?> Ein paar Daten über Insulin im Allgemeinen | Diabetes-Index.de
Skip to main content

Ein paar Daten über Insulin im Allgemeinen

Erstellt in

Insulin besteht chemisch aus 2 miteinander verbundenen Peptidketten, der A-Kette mit 21 und der B-Kette mit 30 aneinander verknüpfte Aminosäuren. Die Insuline vom Menschen, vom Rind und vom Schwein unterscheiden sich nur geringfügig in ihrer Aminosäuresequenz, deshalb ist auch ihre biologische Wirksamkeit weitgehend identisch. Die Einstellung der Insulinpräparate steht unter staatlicher Kontrolle. So auch bei Mischinsulinen zwischen Basal- und schnell wirksamen Bolusinsulinen. Die Prozentzahl des schnell wirksamen Insulins wird immer vorangestellt (Bsp. 20/80, 30/70, 50/50).

Nach der Injektion von Normalinsulin ins Unterhautfettgewebe lagern sich jeweils 6 Insulinbausteine, auch Hexameter genannt, zusammen. Diese "Hexamerisierung" und der folgende Zerfall der 6er Bausteine begründen durch ihre Verlaufszeit den Spritz-Essabstand der Humaninsuline. Die schnellwirkenden Insulin Analoga hingegen (siehe Fünf Fragen an die fünf Insulinanaloga auf dem Markt) wurde der Aufbau der Aminosäureketten insofern verändert, dass es zu keiner Zusammenlagerung bzw. Hexamerisierung mehr kommen kann.

Beim Humalog© wurde Prolin und Lysin in der B-Kette der Aminosäuren vertauscht und bei Novo Rapid© die Aminosäure Prolin mit Asparaginsäure ausgewechselt. Daher auch die medizinische Name Namen: Aspart.

Bei dem Insulin Glulisin (Apidra ©)resultiert der rasche Wirkungseintritt und kürzere -dauer aus einem Ersatz der Aminosäure Asparagin in Position B3 durch Lysin und einem weiteren Austausch von Lysin an Position B29 durch Glutaminsäure. Durch das vermehrte Auftreten von Insulinmonomeren, anstatt von -dimeren, wird die Absorption aus dem subkutanen Gewebe begünstigt. Durch diese chemischen Veränderungen kommt es bei verschiedenen Insulin Analoga gleichfalls zu verschiedenen Studienergebnisse, was Wirksamkeit oder Verträglichkeit bspw. angeht. Das Insulin Glulisin lag z.B. in der Verträglichkeit (Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen) 5,5% schlechter als das Insulin Lispro.

Insulin wird im Blut sehr schnell in der Leber und in den Nieren abgebaut, seine Halbwertszeit beträgt weniger als 10 Minuten. Es muss ständig ergänzt werden, um die Blutzuckerregulierung zu gewährleisten.
Da Insulin aufgrund seiner eiweissähnlichen Struktur (es ist immerhin auch ein Protein) im Verdauungstrakt abgebaut werden würde, muß es gespritzt werden. Ein normalgewichtiger Erwachsener kann einen täglichen Bedarf von ca. 40 I.E. (Internationale Einheiten) Insulin haben. Die Wirkungen sind vielfältig : Es verbessert die Aufnahme der Glukose in den Zellen der meisten Gewebearten. Es steigert aber auch den oxidativen Abbau der Glukose. Insulin erhöht die Glykogenbildung (Speicherzucker) in der Leber und in den Muskeln und fördert die Bildung von Eiweiß und Fett aus Glucose. Es fördert auch die Umwandlung freier Fettsäuren in Depotfett (Triglyceride) und wirkt dem Fettabbau (Lipolyse) entgegen.

Quelle: 

Zucker 3/2001/DJ 7/2001/Wirkstoffbibliothek:2/2004.