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Das dritte Omnitest von BBraun im Langzeittest

Einleitung

B Braun ist schon fast Jahrzehnten bekannt im Diabetesbereich. Mit dem Omnitest 3 kommt eine Fortsetzung der vor allem bei älteren Diabetikern beliebten Blutzuckermessgerätereihe in die Praxen, die im vorliegenden Test untersucht werden soll. Dabei spielen neben des Messvorgangs vor allem die Verarbeitung und die weiteren Bestandteile des Gerätesets, wie das Handbuch, die Stechhilfe oder die Tasche eine Rolle.

Daten

Hersteller / Firma: B. Braun®
Gerätename: Omnitest® 3
Internetseite: http://www.omnitest.bbraun.de

Messdauer: 3 Sekunden
Blutprobenmenge : 0,3 µl
Speicher: 365 Messergebnisse mit Datum und Uhrzeit sowie Markierungsfunktion
Messbereich: 10 bis 600 mg/dl (0,6 bis 33,3 mmol/l)
Kalibrierung : Plasma äquivalent (automatisch)
Temperaturbereich: 10 °C bis 40 °C
Energieversorgung: 2 x 3V-Batterie (CR 2032)
Abmessungen (L x B x H) 83 x 56 x 18 mm
Gewicht inkl. Batterien: ca. 54 g
Besonderes: Integriertes Thermometer
Datenübertragung zum PC (PC-Verbindungskabel: PZN 6117921) notwendig
Berechnung von 3 Durchschnittswerten in einem Zeitraum von 1 bis 99 Tagen

Das Omnitest 3 als SetLieferumfang

Das Set umfasst ein Faltblatt als Kurzanleitung, den Beipackzettel der Messstreifen, ein Handbuch mit dem Umfang von 67 Seiten, die Messgerätetasche mit Gerät, Stechhilfe und 10 Teststreifen. Damit umfasst das Gerät alle notwendigen Utensilien und der Lieferumfang ist uns vier von fünf Sternen wert. Wäre ein zusätzliches Gimmick dabei, wie zum Beispiel das Übertragungskabel zum PC, wäre mit Sicherheit die Bestnote möglich gewesen.

Optik und Verarbeitung

Das Gerät ist zwar sehr schmal und leicht, kann aber aufgrund der Breite weniger gut in der Hosentasche getragen werden. Das Display ist gut lesbar, auch wenn es nicht beleuchtet wird. Die Verarbeitung macht einen guten Eindruck. Die Bedienelemente auf der Vorderseite des Gerätes schienen auch nach einem kurzen aber sehr intensiven Dauertest nicht abzunutzen. Auf der Rückseite des Gerätes befinden sich vier kleine Gumminoppen, damit das Gerät auch außerhalb der Tasche einen garantiert sicheren Halt hat.

Einen absoluten Fauxpas erlebte ich, als ich das Batteriefach öffnen wollte. Dabei brach ohne erkennbaren Grund und ohne Gewalteinwirkung der Verschluss des Faches ab. Auch wenn das Gerät in der Tasche fest verankert wird, ließ es sich nicht mehr ohne Druck auf die Rückwand anschalten. Nur der Einsatz von Klebeband ließ es mich weiter nutzen. Dieser Verarbeitungsmangel reduziert die Bewertung in diesem Bereich auf einen von fünf Punkten.

Tasche

Die Tasche wirkt schon beim ersten Öffnen des Reißverschlusses sehr stabil, schon fast starr. Obwohl ich mir unsicher war, ob es sich tatsächlich darum handelt, scheint die Tasche aus Kunstleder hergestellt worden zu sein – zumindest riecht sie so. Insgesamt ist die Verarbeitung der Tasche positiv hervorzuheben. Die Gummizüge zum Arretieren der Stechhilfe und der Teststreifendose waren sehr stabil und rissen auch nach Kraft kostenden Tests nicht ein. Auch das Messgerät wird mit Hilfe von einer starren Vorrichtung festgehalten, wodurch man es für das Messen nicht hinausnehmen muss. Daher verdient die Tasche auch fünf von fünf Sternen.

Dokumentation

Das kleine, A6-große Handbuch mit einem Hochglanzeinband besteht inhaltlich aus 20 Kapiteln, die leider im Inhaltsverzeichnis nicht sonderlich gegliedert wurden. Trotzdem umfassen sie alle wichtigen Bereiche, die im alltäglichen Gebrauch von Bedeutung sind. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Illustrationen auf den Seiten, die sich jedoch immer im grün-grau-weißen Farbspektrum befinden. Wichtige Hinweise sind kontrastiv auf einem tiefgrünen Hintergrund geschrieben worden. Die Schrift ist durchweg gut lesbar. Insgesamt bekommt das Handbuch vier von fünf Sternen, da das Inhaltsverzeichnis nicht gerade übersichtlich ist und ein Stichwortregister fehlt, um das schnelle gezielte Nachschlagen zu erleichtern.

Stechhilfe

Die Stechhilfe ist ähnlich vieler anderer Modelle aufgebaut. Während man am vorderen Ende die Einstichtiefe in fünf verschiedenen Stärken einstellen kann, zieht man die Feder mit Hilfe des Plastikgriffs am anderen Ende auf. Der Auslöseknopf ist an der Seite des Gerätes silberfarbend hervorgehoben. Um die Lanzetten in der Halterung unterzubringen, muss man den vorderen Teil der Stechhilfe abschrauben. Sowohl die Lanzettenhaltung als auch der lose Knopf am Ende der Stechhilfe wirken sehr billig produziert und hatten im Test einen seitlichen Spielraum, der nicht sein sollte. In der Praxis hatte dies zur Folge, dass nicht jedes Mal die Feder aufgezogen wurde, wenn man zog und – dies nur als mögliche Folge, ohne, dass der Test dazu ausreichte – das Stechen schmerzhaft sein konnte. Insgesamt verdient die Stechhilfe so nur drei von fünf Sternen.

Messung

Wenn man das Gerät das erste Mal in Betrieb nehmen möchte, muss man gar nicht viel machen: Der automatische Kalender erspart das nötige Setup zu Beginn. Falls man es doch zu Beginn mit Hilfe des mittleren Knopfes mit der Aufschrift (|) anwählt, ist man sicher über die Funktion des Thermometers, das seinen Wert in Celsius oder Fahrenheit anzeigen kann, überrascht.

Im deaktivierten Zustand schiebt man den Blutzuckerteststreifen mit dem Schriftzug nach oben an der Vorderseite des Gerätes ein. Mit Hilfe der standardmäßigen Anzeige auf dem Display (Streifen mit Blutstropfen), weiß man, dass man den Streifen seitlich an den Teststreifen ranführen und einsaugen lassen muss. Vorher taucht noch (sehr) kurz der Teststreifencode auf, den man offiziell mit der Aufschrift auf der Teststreifendose vergleichen soll. Nach nur drei Sekunden ist das Messergebnis vorhanden. Danach kann man den Wert mit den Ereignissen „Vor der Mahlzeit“, „Nach der Mahlzeit“, „Krankheit“ oder „Kontrolllösung“ verknüpfen (Pfeiltasten). Wie schon bei vielen anderen Geräten ermöglicht ein mittig angebrachter und gerillter Auswurf, den Teststreifen zu entsorgen, ohne ihn zu berühren. Eine Kontrollmessung des gleichen Blutstropfen mit dem Bayer Contour USB ergab fast den gleichen Wert (Abweichung 0,4 mmol/l). Insgesamt erhält das Gerät fünf von fünf Sternen in dieser Kategorie

Preis

Während die Teststreifen mit 28 bis 32 Euro für 50 Teststreifen im normalen Preissegment liegen, ist das Blutzuckermessgeräteset mit 9,90 € (diashop.de) recht günstig. Daher verdient das Omnitest 3 in dieser Sparte auch ohne Probleme die Höchstwertung von fünf Sternen.

Meinung und Fazit
Während des Testes gab es Höhen und Tiefen. Ein Hoch war ohne Zweifel die Temperaturanzeige, das schnelle Ergebnis und die gute Verarbeitung der Tasche. Weniger optimal werteten wir die Verarbeitung des Batteriefaches, die Stechhilfe und das mangelnde Licht des Gerätes. Weniger relevant aber ebenfalls erwähnenswert ist die Betriebstemperatur. Der Bereich von 10 bis 40 Grad ist vor allem im strengen Winter oder im aufgeheizten Auto nicht gerade optimal.

Gleichwohl die Messung die größte Gewichtung hat, ergibt das Gesamturteil ein „gut“, wodurch das Omnitest 3 von BBraun vier von fünf Sternen erhält.

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Autor ist der Redaktion bekannt
Bildquelle: 

Pressefoto der Seite BBraun.de