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LADA-Diabetes - Ein Typ 1 tarnt sich

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LADA heißt "late onset autoimmun diabetes in adults" und beschreibt ein seltenes aber wichtiges Phänomen.

Es gibt Diabetesverläufe, bei denen die Zuordnung zu einem bestimmten Diabetestyp nicht auf Anhieb klappt. Der LADA - wo sich ein Typ 1 Diabetes phänotypisch als Typ 2 Form tarnt - gehört dazu.

Ein Diabetes, häufig festgestellt bei Menschen über 40, wird als Typ 2 diagnostiziert. Aber in echt handelt es sich um eine milde Verlaufsform des Typ-1-Diabetes mit langer Latenzzeit bis zur Insulinpflicht. Die Unterschiede sind markierend : Im Gegensatz zu den zu körperlichen Fülle neigenden Typ-2-ler sind die LADA-Patienten eher schlank mit einen durchschnittlichen Bodyindex von 26. "Milder" ist der Diabetes daher, da die Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen deutlich langsamer erfolgt.

Maßgeblich für die Diagnose ist der Nachweiß von Antikörpern: Glutamatdecarboxylase-Antikörpern - GAD ist ein Regelenzym in den Langerhans'schen Zellen - und Inselzellenantikörpern (ICA). Beide sind gute Hinweise auf spätere Insulinpflicht. Diese tritt bei LADA-Patienten im Durchschnitt nach 2 bis 3 Jahren ein. Bis dahin kommen sie mit oralen Antidiabetika, Diät und Bewegung gut klar. Im Vergleich dazu Typ-2-Diabetiker/innen jedoch etwa 6 Jahre. Untersuchungen in Karlsburg ergaben: Je mehr die Patienten wiegen, desto länger dauert die insulinfreihe Zeit. Eine Beziehung zwischen der Dauer dieser Zeit und der Anzahl der Antikörper gibt es aber offenbar nicht. Im Praxisalltag ist es somit wichtig überhaupt an die Möglichkeit des LADA zu denken. Man darf den Typ-1-Diabetes bei Erwachsenen nicht verkennen. Immerhin haben 10 bis 15% aller Diabetiker, diesen LADA.

Quelle: 

Karlsburg, Diabetiker Ratgeber, 5/2004.
Ärztezeitung Nr. 118/2001, Diabetiker Ratgeber, 5/2004.