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Ein neuer Star - Das MyStar Extra im Test

Einleitung

Seit langen haben wir mal wieder ein Gerät zugeschickt bekommen, das auf Herz und Nieren untersucht wurde. Im folgenden Bericht soll somit das erste Gerät aus der Familie der Firma Sanofi vorgestellt werden. Vor allem die im Flyer angepriesene “HbA1c Funktion” hat uns dabei interessiert. Natürlich werden auch die alltäglichen Funktionen, wie die Messung und die Stechhilfe genau bewertet.

Daten

Firma : Sanofi Diabetes
Name des Gerätes : MyStar Extra
Blutprobenmenge : 0,5 µl
Messzeit : 5 Sekunden
Speicher : 1865 BZ-Messungen mit Datum, Uhrzeit und Durchschnittswerte (3-,7- und 30-Tage)
Messprinzip : Elektrochemisches Messprinzip
Messbereich : 1,1 mmol/l - 33,3 mmol/l
Kalibrierung : Plasmaäquivalente Blutzuckerwerte
Betriebstemeperatur: 10 - 40 °C
Aufbewahrungstemperatur für Teststreifen: 8 - 30 °C
Abmessungen: 5,1 x 9,0 x 1,7 cm
Batterien: 2+1 x CR2032
PC-Verbindung: Mangels Datenkabel nicht getestet
Weitere Informationen: http://www.diabetologieportal.de/

MyStar Extra Lieferumfang

Der Lieferumfang umfasst neben der typischen Messgerätetasche, dem Handbuch und der Stechhilfe, auf die separat noch eingegangen wird, auch ein Blutzuckertagebuch, die Garantiekarte und farbig markierte Kärtchen mit verschiedenen Kurzanleitungen. Diese doch schon interessante Idee, der Kurzdokumentation birgt jedoch einen Nachteil. Das stärkere Faltblatt wurde sehr klein bedruckt, so dass sehschwache Kunden hier ein Problem haben. Trotzdem ist diese Kurzanweisung gut geeignet, da sie leicht laminiert abwischbar ist, mit Hilfe eines handelsüblichen Magneten an den Kühlschrank etc. geheftet zu werden. Insgesamt erhält der Lieferumfang vier von fünf Sternen. Für den fünften Stern hätte ein wirklich sinnvolles “Gimmick” gefehlt.

Ein paar Worte zum mitgelieferten Blutzuckertagebuch seien ebenfalls möglich: Obwohl es ein relativ stabiles Deckblatt und eine Menge Seiten enthält, möchte ich anmerken, dass es für die Therapieformen des Typ-2-Diabetes (Tabellenform, Therapiefelder im Vorfeld der Tagebucheintragungen) geeignet ist. Ohne zu viel vorwegzugreifen, wirft das die Frage des Kundenklientel für das MyStar Extra auf.

Optik und Verarbeitung

Das Gerät wirkt sehr robust. Auf der Vorderseite sieht man das große Display und die vier Bedienelemente. An der Oberkannte befindet sich die Buchse für die Datenübertragung, die ich im vorliegenden Test leider nicht unter die Lupe nehmen konnte. Auf der Rückseite kann man das Batteriefach sehr einfach öffnen. Trotzdem wirkt der Verschluss ordentlich verarbeitet. An der Unterkannte schiebt man den Blutzuckerteststreifen ein. Das Gerät liegt gut in der Hand und sieht wirklich ansprechend aus. Die Bedienelemente sind deutlich mit den Symbolen gekennzeichnet. Daher bekommt das Messgerät in dem Bereich der Opfik und Verarbeitung die Höchstnote von fünf Sternen.

Anders sieht es bei der aus weichen Kunststoff bestehenden Messgerätetasche aus. Obwohl der Reißverschluss aus Metall ist und zumindest im Test keine Schwächen zeigte, die elastische Halterung für das Gerät ebenfalls ordentlich zu halten scheint, war es mit nur ein wenig Gewalt - simuliert im Festhalten durch ein Schulkind, während ich - als “Krankenpfleger” - die Tasche zog, die Nähte für das Netz, dass die Lanzetten beherbergen soll, aufzureißen. Auf der anderen Seite fand ich die beiden eingedrehten Hartplastestreifen auf der Seite interessant. Sie sollen dem eingepackten Gerät mehr Schutz vor Stößen, falls die Tasche mal runterfällt, gewähren. (Vielleicht soll man aber auch nur die Kurzanleitungskarten - siehe Dokumentation - mit Hilfe dieser Klemmen befestigen.) Da ich nur einen Mängel an der Tasche gefunden habe, erhält sie vier von fünf Sternen.

Dokumentation

Die Dokumentation besteht neben dem schon angesprochenen Kurzanleitung aus dem Handbuch, das im folgenden bewertet werden soll. Das Handbuch besteht im A6 Format aus 87 Seiten. Das Inhaltsverzeichnis ist relativ kurz, kann dafür aber mit einer sehr guten Übersichtlichkeit glänzen. Es enthält relativ viele Illustrationen und Abbildungen, die gut in den Text integriert wurden. Leider sind besonders wichtige Abschnitte nicht farbig hervorgehoben wie bei anderen Handbüchern (Dafür hat man ja die Kursanweisungskarten.) Obwohl ich einzelne Abschnitte und Formulierungen gefunden habe, die ich intuitiv als nicht nötig eingestuft hätte, ist das Handbuch in einem gut verständlichen Stil geschrieben worden. Alleinig ein Stichwortverzeichnis für die schnellere (nachträgliche) Recherche fehlt dem Heft.

Aufgrund der relativ geringen Schriftgröße - ich tippe auf 10 oder 11 px - den Reserven im Layout und dem fehlenden Stichwortverzeichnis erhält das Handbuch zwischen drei und vier Sterne.

Stechhilfe

Die Stechhilfe hat mich ein wenig an LifeScan erinnert. Der kleine Stift hat an der Vorderseite eine Kappe, die es ermöglicht die Lanzetten auf den Träger zu schieben. Ein Tipp: Entfernen Sie die Kappe der Lanzette vorsichtig, sonst haben Sie die Verbindung wieder getrennt. Danach klickt man die Kappe der Stechhilfe wieder vorsichtig in das Stechhilfengehäuse. Mit dem Rad und dem kleinen Sichtfenster stellt man die Einstechtiefe (8 Stufen) ein. Mit dem blauen Schieber spannt man die Stechhilfe und mit dem blauen Knopf löst man sie aus. Insgesamt wirkt die Stechhilfe sehr wacklig und ist komplett aus Plastik. Im Langzeittest löste sich die Kappe in der Hosentasche, so dass ich mir “ins Bein” piekte. Da sie ihre Aufgabe aber sonst erfüllt, bekommt sie noch drei von fünf Sterne. Es gibt wirklich bessere Stechhilfen auf dem Markt.

Messung, Einstellung und Funktion

Wenn man das Gerät zum ersten Mal in der Hand hat, kann man eigentlich gleich loslegen. Alleinig die Lanzette für die Stechhilfe musste installiert werden. Trotzdem möchte ich dem Leser im ersten Teil dieses Abschnittes mit den Funktionen und Einstellungen des Gerätes bekannt machen. Im zweiten Teil beschreibe ich eine Messung und führe Vergleichsmessungen (die gleiche Blutprobe) mit einem anderen handelsüblichen Blutzuckermessgerät durch. Im dritten Teil komme ich zu einem Fazit über den Funktionsumfang.

Wenn man den Startbutton (mit dem Haken) länger drückt, erscheinen die Einstellungen (Zeitformat, Uhrzeit, Kalenderformat, Datum). Wenn man den Knopf einmal kurz bedient, kommt man in das Auswahlmenü. An dieser Stelle kann man zwischen dem Tagbuch, dem Durchschnittsrechner und der Verknüpfung mit einem vermuteten HbA1c Wert wechseln. Alle drei Funktionen sind gut an dem entsprechenden Symbol im Display erkennbar.

Das Gerät kann den HbA1c wie ein Laborgerät bestimmen? Nein: Das Gerät berechnet “lediglich” den Durchschnittswert, wobei Werte, die als nüchtern markiert wurden, wahrscheinlich anders gewichtet werden. D.h. der HbA1c Wert ist nur eine Schätzung, die dem Diabetiker bei einer häufigen Messung erlaubt, den Therapieerfolg in Zahlen auszudrücken. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle nochmal erwähnen, dass ein guter HbA1c Wert nicht alles ist, da man ihn bspw. “mit Hilfe von Unterzuckerungen erkaufen” kann.

Die wichtigste Funktion ist jedoch das Messen: Nach der Entnahme des Teststreifen aus der Dose und dem korrekten Einführen des Streifen an der Unterkannte des Gerätes (Tipp: Die Seite, die einen Zacken im Teststreifen hat, gehört in das Gerät. Im (Halb-)Dunkeln kann man die Seiten visuell schnell verwechseln. An beiden Seiten sieht der weiß-schwarze Plastikstreifen bei schlechten Lichtverhältnissen ungefähr gleichaus.) Nach dem richtigen Einführen registriert das Gerät den Teststreifen und gibt an, dass an Blut auftragen kann. Der Einzug ist sehr schnell und wird mit einem akustischen Signal beendet. Nach fünf Sekunden ist das Ergebnis ablesbar. Das Display wird automatisch beleuchtet, so dass man es auch im Kino etc. gut lesen kann. Weniger schön empfinde ich die fehlende Möglichkeit dieses akustische Signal auszustellen. Im Hörsaal oder im besagten Kino könnte es durchaus zum Nachteil reichen. Nach der Messung kann man den Wert noch entsprechend markieren.

Zusammenfassend ist die Messung schnell und unkompliziert von statten gegangen. Allein das Design des Teststreifens und die fehlende Möglichkeit, das Ende des Bluteinzugs im leisen Ton zu markieren, sorgen für einen Abzug in dieser Kategorie. Dadurch sind es somit nur vier Sterne.

Interessant empfand ich die (überfällige) Idee, dass man Zeitbereiche hat, in denen eine bestimmte Markierungseinstellung vorgefertigt ist. Wenn man also morgens (bis 08.59 Uhr) im Halbschlaf seinen BZ misst, schlägt das Gerät die Markierung “Nüchtern” vor. Natürlich kann man es auch nachträglich (sogar bis 48 Stunden nach der Messung) ändern.

Abschließend möchte ich noch drei Vergleichsmessungen anführen. Bei einem gemessenen Blutzuckerwert von 7,5 mmol/l lag das Contour USB bei 7,1 mmol/l. Bei einer leichten Unterzuckerung von 3,0 mml/l betrug der Unterschied nur 0,2 mmol/l. Normalerweise misst man den Abstand zwischen zwei Messgeräten auch bei einem hohen Blutzuckerwert, doch der Leser mag es entschuldigen, dass ich im Testzeitraum keine “Gelegenheit” dazu hatte.

Preis

Die Preise für ein Set schwanken im Internet zurzeit von 7,95 € bis 44 €. Mehr als 15 € sollte man aber auf keinen Fall für ein solches Startset ausgeben. Das Gerät verwendet die normalen Teststreifen von dem Gerät BG Star. 50 Teststreifen kosten dabei zwischen 21 und 29 €, womit sie im mittleren Preislevel liegen. Damit ist auch diese Sparte weder ein Plus- noch ein Minuspunkt für die Gesamtbewertung des Gerätes.

Meinung und Fazit

Das Gerät ist grundsolide und ergab im Test keine gravierenden Mängel. Natürlich spiegelt ein solcher Test nur eine individuelle Meinung wieder. Trotzdem empfehle ich jedem, bei Gefallen am Gerät, ggf. eine bessere Stechhilfe zu suchen. Ich empfand sie als schlecht verarbeitet und unangenehm. Zusammen mit den anderen kleineren Mängel muss ich (mindestens) einen Stern abziehen, so dass das Gerät vier von fünf Sterne erhält. :)

Bildquelle: 

Eigene Aufnahme vom Tester