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U40 Insulin jetzt auch weg?

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Nach Lilly im Jahr 2005, hat nun auch die Firma NovoNordisk Anfang Mai die Abkündigung von Insulins in der Verdünnung U40 (40E/ml) zum Oktober 2007 bekannt gegeben und dies ist gerade für die kleinsten Diabetes-Kids ein großes Problem. Diabetes-Kids haben folgende Gründe zur Beibehaltung des U40-Insulins aufgeführt:

  • U40 Insulin kann gerade bei niedrigem Bedarf (speziell bei Kindern und auch Erwachsenen in der Erstmanifestationsphase) wesentlich leichter dosiert werden als U100 Insulin. Teilweise werden kleine Kinder mit 0,25 Einheiten oder sogar noch weniger eingestellt, was mit U100 nicht in dieser Präzision möglich ist. Es gibt ja schon kaum Pens, die U100 mit der Präzision von einer halben Einheit dosieren können.
  • Die Insulinpumpe ist in der Lage Insulin besonders fein zu dosieren (0,1 Einheiten), wodurch also eine Dosierung von U100 kein Problem wäre. Jedoch kommt es bei niedrigen Durchfluss-Raten (bei U100 fließt bei gleicher Anzahl von Einheiten weniger als die Hälfte an Insulin als bei U40) häufiger zu Katheterverstopfungen.
  • Insulin ist nur begrenzt haltbar. Die meisten Hersteller empfehlen nach Anbruch 6 Wochen. Nun stelle man folgende Rechnung auf:
    - Ein Kind braucht 10 Einheiten Insulin pro Tag (teilweise sogar weniger).
    - Eine 10ml Ampulle von U40 Insulin ergibt 400 Einheiten und reicht somit 40 Tage = ca. 6 Wochen.
    - Eine 10ml Ampulle von U100 Insulin ergibt 1000 Einheiten, was bedeutet, daß man mehr als die Hälfte wegwerfen muss.
    - Zusätzlich ist U100 Insulin bei den meisten Herstellern auch noch wesentlich teurer als U40.
  • Wenn man jetzt noch hergeht und das U100 Insulin in der Apotheke verdünnen lässt (dies ist nach wie vor möglich), dann reduziert sich die Haltbarkeit auf ca. 3-4 Wochen, also noch mehr Insulin in die Tonne (Kleinere Verpackungsgrößen könnten einen Teil dieses Problems lösen). Bei diese Methode ist die Homogenität des Gemischs nicht immer gewährleistet und sie birgt auch ein höheres Infektionsrisiko.

Demgegenüber stehen die Argumente der Hersteller:

  • Mangelnder Bedarf (es sind ja auch NUR 20.000 Kids von insgesamt 4 Millionen Diabetikern in Deutschland)
  • Risiko von Verwechslung zwischen U100 und U40 Insulin
  • Mehr haben wir bisher nicht herausbekommen, sind aber allen Argumenten gegenüber aufgeschlossen.

Interessant ist der Hintergrund der Verwendung von U40 Insulin: Bereits 1989 berieten Vertreter von Gesundheitsministerien und Patientenorganisationen aus allen europäischen Ländern mit Diabetes-Experten unter der Schirmherrschaft der Regionalbüros der Weltgesundheitsorganisation (WHO – EURO) und der Internationalen Diabetesföderation (IDF – EURO) in St. Vincent (Italien), um einheitliche Richtlinien zur verbesserten Betreuung von Diabetespatienten festzulegen. Dabei wurde auch die Einführung einer einheitlichen Konzentration von 100 E Insulin (U100) pro ml Lösung für alle europäischen Länder empfohlen. Im letzten Jahrzehnt hat nun U100 Insulin in den Ländern der westlichen Welt U40 Insulin abgelöst, wobei U40 Insulin im EU-Raum nur noch in Deutschland und in Österreich verwendet wurde. Seit 1.1.2002 ist U40 in Österreich nicht mehr erhältlich und somit weltweit nur noch in Deutschland.

Weitere Informationen findet Ihr unter: http://www.diabetes-kids.de/prou40.html

Quelle: 

Diabetes-Kids.de