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Kombinationstherapie bei Typ-2-Diabetes

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Unter Kombinationstherapie versteht man in der Diabetologie allgemein eine Therapie, wo blutzuckersenkende Tabletten mit Insulin kombiniert werden. In der Feinbetrachtung unterscheidet man 2 Therapien:

Basalunterstützte Orale Therapie, kurz BOT:

Bei dieser Therapie übernimmt die einmal tägliche Insulintherapie die Basalabdeckung. Sie ist somit für Diabetiker geeignet die, trotz maximaler Nutzung der oralen Antidiabetika (vor allem Metformin) und entsprechender Ernährung (Kein Fett und Eiweiß zur Nacht), einen hohen Nüchternblutzuckerwert (über 6,1 mmol/l oder 110 mg/dl) haben.

Als Insulin ist sowohl das NPH (neutrales Protamin Hagedorn)- als auch eins der beiden analogen Verzögerungsinsulin glargin und detemir möglich. Zu beachten ist der täglich identische Zeitpunkt der Insulingabe. In der Anpassungsphase wird die abendliche Insulingabe nach den morgendlichen Nüchternblutzuckerwerten (NBZ) verändert: Bspw. 3x in Folge NBZ >180 mg/dl / >10 mmol/l Dosisanpassung: +6IE; 3x in Folge NBZ <70-80 mg/dl / 3,9-4,5 mmol/l Dosisanpassung: -2IE. So soll versucht werden ohne erhöhtes Hyporisiko die ideale Therapie zu finden.
Die Kombinationen mit verschiedenen oralen Antidiabetika zur Abdeckung der Mahlzeiten, wie zum Beispiel Glimepirid oder Metformin unterliegen komplexen Wechelwirkungen und sollten daher von Ihrem Diabetologen gut durchdacht sein.

Supplementäre Insulintherapie, kurz SIT:

Im Gegensatz zur BOT übernimmt hier das Insulin die Bolusabdeckung. Die postprandialen Hyperglykämien wirken sich bei Typ-2-Diabetes negativ auf die Insulinsekretion und die Aufnahme der Glukose in bspw. Muskelzellen aus.
Folglich erholt sich durch das kurzwirkende Insulin die Betazellenfunktion und die hohen Blutzuckerwerte werden nach dem Essen abgeschwächt, während die Tabletten hauptsächlich Nachts zum Einsatz kommen. Bei der Entscheidung welches kurzwirkende Insulin eingesetzt wird, haben sich die Insulinananloga als die bessere Wahl herausgestellt. Durch die verkürzte Wirkung kommt es nicht zu einer Überschneidung mit den oralen Antidiabetika. Ein weiterer Vorteil ist das optionale Weglassen von Zwischenmahlzeiten: Durch die somit geringere Körperinsulinsekretion und Kalorienaufnahme wird eine Gewichtsabnahme erleichtert. Die Therapie geht davon aus, dass sich der Tagesrhytmus, was BE Mengen und Essenszeiten angeht, nicht stark verändert.

Falls einer der beiden Kombinationstherapien nicht ausreichend wirkt, muss man auf reine Insulintherapien, wie der ICT oder CT zurückgreifen.

Quelle: 

Diabetiker Ratgeber 8/2004 und Gespräche mit Diabetologen auf dem DDG 2005 (Berlin).