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Der große Bruder misst auch - Erfahrungen über das STADA Gluco Result

Einleitung
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Das STADA Gluco Result ToGo wurde vor einiger Zeit von uns getestet. Eigentlich war dieses minigroße Messgerät, welches auf die Messtreifendose passt, für unterwegs gedacht und sollte mit dem heimischen Modell STADA Gluco Result kombiniert werden, doch nicht nur unser Tester war von dem kleinen so angetan, dass er gar nicht auf die Idee kam, nach dem Muttergerät zu fragen. Dieses soll nun im folgenden Test vorgestellt und auf Herz und Nieren getestet werden.

Daten
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- Keine Codierung notwendig
- 500 Speicherplätze mit Datum, Uhrzeit und Messereignis
- 0,5 µl Blut
- Messzeit 4 - 7 Sekunden
- Alternative Körperstellen sind für die Blutzuckermessung ebenfalls geeignet (AST)
- Messbereich: 1,1 - 33,3 mmol/l (20 - 600 mg/dl)
- Temperaturbereich: 10 - 40 °C
- Analysemethode: Elektrochemisch
- Stromversorgung: 1x 3 V Lithiumbatterie vom Typ CR 2032
- Gewicht: 47 g
- Größe: 89 x 55 x 17 mm
- Besonderes: Ketonkörperwarnung
- Internetpräsentation: www.glucoresult.de

Lieferumfang
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In diesem enthalten sind neben dem Messgerät, den 10 obligatorischen Teststreifen, die Stechhilfe, eine kleine Stofftasche, das Benutzerhandbuch und ein kleines Blutzuckertagebuch. Ganz tief unten im Karton hat sich noch eine deutsch-englische Kurzanleitung versteckt. Wie auch beim kleinen Bruder ist diese komischerweise doppelseitig mit dem gleichen Inhalt bedruckt. Das Handbuch wirkt ein wenig dilettantisch und ist nicht unbedingt logisch aufgebaut. Trotzdem findet man auf den 44 Seiten alles was man wissen muss. Nett fand ich die Umrechnungstabelle zwischen mmol/l und mg/dl, welche der Leser auf der vorletzten Seite des Heftes findet. Ein noch größerer Pluspunkt in dieser Kategorie ist das Blutzuckertagebuch, welches nicht in jedem Lieferumfang vorhanden ist.

Optik
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Das Gerät ist in einer silbernen Verkleidung gehalten und an den Seiten leicht ergonomisch eingerundet. Der Teststreifen wird von unten eingeführt und kann mit der beleuchteten Auswurftaste hygienisch einwandfrei entsorgt werden. Das Display ist recht groß und durchgehend gut zu lesen. Allein die Größe könnte ein klein wenig reduziert werden. Trotzdem ist die Optik sehr ansprechend und verdient fünf von fünf Sterne - mit Abstriche.

Verarbeitung
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Die Tasche des GlucoResult ist ordentlich und symmetrisch aufgebaut. Während die Messtreifen rechts vom Messgerät in einer Gummilasche justiert werden können, ist die Stechhilfe mit Hilfe eines variablen Klettverschlusses links davon unterzubringen. Das Messgerät an sich wird in der Mitte untergebracht und kann mit zwei Gummizügen justiert werden. An der Verarbeitung des Gerätes ist wenig auszusetzen. Alle Bedienelemente funktionieren ohne große Kraftanstrengung, versprechen eine lange Lebensdauer und sind intuitiv zu nutzen. Lediglich die Gummistreifen auf der Rückseite des Gerätes, welche die Rutschfestigkeit gewährleisten sollen, lösten sich an den Rändern. Dies kann natürlich auch an den einen Testgerät liegen, verhindert aber eine Bewertung der Verarbeitung mit fünf von fünf Sternen.

Stechhilfe
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Die Stechhilfe ist ein wenig ergometrisch geformt und lässt sich wie auch andere Stechhilfe in fünf Tiefen einstellen. Die Feder zieht man wie so häufig nach hinten auf. In der gleichen Richtung muss man stärker ziehen und vor dem Auslöseknopf anfassen, um die Lanzette zu justieren. Meine Erfahrung mit anderen Stechhilfen prognostiziert an dieser Stelle eine Schwachstelle, da sich dieser Steckverschluss aus Plaste auf Dauer abnutzen wird. Im Gegensatz zu dem Bericht über den kleinen Bruder ToGo verbog ich die Lanzette nicht bei der Installation in der Stechhilfe. Trotzdem ist der Träger der Lanzette äußerst labil aufgebaut und könnte bewirken, dass die Stechgeschwindigkeit und Schmerzfreiheit nach einigen Benutzungen abnimmt. Insgesamt verdient die Stechhilfe somit gerade noch ein “befriedigend”, was bei einer Skala von fünf drei Sternen entspricht.

Messen
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Die Ketonkörperwarnung hatte mich persönlich am stärksten interessiert. Dies ist jedoch nur eine Schranke, dass der gemessene Blutzucker nicht höher als 13,3 mmol/l / 240 mg/dl liegen sollte. Falls dem jedoch so ist, ertönt ein Warnton, dass es ratsam ist, diese entsprechend des ärztlichen Therapieplanes zu messen.

Der Messvorgang beginnt mit dem Einführen des Messstreifens und der aussagekräftigen Anzeige im Display des Gerätes. Wenn der Streifen zu lange im Gerät bleibt, wundern Sie sich nicht, dass die Auswurftaste - im gut sichtbaren Blau beleuchtet - anfängt zu blinken und sich das Gerät mit dem Hinweis E-2 verabschiedet.
Nachdem das Blut am äußerst breiten Ende des Messtreifens eingesogen wurde, beginnt das Gerät mit dem Messvorgang. Dabei wird leider auf eine Anzeige der verbleibenden Sekunden verzichtet. Nachdem das Ergebnis dann angezeigt wurde, blinkt auch schon die Auswurftaste und der Messvorgang kann mit dem Entfernen des Streifens beendet werden. Insgesamt ist der Messvorgang sehr einfach und logisch strukturiert. Bei Vergleichsmessungen mit dem One Touch Ultra aus dem Hause LifeScan ergaben sich im hohen Blutzuckerbereich geringfügige Abweichungen, die aber nur sekundär in die Wertung mit einfließen.

Dies und die fehlende Zeitangabe mindern das Urteil somit auf vier von fünf Sterne.

Preis
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Die Teststreifen des Messgerätes sind mit 20 bis 26 Euro (laut Internetrecherche) im günstigen, aber nicht günstigsten Bereich. Das Gerät ist meist für wenige Euro, wenn nicht gar kostenlos erhältlich. Insgesamt bekommt das Gerät in der Kategorie Preis somit vier von fünf Sterne.

Meinung, Kritik und Fazit
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Das Stada Gluco Result wurde in Kombination mit dem ToGo entwickelt und Stada auf den Markt gebracht. Genauso wie bei dem kleinen Bruder, wurde die Stechhilfe nicht zu Ende gedacht. Da das Gerät aber in den anderen Kategorien durchgehend gute bis sehr gute Noten erhielt, können wir der Firma Stada nur ein Lob aussprechen und hoffen, dass sie auch jene Fehler beheben, damit die nächste Generation an Geräten noch mehr DiabetikerInnen überzeugt. Vier Sterne.