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Essen, Hypos und Hyperglykämien (Unter- bzw. Überzuckerung)

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Es müssen nicht zwingend solche Getränke wie Cola oder Brause (außer Colalight, aber dazu später mehr) von der Speisekarte verschwinden. Theoretisch können sie, soweit es mit Ihrer Vorstellung von gesunder Ernährung vereinbar ist, getrunken werden. Der Haken an der ganzen Sache ist allerdings, dass man sich
für die enorme Zuckermenge einer Cola, sehr viel Insulin spritzen muss.

Doch: Je größer die Zuckermenge ist, je höher ist bei einer nicht erkannten Veränderung des eigenen Stoffwechsels die Gefahr einer Hyper-/Hypoglykämie.
Dazu kommt noch, dass viel Insulin auch stärker und vor allem mit einem zeit verzögerten Höhepunkt wirkt. Bei einer Pizza zum Beispiel wirkt das komplette Insulin meist schneller als die Pizza. Resultat: eine Unterzuckerung: Die wichtigsten Anzeichen einer Unterzuckerung:

  • kalter Schweißausbruch
  • Kopfschmerzen
  • Heißhunger
  • weiche Knie
  • Unruhe, Nervosität
  • Zittrigkeit, Herzklopfen
  • Verwirrtheit, Konzentrations- und Sprachstörungen
  • Aggressivität
  • Blasse Haut um die Nase herum

Als Info: Bei Nichtdiabetikern fallen die Symptome kalter Schweißausbruch, Zittrigkeit und Herzklopfen bei 3,9 mmol/l (70 mg/dl) auf: Die Hormone Adrenalin und Glukagon entleeren den Leberzuckerspeicher. Die Verwirrtheit kommt bei ungefähr einem Wert zwischen 3,0 und 2,8 mmol/l: Die Gehirnzellen werden dann nicht mehr vollständig mit Zucker versorgt.

Unterzuckerungen

Hab ich die Erfahrung gemacht, daß nicht nur Traubenzucker und Getränk (Saft) dazu reichen, einer Unterzuckerung gegenzusteuern.
Man sollte auch etwas Stärke (langanhaltende Kohlenhydrate) zu sich nehmen. Auch flüssige Zuckerlösungen wie Jubin wirken - vor allem bei sportlicher Betätigung - nicht schlecht. Sie enthalten meist Glucosesirup, Saccharose und Wasser.
Falls Sie eine Pumpe tragen ist eine weitere Maßnahme ebenfalls wichtig: Die Insulinzufuhr muss gestoppt werden: Wie Sie das schaffen ist Ihre Sache! Angefangen von der Veränderung der temporalen Basalrate auf 0% bis hin zum physikalischen Entfernen des Katheters - falls der/die Diabetiker/in verletzt und/oder bewusstlos ist - ist alles drin.

Essen
Wie man auf der Grafik erkennt, sinkt schnellwirkender Zucker (u.a. Glukose) sehr schnell wieder ab. Insulin aber wirkt ein wenig länger wenn es gerade
gespritzt wurde. So kann es kommen, dass man bei einer Unterzuckerung
was trinkt und der Zucker nur eine halbe Stunde gegenwirkt, der Wert sich
leicht erholt und wenig später aber weiter sinkt. Daher soll
man noch ein wenig Stärke zu sich nehmen damit der Zucker stabiler sein kann. Die zusätzliche Gegenregulation des Körpers bei Unterzuckerungen ist ein Ausschütten von Stresshormonen, wie zum Beispiel Adrenalin oder Kortisol<

Überzuckerung

Kommen wir nun zum Gegenteil, einer Überzuckerung. Deutlich erhöhte Blutzuckerwerte können - bei akuten Insulinmangel - ein "diabetisches Koma", eine lebensbedrohlichen Stoffwechselentgleisung auslösen. Die Anzeichen sind:

  • Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
  • Azetongeruch in der ausgeatmeten Luft
  • Angestrengte, vertiefte Atmung
  • Müdigkeit, Schläfrigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit

Geeignete Maßnahmen sind:

  • Blutzucker messen - evt. nach Ihrer Korrekturregel gegenspritzen (Bei Insulinpumpenträger: Bitte nutzen Sie hierfür den Ersatz-/Notfallpen, da ein Insulinmangel ebenfalls durch eine fehlerhafte Pumpe verursacht werden kann)
  • Azeton im Urin messen
  • Viel Wasser oder andere kohlenhydratfreie Getränke trinken
  • Wenden Sie sich sofort an einen Arzt

Selbst bei einer offensichtlich ordentlichen Therapieführung kann es zu Hyperglykämien kommen. Es gibt daher mögliche Ursachen, die im Falle eines Falles zu beachten sind:

  • Infekte, fieberhafte Erkrankungen, Entzündungen
  • Insulin, bzw. Tabletten vergessen/weggelassen (Anm: Vergessen ist menschlich => ist mir aber auch schon passiert.)
  • Insulin in verhärtete Hautstelle gespritzt
  • Bei Insulinpumpenträger kann der Katheter oder der Adapter der Pumpe verstopft sein.
  • Stress kann bsp. Liebeskummer, Angst, Aufregung oder Wut ebenfalls hohe BZ verursachen. Allerdings kein Insulinmangel