Skip to main content

Tipps zum Umgang mit Alkohol bei Diabetes

Erstellt in

Da bekanntlich zu jedem größeren Essen ein guter Wein, oder - in der billigeren Version - zu jedem geselligen Beisammensein eine Flasche Bier gehört, gibt es hier ein paar Tipps zum richtigen Umgang mit dem Nervengift Alkohol.

Tipps zum Umgang mit Alkohol bei Diabetes

  • Alkohol ist das Kondom für die Leber. So kommt weniger Zucker raus: Unterzuckerungsgefahr (weitere siehe weiter unten)
  • Bedenken Sie den hohen Energiegehalt von Alkohol. Wenn Sie abnehmen wollen, verzichten Sie so weit wie möglich.
  • Alkohol sollte bei Behandlung mit Sulfonylharnstoffe beziehungsweise mit Insulin nie auf "leeren Magen", sondern immer zusammen mit einer kohlenhydratreichen Mahlzeit oder Zwischenmahlzeit getrunken werden. Der Hintergrund dieses Tipps ist der leere Glykogenspeicher nach langem Fasten.
  • Nach Sport oder sonstiger zusätzlicher körperlicher Aktivität ist Alkohol tabu, da eine stark erhöhte Unterzuckerungsgefahr droht.
  • Verzichten Sie auf Cocktails. Diesen leckeren Mixgetränke ist zwar schwer zu widerstehen, doch Alkohol vermindert die Zuckerausschüttung der Leber - immerhin spritzen Sie für diese Ihr Basalinsulin - und "senkt" so den Blutzuckerwert und Zucker lässt ihn steigen. Cocktails sind somit unberechenbar.
  • Alkohol verlangsamt Ihr Reaktionsvermögen, weshalb - und wegen der Unterzuckergefahr - Sie nicht am Straßenverkehr - in welcher Form auch immer - teilnehmen sollten. Auch die Wahrnehmung eigener Hypoglykämien ist eingeschränkt. In einer Ministudie von Kerr et. al haben nur 2 von 15 Patienten die Unterzuckerung gespürt, wobei es bei Placebogabe 11 von 15 waren. (Medizinische Welt, 5/2007, S.197)
  • Kontrollieren Sie Ihren Blutzucker nach dem Alkoholgenuss, um möglichen Schwankungen entgegenzuwirken. Auch noch nach 10 bis 14 Stunden später kann es zu schweren Unterzuckerungen kommen.
  • Vor dem Einschlafen nach Alkoholgenuss sollte der Blutzucker höher liegen als sonst. (Bsp. 10 statt 6,7 mmol/l), da der Körper nicht mehr gegenregulieren kann.(Alkohol verhindert die Ausschüttung von Glukose in der Leber)
  • Alkoholfreies Bier enthält statt des Alkohols größere Mengen Malzzucker. Somit ist es für Diabetiker eher ungeeignet
  • Vorsicht ist auch bei sogenannten "Diabetikerbier" geboten. Es enthält zwar weniger Malzzucker als "normales" Bier, dafür jedoch mehr Prozent Alkohol.
  • "Light-Bier" enthält von allem die Hälfte: Alkohol, Malz und Kalorien. Beachten Sie dies!
  • Bei Typ-2-Diabetes ist zu beachten, dass zuckerhaltige alkoholische Drinks, wie zum Beispiel Cocktails die Insulinausschüttung verstärken könnten und somit die BZ-senkende Wirkung des Alkohols durch das eigene Insulin verstärkt wird.