.

Optik und Verarbeitung

Das Messgerät selbst ist äußerst groß, griffig und robust. Gleichfalls die Klickgeräusche der Tasten unterstreichen die Patientenausrichtung des Messgerätes, was man von der Schriftgröße und der Lesbarkeit des Displays leider nicht in diesem Maße behaupten kann.

Ebenfalls auf der negativen Liste anzugeben war die Verarbeitung der Stechhilfe. Im Gegensatz zu den wie bekannt gut verarbeiteten Geräten aus dem Hause LifeScan ließ sich die Nadeltiefe des Comforts nur mit hohem Kraftaufwand einstellen. Wenn man direkt an der Kappe dreht, erhält man die Möglichkeit die Lanzette auszutauschen. Folglich muss diese festgehalten werden, um den geriffelten Einstellring mit einigem Kraftaufwand in den sechs Einstichtiefen einzustellen. Obgleich das Gerät relativ groß ist, bewerten wir die Verarbeitung und Optik abschließend als gut bis sehr gut (85%). Dem gegenüber ist die Stechhilfe leider nur mit 40 Prozentpunkten zu bewerten, wodurch sich bei einer doppelten Wertigkeit des Gerätes 70 % ergeben.

Menüführung

Beim ersten Start des Gerätes wird gleich die Menüsprache abgefragt. Sofort erinnert das Gerät optisch an die älteren Geschwister aus der OneTouch-Reihe, die alle eine ähnliche Menüstruktur hatten. Im Hauptmenü kann man das letzte oder alle Resultate nachlesen, die 7-/14-/30-Tagesmittelwerte für alle Messungen, bzw. jene markierten Messungen berechnen lassen und die Einstellungen durchgehen. Nach einigen Messungen war es schon hilfreich, eine Statistik zu haben, in der die als nüchtern, prä- und postprandial markierten Werte separat ausgewertet wurden. So erspart man sich die Markierung der Werte im Blutzuckertagebuch auf dem Papier. Prä- bzw. postprandiale Werte sind die Werte, die man vor bzw. drei Stunden nach dem Essen gemessen hat.

Wenn auch die Schrift im Menü relativ klein ist, so muss es doch auf dem Gebiet der statistischen Auswertung gelobt werden. Selten habe ich die Möglichkeit gesehen die Mittelwerte entsprechend der Markierung sortiert angezeigt zu bekommen. Daher bekommt das Gerät auf dem Gebiet der Menüführung 90 Prozentpunkte.

Messen

Die Messstreifen sind im Vergleich zum Messgerät recht klein und filigran. Sie könnten unter Umständen zu Problemen bei älteren Patienten führen. Beim Testbeginn muss das Gerät selbstverständlich nicht eingeschaltet sein. Nachdem der Messstreifen nun mit der gestrichelten Seite in das Gerät eingelassen wurde, der Blutstropfen rangehalten wurde (wenn man die Stechhilfe auf die entsprechende Nadelstärke eingestellt bekommen hat!), beginnt das Gerät alleine die Messung durchzuführen. Sowohl die zu wartende Zeit, als auch das Messergebnis wird in sehr großen Ziffern dargestellt. Dies ist umso positiver, da das klein geschriebene Menü die Befürchtung nährte, dass das Ergebnis schlecht lesbar wäre. Wenn man das Ergebnis markieren will, muss man nur die Pfeiltasten bedienen. Im unteren Bereich der Anzeige, nun doch wieder etwas zu klein, werden die Optionen „nüchtern“, „vor der Mahlzeit“ und „nach der Mahlzeit“ angezeigt. Vergleichsmessungen ein und desselben Blutstropfen mit anderen Geräten (Ascensia Contour und Ypsomed Pura) haben geringfügige Abweichungen nach oben ergeben, was aber noch im Toleranzbereich lag. Insgesamt bekommt dieser Bereich eine Bewertung von 85 %, da die Einordnung der Werte nach der Messung zwar einfach zu bedienen, aber nicht einfach zu lesen war.

Preis

Gleichwohl ich das ganze Set als Sonderangebot für 9,95 € im Netz entdeckt habe (http://www.apo-rot.de/indexdetails.html?_filterartnr=0577225&partnerid=g...), scheint der reguläre Preis zwischen 27 und 30 Euro für das Gerät, der Stechhilfe, das Handbuch, 10 Messstreifen etc. zu liegen. Fünfzig Teststreifen kosten hingegen zwischen 25 und 27 Euro und sind somit vor allem für selbst zahlende Typ-2-Diabetiker eine Alternative zu einigen teureren Konkurrenzprodukten. In diesem Bereich verdient das Gerät somit ein gute bis sehr gute Note (90%).

Meinung, Kritik und Fazit

Die großen Vorteile des Gerätes liegen in der Verarbeitung, Stabilität, Anzeigengröße und dem LifeScan Know-how in der Blutzuckermessung. Vor allem für Typ-2-Diabetiker ist das Gerät sehr gut geeignet, ohne die mitgelieferte Stechhilfe, womit wir beim größten Nachteil des Gerätes wären. Die Funktion der Markierung der nüchternen Werte hatte ich bis dato bei keinem anderen Gerät gefunden und ist vor allem bei der statistischen Auswertung des Blutzuckertagebuchs ganz hilfreich.

Numerisch liegt die Gesamtnote beim Mittelwert der Einzelbewertungen, somit bei 83%, was einem „gut“ entspricht.