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Der ambulante Weg zur Pumpe

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Bevor Sie sich für eine Pumpentherapie entscheiden, bitten wir Sie ebenfalls unseren Artikel zur Pumpentherapie zu lesen. Erst dann, sollten Sie sich über die Einstellungsart: Ambulant informieren.

Sie haben nun alle Vor- und Nachteile einer Pumpentherapie gelesen. Daraus folgend, kommen wir nun zu den Merkmalen der Diabetiker/innen, für welche die CSII eine sinnvolle Alternative zu der ICT oder FIT wäre.

  • Sie haben in den Morgenstunden einen deutlich erhöhten Insulinbedarf.
  • Häufig unterzuckern Sie, vor allem nachts.
  • Ihr Körper reagiert nicht mehr auf die Warnsignale einer Unterzuckerung
  • Er reagiert sehr empfindlich auf das wenige Insulin, welches Sie pro Tag brauchen
  • Langsam aber sicher merken Sie die ersten Folgeerscheinungen, erst recht Nervenschmerzen
  • Sie sind Schichtarbeiter, Student oder Arzt? Menschen die einen absolut unregelmäßigen Tagesablauf haben, profitieren von der Pumpe
  • Sie planen als Diabetikerin eine Schwangerschaft. Daher empfiehlt es sich auf die Pumpe umzusteigen.

Neben den schon, bei der Therapieerklärung beschriebenen Nach- und Vorurteilen, sind viele Typ-1 Diabetiker in einfacher Unwissenheit über die Möglichkeiten der Insulinpumpe und seiner ambulanten Einstellung. Ein weiterer Grund für Scheu ist die ungeklärte Frage der Kostenübernahme.

Obwohl die stationäre Einstellung den Vorteil des "immer erreichbaren Arztes" hat, bietet die ambulante ebenfalls Gutes:

  • Kostengünstiger als stationäre Aufenthalte
  • Einstellung unter Alltagsbedingungen
  • Geringere Fehlzeiten am Arbeitsplatz oder in der Uni
  • In der Nachbetreuung brauch kein Wechsel der Bezugspersonen vorgenommen werden.

Dem Gegenüber stehen folgende Probleme einer ambulanten Einstellung:

  • Diese Einstellungsvariante erfordert eine persönliche Eignung
  • Hoher Zeitaufwand für die Schulung, erstrecht für technisch nicht versierte Menschen
  • Integration in den Praxisablauf (einschließlich langen Wartezeiten, und und und)
  • In der Einstellungsphase sollte man auf die Benutzung des PKW's verzichten.

In der Schwerpunkt Praxis des Dr. med. Rainer Betzholz haben die Schulungen folgenden Inhalt.

  1. Schulungseinheit
    • Fragen, Erwartungen und Ängste: Was kann die Pumpe und was nicht?
    • Pumpenmodelle (Siehe hierzu unsere Übersicht zu den Pumpenmodellen)
    • Kathetermodelle: Wie bringe ich einen Katheter an, wie fülle ich ihn...)
    • Es gibt die Möglichkeit, einen erfahrenen Pumpenträger zu sprechen und mit ihm verschiedene Diskussionen zu führen.
  2. Schulungseinheit
    • Detaillierte Vorstellung von Pumpenmodellen und Kathetermaterial
    • Gemeinsame wiederholte Durchführung aller technischen Schritte
    • An dieser Stelle soll all das Erlernte zu Hause geübt werden. Falls Fragen auftauchen steht das Team gerne zur Verfügung
    • Schulungseinheit
    • Basalrate und Bolusfaktoren werden gemeinsam festgelegt und einprogrammiert. Die Pumpe wird dem Patienten angelegt.
    • Per Telefon hält das Team zu den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen Kontakt zu den Patienten. So soll auf möglichst selbstsicherer Weise erreicht werden, dass die Patienten im Alltag mit der Pumpe umgehen können.

    In der 4. bis 6. Schulungseinheit werden Messergebnisse diskutiert, Basalraten angepasst und die Technik des Katheterwechsels ständig wiederholt. Außerdem sollen die Patienten das Dosierverhalten im Sport erlernen, bevor das Programm am Ende der Woche mit einem gemeinsamen Pumpenfrühstück endet.

Quelle: 

Rainer Betzholz, Der ambulante Weg zur Pumpe. In: Lifscan "Zucker" 1/2003.