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Wirkungsweisen von verschiedenen Insulinarten am Beispiel von Novo Nordisk

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InsulinAnalogaAls schnellstes und wirksamstes Insulin ist das NovoRapid (erstes Bild) am bekanntesten. Der Wirkungsbeginn liegt bei 10 bis 20 Minuten, das Maximum bei 1 bis 3 Stunden und das Ende bei 5 Stunden, je nachdem wie hoch die Dosis war.
Das heißt, Sie können nach 2 1/2 bis 3 Stunden messen und wissen (fast) genau wie gut Sie das Insulinanaloga angewandt haben.


InsulinMix
Ein weiteres Insulinanalogapräparat ist das NovoMix 30 (2. Bild) Auf dem Bild sieht man deutlich welche Wirkung eine Mischung zwischen Langzeitinsulin und kurzem Analoga haben kann. Der Beginn liegt ebenfalls bei 10 bis 20 Minuten, aber schon der Maximalpunkt ist nach hintenverschoben auf 1 bis 4 Stunden. Durch die Langzeitwirkung wird das Ende auf bis zu 24 h hinausgeschoben. Dieses Insulin ist meiner Meinung von Vorteil, wenn eine Nadelallergie oder ein psychisches Problem bez. des Spitzens vorliegt. Durch die Gabe von dem Mixinsulin kann der Patient gleich eine Mahlzeitsinjektion überspringen. Nachteil: Um die Langzeitwirkung zu nutzen, muss er Nahrung zu sich nehmen.


InsulinNormal Kommen wir nun zu den Humaninsulinen (Bilder 3 bis 7). Das Actrapid gilt als kurzwirksames Insulin. Der Beginn liegt bei einer halben Stunde, d.h. Spritz-Eß-Abstand, die Maximalwirkung bei 1 bis 3 Stunden und der Endpunkt bei max. 8 Stunden nach der Injektion.


Actraphane Das 4. Bild zeigt "Actraphane", ein Mischinsulin zwischen Actrapid und Protaphane. Genauso wie NovoMix liegt der Endwert durch die Langzeitwirkung bei 24 h, der Maximalwert jedoch bei 2 bis 8 Stunden (je nach Mischung) und der Beginn wie bei Actrapid bei 30 Minuten


InsulinBasal Das Wirkungsprofil des schon angesprochenen Protaphane ist auf dem 5. Bild zu sehen. Dieses Insulin mit einem Wirkungsbeginn von 90 Minuten, einer Höchstwirkung im Bereich von 4 bis 12 h und einem Endpunkt, bestenfalls bei 24 Stunden, war sehr lange Zeit das führende Langszeitinsulin. Heutzutage kann es bei wenig Insulin verbrauchenden Diabetiker/innen zu Unterzuckerungen führen, da die Maximalwirkung häufig den BZ Spiegel schon stark absinken läßt (Meine Erfahrung).


Monotard
Das vorletzte Humaninsulin von Novo Nordisk, das "Monotard" ist im Unterschied zu dem NPH Verögerungsinsulin Protaphane ein mit Zink arbeitendes Verzögerungsinsulin. Der Wirkungsanstieg ist nicht so ausschlaggebend wie bei Protaphane, fängt jedoch erst nach 150 Minuten an, hat die maximale Wirkung erst nach 7 bis 15 h erreicht und kann bis zu 24 h wirken.


Ultratard Das Ultratard, ebenfalls mit Zink arbeitend, beginnt erst nach 4h seine Wirkung zu entfalten. Nach 8 bis 24h entwickelt dieses Langzeitinsulin seine größte Wirkung und nach bis zu 28h sollte man eine neue Injektion vorgenommen haben. Meiner Erfahrung nach, sollten nur solche Patienten dieses Insulin nehmen, welche diese 4h Verschiebung durch den Tagesrhytmus besser nutzen können.


Semilente Das letzte Bild zeigt das Wirkungsprofil eines Schweineinsulins: "Novo Semilente MC". Diese, man kann schon sagen "aussterbende" Insulinart hat ihren Beginn nach 90 Minuten, die Höchstzeit nach 5 bis 10 h und hört nach max. 16h auf zu wirken.Generell kann man davon ausgehen, dass aufgrund der geringeren Insulinresistenz bei Typ-1-Diabetes der Wirkungsgrad schneller steigt als bei Typ-2-Diabetes. So ist auch Adipositas (Übergewicht) eine Hauptursache für eine Insulinresistenz, die sich gravierend auf die Wirkungskurve auswirken kann. Weitere Ursachen sind Insulinmangel (Ketoazidose), einige Anabolika, Schwangerschaft u.a.m. Vor allem bei einer Ketoazidose müssen hohe Dosen eingesetzt werden, damit die Resistenz überwunden werden kann. Somit haben die hier gezeigten Wirkungskurven "nur" Idealcharakter.