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Insulinpumpe bei Typ-2-Diabetes

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In einem US-amerikanischen Diabetesfachmagazin (Diabetes Care (2005),28:1568-1573) erschien eine Studie, in der bei 107 Typ-2-Diabetiker die Insulinpumpentherapie mit der ICT unter den Gesichtspunkten HbA1c, Unterzuckerungsrisiko und Lebensqualität verglichen wurde. Als Ergebnis kam raus, dass beide Therapieformen sich bei Typ-2-Diabetiker nicht sonderlich unterscheiden. Doch diese Studie bewirkt in der Sekundärliteratur eine ganz andere Diskussion. Ist es nicht unsinnig eine Therapieform, die für Typ-1-Diabetes entwickelt wurde bei dem Typ-2 anzuwenden. Durch die körpereigene Insulinproduktion eines Typ-2-Diabetikers entfällt bei vielen die Injektion des Basalinsulins, bzw. diese hat nicht die Bedeutung wie beim Typ-1-Diabetes. Daher sieht man auch keinen Unterschied im Bezug auf den Blutzuckerlangzeitwert HbA1c. Daher liegen die möglichen Vorteile einer CSII beim Typ-2-Diabetes woanders: Durch die Anpassung des Bolusinsulin an die Mahlzeit (u.a. verzögerten Bolus) werden weniger Blutzuckerspitzen verursacht, sind diese doch ausschlaggebend für Folgeerkrankungen. Ein zweiter Vorteil ist die leichte Absenkung des Insulinbedarfs, falls eine ausgepräge Insulinresistenz vorliegt. Diese Verringerung des Insulinbedarf sieht man auch bei der Typ-1 Umstellung von ICT auf CSII. In wieweit diese (wenigen) Vorteile die enorm höheren Kosten rechtfertigen, steht uns nicht zu, zu beantworten. Alles in allen wird wohl doch der Typ-1-Diabetes die Domäne der Insulinpumpentherapie bleiben.

Quelle: 

Idee: Diabetologie und Stoffwechsel 3/2006, S.139-202