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Impfen gegen Diabetes?

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ImageEine wirklich neue Idee zur Vorbeugung des Typ-1-Diabetes wurde uns durch eine Pressemitteilung aus München bekannt gemacht. In einer internationalen "Pre-POINT"-Studie (POINT steht für "Primary oral/intranasal insulin trial")soll in Österreich, Italien, Großbritannien, Kanada, den USA und Deutschland geklärt werden, inwiefern die Einnahme von Insulin das Immunsystem daran hindern kann, die zerstörerische Anti-Immunreaktion auszubilden, die jedem Typ-1-Diabetes zu Grunde liegt. Ziel ist zunächst, die am besten geeignete Dosis und Einnahmeart für das Insulin zu bestimmen.

Die Studie ist präventiv gedacht und soll Kinder behandeln, die durch häufige Typ-1-Erkrankung in ihren Familien vorbelastet sind. Das Insulin wird nicht gespritzt, sondern in Pulverform "zusammen mit der Nahrung" oder als Nasenspray eingenommen. Bei der Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt wird das Insulin in kleinere Bruchstücke zerlegt und diese den Immunzellen präsentiert. Somit wird keine Senkung des Blutzuckerspiegels ausgelöst. Auf diese Weise soll vielmehr eine regulative Immunantwort erreicht werden. Die Immunzellen sind im Magen-Darm-Trakt im Normalfall auf Akzeptanz und Toleranz gerichtet.

Gesucht werden 40 Kinder im Alter zwischen 18 Monaten und sieben Jahren, deren Verwandte ersten Grades schon an Typ-1-Diabetes erkrankt sind und bei denen man somit von einem höheren Typ-1-Risiko ausgehen kann. Die Untersuchungen zur Bestimmung des Diabetes-Risikos und die Behandlung sind im Rahmen der Studie unentgeldlich. Deutschland nimmt bei der Pre-POINT Studie eine besondere Rolle ein, da das Team von Prof. Ezio Bonifacio vom DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien der TU Dresden die Koordination übernimmt, während für Deutschland selber die bekannte Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München unter Leitung von Prof. Anette-Gabriele Ziegler diese verwirklicht.

In einer anschließenden längeren Studie (Diabetes-POINT-Studie) soll untersucht werden, ob der Diabetes durch die Behandlung längerfristig verhindert werden kann. Für weitere Fragen und/oder bei Interesse an der Teilnahme melden Sie sich bei:

Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München,
Prof. Anette-Gabriele Ziegler, Dr. Peter Achenbach,
Kölner Platz 1, 80804 München,
Tel. 089/ 3068 2679 oder 089 3068 5578
E-Mail: prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de

oder beim

DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden
der Technischen Universität Dresden
Prof. Dr. Ezio Bonifacio
Tatzberg 47/49, 01307 Dresden,
Tel. 0351 463 40172,
E-Mail: prevent.diabetes@crt-dresden.de

oder unter:

www.diabetes-point.org

Quelle: 

Die Informationen dieses Artikel stammen von der PM Impfen gegen Zuckerkrankheit vom 15.09.2009