?> DDB vs. DiabetesDE | Diabetes-Index.de
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... oder: Das Problem der deutschen Patientenvertretung

Immer wieder kommt das Thema in den auf Diabetes bezogenen Medien hoch, immer wieder verbunden mit langen Diskussionen, aber nie mit einer echten Lösung. Zuletzt erregte ein anonymer Beitrag auf DiabSite.de die Gemüter, Titel war: diabetesDE - Eine Betrachtung ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Im Artikel wurden hauptsächlich einige wenige Punkte zur Gründung (Im Jahr 2008) angemerkt, die dem anonymen Verfasser missfielen. Aktuelle Ereignisse oder Kritik an diesen werden jedoch nicht geübt.

Vor kurzem hat Diabetes-Kids.de einen kritischen Artikel (Diabsite mobbt DiabetesDE (Deutsche Diabetes Hilfe)) veröffentlicht, in dem der Initiator Michael Bertsch sich fragt, ob DiabSite sich zum Ziel gemacht hat, DiabetesDE in ein schlechtes Licht zu rücken (auch wir haben uns das schon das ein oder andere mal gefragt). Auf DiabSite findet man ausnahmslos sehr kritische Beiträge und Interviews, die offensichtlich nur negative Punkte hinterfragen.
Zumal DiabSite mit dem Titel "Das unabhängige Diabetes-Portal" wirbt, so müsste doch besonders auf diesem Portal eine neutrale und objektive Berichterstattung erfolgen.

Dies stimmt uns als Verein etwas nachdenklich und wir fragen uns, ob es uns in Deutschland so gut geht, dass die beiden großen Diabetes Organisationen (DiabetesDE, DDB) nichts besseres zu tun haben, als sich gegenseitig zu bekämpfen?

Wobei man sagen muss, dass sich die Geschäftsführung und der Vorstand von DiabetesDE aus diesen öffentlichen Diskussionen weites gehend heraushält. Dieter Möhler als Bundesvorsitzender des DDB hingegen beteiligt sich aktiv an solchen Runden. Nicht zuletzt mit kämpferischen Aussagen wie: "jeder, der nicht Mitglied im DDB oder einer seiner Organisationen wird, zeigt sich verantwortlich für eine Schwächung der Patienteninteressen auf politischer Ebene."

Oft treffen bei einem solchen Schlagabtausch viele erhitzte Gemüter aufeinander, da sich die Stimmung über die vergangenen Jahre etwas zugezogen hat und die Standpunkte wie fest in Stein gemeißelt zu sein scheinen.
Um so mehr hat es uns gefreut als dann verkündet wurde, dass DDB und DiabetesDE in den Bereichen, in denen es keine Überschneidungen (Wettbewerbsverhältnis) gibt, zusammenarbeiten wollen.
Eine solche Entscheidung kann man nur begrüßen, denn Sie zeigt, dass man in den Vorständen das Problem zumindest in einigen Punkten erkannt hat - Wir brauchen in Deutschland eine starke Interessenvertretung und keine "kämpfende, sich selbst zerfleischende Meute".

Wir als Diabetes-Zentrale e.V. stehen beiden Organisationen neutral gegenüber, einige unsere Vorstände und Gründungsmitglieder sind Mitglied in einer der beiden oder sogar in beiden Organisationen. Denn unser Ziel ist es, die Aufklärung und Informationsvermittlung zum Thema Diabetes mellitus im Internet voran zu bringen.

Wir brauchen in Deutschland eine starke Interessenvertretung, um alle unsere Interessen auf nationaler Ebene vertreten zu sehen. Dazu gehört eine starke Basis und Patientenorganisation wie es der DDB ist (sein könnte), als auch eine wissenschaftliche und übergreifende Organisation, die alle Gruppen umfasst, so wie DiabetesDE.
In einer Kooperation beider Organisationen könnte eine große und vor allem mächtige Stimme entstehen, die mit einer Stimme für die Interessen der Diabetiker eintritt.
Dazu gehört zweifelsohne die lokale und regionale Arbeit als auch die mediale Arbeit, um die Probleme um den Diabetes bekannter zu machen. Der Sitz der Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) durch den DDB also auch die internationale Vernetzung mit der Internationalen Diabetes Federation (IDF) durch DiabetesDE könnten sich eigentlich nur ergänzen - der eine Hilft dem anderem.

Was dingenden nötig ist!

Denn, fragt man auf der Straßen die Menschen, ob Sie den Welt-Diabetes-Tag kennen, kommt meist eine Antwort: Nein. Da würde es sicher helfen, wenn prominente Menschen sich dem Diabetes verpflichten und ihn so medial interessanter machen. Leider tut Diabetes nicht weh, man sieht es nicht und auch sonst ist es relativ unspektakulär, als dass die großen Medien darüber berichten würden.

Daher hoffen wir, dass der Disput so schnell wie möglich zu den Akten gelegt wird und Plattformen, wie die oben erwähnte Seite diabsite.de, den für Journalisten - seien es nun professionelle Redakteure oder engagierte Betroffene, die sich anonym geben - gültigen Maßstab an Konstruktivität wahren. Wie schon erwähnt, gibt es viel dringendere Probleme als ein "Kompetenzgerangel" zwischen Institutionen, die eigentlich nur dem Wohle der Patienten dienen sollten. Man sollte die Kraft die in diesen Disput gelegt wird besser zum Wohle des Patienten nutzen.

Unsere Meinung zur anonymen Kritik

Kritik ist gut und Kritik ist hilfreich und wir glauben Kritik ist bitter nötig, um beide Organisationen weiter zu entwickeln. Aber Kritik muss konstruktiv sein und das ist anonym selten sinnvoll. Auch anonyme Kritik kann konstruktiv sein, dann muss man aber zumindest mal Handlungsvorschläge unterbreiten.

Sinnvoller wäre es aber wohl, wenn man solche Kritik nicht anonym formuliert, sondern ein Konzept ausarbeitet und sich Unterstützer sucht. Mit den Unterstützern kann man dann Änderungen in die entsprechenden Gremien tragen und ggf. durchsetzen.

Texte und Kritik gibt es wie Sand am Meer, daher muss man Texte bewerten und für sich kategorisieren und dann auswählen, ob man den Text für seriös hält und ob man der Meinung des Verfassers glauben schenken möchte. Dafür ist aber die Person des Verfassers und deren Motivation sehr wichtig. Es ist sehr relevant, ob die Person in einer der Organisationen bereits eine Position bekleidet hat und in welchem Verhältnis sie allgemein zu den Organisationen steht. So verpufft die Kritik leider wertlos.