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Das Stada Gluco Care im Langzeittest

Einleitung

STADA oder besser gesagt ihr Tochterunternehmen Hemopharm hatte vor einigen Jahren den Markt mit einigen kleinen und handlichen Blutzuckermessgeräten aufgemischt. Mittlerweile gibt es ein neues Mitglied der Familie, das im Folgenden vorgestellt werden soll. Das Besondere an dem GLUCO Care ist die ß-Ketonbestimmung, aber dazu später mehr.

Daten

Hersteller / Firma: Stada®
Gerätename: Gluco Care®
Internetseite: http://www.glucocare.de

Messdauer: 4 Sekunden
Blutprobenmenge : 0,4 µl
Speicher: 500 Messergebnisse mit Datum, Uhrzeit und Markierung
Messbereich: 20 bis 600 mg/dl (1,1 bis 33,3 mmol/l)
Kalibrierung : Automatisch
Messergebnis: elektrochemisch
Temperaturbereich: 4,4 °C bis 45,5 °C
Durchschnittswerte von 7/14/30/60/90 Tagen
Energieversorgung: 3V-Batterie (CR 2032)
Abmessungen: 33 mm (H) x 118 mm (B) x 21 mm (T)
Gewicht: ca. 50 g
Besonderes: Ketonkörpermessung möglich: Probevolumen: 0,8 µl, Messdauer 10 Sekunden, Messbereich: 0,1 bis 8 mmol/l

Lieferumfang

Das Set, wie man es in Apotheken findet, umfasst ein Handbuch, ein Tagebuch, eine Kurzanleitung und die Stechhilfe LITE, die Tasche und natürlich das Messgerät mit 10 Messstreifen. Zusätzlich kann man einen blauen, rosa oder roten variablen „Gummiüberzug“ (offiziell Silikonhülle) im Zusammenhang mit der Garantie-Registration erhalten, damit das Gerät besser geschützt ist. Insgesamt verdient das Gerät somit vier Sterne, denn die Bestnote erfordert in unseren Augen einen außergewöhnlichen und nützlichen „Gimmick“.

Stada Gluco CareOptik und Verarbeitung

Das Gerät liegt gut in der Hand. Es ist mit 118 mm Breite relativ groß, hat aber die Form eines Markers und kann auch ohne Tasche gut in der Hosentasche oder der Seitentasche des Rucksacks verschwinden. Die Verarbeitung des Gerätes erwies sich im Test ebenfalls als gut bis sehr gut. Das Display hielt einige Kratzer aus und auch die Tasten scheinen langlebig zu sein. Dies bezieht sich jedoch lediglich auf das Gerät, das in dieser Sparte fünf von fünf Sternen bekommt.

Tasche

Die Tasche wirkte auf dem ersten Blick recht simpel. Mit Hilfe von drei Gummizügen kann man das Messgerät, die Teststreifentrommel und die Stechhilfe unterbringen. Auf der anderen Seite findet man eine kleine Tasche, um gebrauchte Messstreifen oder kleine Zettel unterzubringen. Leider erwies sich die Qualität der Tasche als äußerst dürftig. Nach einem vierfachen Belastungstest der Gummizüge riss einer. Der Reißverschluss hielt dagegen stand und verschloss die Tasche auch nach dem Test noch zuverlässig „wie am ersten Tag“. Zusammengefasst erhält die Tasche somit drei von fünf Sternen.

Dokumentation

Im Set findet man ein Handbuch im A6 Format mit einem Umfang von 73 Seiten und eine Kurzanleitung kleiner als ein beidseitig bedrucktes A4-Blatt. Der Umfang des Handbuchs ist absolut verständlich, denn 10 Seiten haben lediglich diese Art der Messung zum Thema. Darüber hinaus findet man – wie bei vielen anderen Handbücher auch – die Kapitel „Einleitung“, „Uhrzeit, Datum, Signalton, Markierungen und Erinnerungszeiten einstellen“, „Glukosetest“, „Anzeigen der gespeicherten Messergebnisse“, „Grundlegende Gerätewartung“, „Anzeigen, Bedeutung, Maßnahmen“ und den Anhang. Das Seitenlayout ist relativ schlicht, die Schriftgröße aber selbst für leicht sehbehinderte Diabetiker vollkommen ausreichend. Die wenigen Illustrationen sind, wenn es sich nicht um Displaybeispiele handelt, fast durchgehend farbig. Das einzige Manko, das an dieser Stelle angebracht werden kann, ist das fehlende Stichwortregister. Obwohl das Inhaltsverzeichnis verständlich ist, gibt es eventuell Unklarheiten, wenn es darum geht, die Markierungen zu erklären oder es erschloss mir nicht, weshalb die Durchführung des Glukose-Kontrolllösungstest (genauso wie der analoge Test mit der ß-Keton-Kontrolllösung) nicht im entsprechenden fast gleichnamigen Kapitel steht.
Dies sind aber nur kleine Abzüge, weshalb die Dokumentation ohne Probleme eine gute Bewertung (4 Sterne) erhält.

Messung

Um das Gerät zu starten muss man beim ersten Messen die Uhrzeit und das Datum einstellen. Dies erfolgt bequem über die Bedienelemente am rechten Ende des Gerätes. Bei der Gelegenheit können gleich Zusatzeinstellungen wie die Markierungsfunktion oder die Aktivierung der Erinnerungsfunktion zur Ketonmessung (bei Werten über 240 mg/dl) vorgenommen werden. Positiv zu erwähnen sind die vier Weckzeiten oder auch Erinnerungsalarme genannt, die man optional im Setup festlegen kann.

Wenn man den Messstreifen mit den Kontakten und dem Firmenschriftzug nach oben einführt, aktiviert sich das Gerät von alleine und zeigt in Form eines blinkenden Blutstropfen an, dass das Gerät einsatzbereit ist. Im Test fiel auf, dass der Kontakt zwischen dem Messstreifen und dem Gerät hergestellt werden konnte, ohne dass der Streifen fest mit dem Gerät verbunden war. Achten Sie darauf, da er runterfallen kann, während Sie den Blutstropfen hinhalten wollen.
Nach dem Bluteinzug, der im Test ohne Probleme funktioniert hat, und den fünf Sekunden Messzeit wird das Ergebnis mit Datum und Uhrzeit angezeigt.
Im Gegensatz zu vielen anderen Geräten kann man den Teststreifen mit einer gerillten Auswurfgriff auf der Unterseite entfernen, ohne ihn zu berühren. Dies ist vor allem für Pflegekräfte, die viele Messungen pro Tag vornehmen müssen, von Bedeutung.

Gespeicherte Messungen inklusive deren Durchschnittswerte erhält man, indem man den linken Knopf am rechten Ende ( < ) kurz anwählt und dann mit den Pfeiltasten hoch- und runterscrollt.

Insgesamt ist die Messung intuitiv vorzunehmen und verlief im Test ohne Probleme. Zeitnahe Vergleichsmessungen mit dem Bayer Contour USB ergaben die gleichen Werte. In diesem Abschnitt verdient das GLUCO Care somit fünf von fünf Sternen.

Leider war es mir nicht möglich, die Ketonmessung des Gerätes, zur Unterscheidung übrigens mit blauen statt roten Teststreifen, zu testen. Laut Hersteller muss keine Menüeinstellung verändert werden, um die ß-Ketonkörper zu messen. Das Gerät erkennt die besonderen Teststreifen von alleine.

Falls wir zukünftig auch diese Funktion testen können, werden wir diesem Bericht einen vollständigen Artikel widmen.

Stechhilfe

Die Stechhilfe war mir schon von anderen Geräten bekannt. Der größte Vorteil ist die äußerst handliche Größe. Mit Hilfe eines seitlich drehbaren Rades kann man die Einstechtiefe in 5 verschiedenen Stärken einstellen. Die Feder zieht man, wie bei vielen anderen Geräten nach hinten auf. Die Kappe, unter der sich die Lanzette befindet, verliert nach 10 bis 20 Lanzettenwechsel ihren Halt und löst sich zumindest in der Hosentasche viel zu schnell von der Stechhilfe. Das Resultat ist im schlimmsten Fall eine unfreiwillige Verletzung, weshalb ich der Stechhilfe nur zwei von fünf Sterne gebe, vorausgesetzt die Lanzetten werden nicht nach jedem Gebrauch entfernt.

Preis

Wenngleich wir als Diabetiker noch nicht alles selbst zahlen müssen, ist der Blick auf die Preistafel ebenfalls relevant, das Gerät vollständig zu bewerten. 50 Blutzuckerteststreifen kosten 27 Euro (namhafte Hersteller verlangen mindestens 32 Euro für 50 Streifen), was durchaus günstig ist. Die seltener gebrauchten Ketonmessstreifen sind natürlich wertvoller. Hier kosten 10 Stück 16 Euro. Das ganze Set, wie es vor uns lag fanden wir im Internet für 30 € erhältlich. Insgesamt ist das Preis-/Leistungsverhältnis aus unserer Perspektive sehr gut, weshalb diese Kategorie auch fünf von fünf Sternen erhält.

Meinung und Fazit

Fassen wir zusammen: Das Gluco Care aus dem Hause Stada Hemopharm ist ein modernes, schnelles und zuverlässiges Messgerät. Den größten Pluspunkt verdient es sicher mit der Möglichkeit Ketonkörper zu messen, um als Diabetiker Anhaltspunkte zu erhalten, ob eine Ketoazidose vorliegt. Wer hat heute schon die Urinstreifen unterwegs mit, bzw. findet eine Möglichkeit sich damit zu testen?
Die Datenübertragung auf den PC konnte ich mangels Kabel leider nicht testen.

Negativ sind mit das fehlende Licht im Display und die Verarbeitung der Stechhilfe und der Tasche aufgefallen. Vor allem in dieser Kombination hat das weit reichende Folgen: Wenn die Messgerätetasche defekt ist, trage ich das Gerät logischer Weise lose und riskiere auf diese Weise eine Verletzung.

Bei Fragen zum Gerät kann ich die Servicehotline 0800 6645825 durchaus empfehlen. Im Test rief ich dort einmal an und mir wurde auf schneller, kompetenter und freundlicher Art und Weise geholfen.

Obwohl der Messvorgang selbstredend am stärksten in die Bewertung mit einfließt, erhält das Testgerät nur vier von fünf Sternen, da vor allem die Verarbeitung der Stechhilfe und der Tasche eine Bestnote nicht zulassen würden.

Autor: 
Autor ist der Redaktion bekannt
Bildquelle: 

Produktmanagement der Hemopharm GmbH (STADA)