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Post-Transplantationsdiabetes

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Transplantationen sind in den letzten Jahren zu Routineeingriffen geworden. Jährlich werden in der BRD mehrere tausend Organe transplantiert. Hierbei ist aufgefallen, dass eine der Langzeitkomplikationen ein Diabetes ist, der postoperativ auftritt. Dieser Post-Transplantationsdiabetes, folgend PTDM genannt, ist symptomatisch mit dem Typ-2-Diabetes verwandt. D.h. es kommt zu einer Insulinresistenz und einer verringerten Freisetzung von Insulin. Dies ist eine maßgebliche Folge der Immunsuppressiva: Glukokortikoide erhöhen die Insulinresistenz und die Calcineurininhibitoren Ciclosporin und Tacrolimus vermindern die Insulinfreisetzung. Leider kommt dies nicht selten vor: 5 Jahre nach der Operation leiden 40% am PTDM. Die Risikofaktoren hierfür ist ein Alter über 40 Jahre, eine genetische Vorbelastung, was Typ-2-Diabetes angeht, Adipositas, das Vorliegen eines metabolischen Syndroms und eine Hepatitis-C-Infektion. Wie wird dem Risiko begegnet? Zum einen kann vor der Transplantation die Risikofaktoren durch ein persönliches Gespräch erfragt werden und zum anderen sollen mehrere Möglichkeiten entwickelt werden, eine "individuelle" Immunsupressiva zu verabreichen. Weiterhin sollte der Blutzucker postoperativ im ersten Monat wöchentlich und dann vierteljährlich überprüft werden. Die Therapie sollte genauso wie bei einem Typ-2-Diabetes erfolgen: Zu Beginn verhaltenstechnische Änderungen, dann orale Antidiabetika, und wenn dies nicht genügt, den HbA1c unter 6,5% zu halten, Fremdinsulin.

Quelle: 

Prof. Dr. Christof Schöfl, Diabetes nach Organtransplantationen, in: MedReport Nr.16 (2005).