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Diabetes und die Urinkontrolle

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Die Urinkontrolle stand in der Diabetestherapie vorne, bevor - bedingt durch die Microelektronic und durch bessere wissenschaftliche Erkenntnisse - die Blutzuckerselbstkontrolle für jedermann möglich wurde. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Urinkontrolle ad acte gelegt wurde. Sie birgt immer noch einige

Vorteile:

  • Sie sind einfacher zu bedienen. Besonders für Menschen mit Kontaktschwierigkeiten zu Technik
  • Ein Test ist ohne Selbstverletzung möglich. (Siehe Stechhilfe bei Messgeräten)
  • Einige Substanzen, wie die Ketonkörper lassen sich zu Hause nur im Urin nachweisen

Wie schon eben angedeutet gibt es Messstreifen für Glucose-, Ketonkörper- und Albuminnachweis.

Zucker

Die Messung des Zuckers mit Hilfe von Urin ist nur bedingt möglich : Im Gegensatz zu Messgeräten, die mit Blut arbeiten, erfahren Sie bei dem Urintest nur, ob Zucker im Urin ist. Dies ist nur möglich, wenn die Nierenschwelle übertreten - normalerweise liegt diese bei 9-10 mmol/l - und der Zucker somit nicht mehr gefiltert werden kann und in den Harn übertritt. Aufgrund der Bedeutung von niedrigeren Blutzuckerwerten und der rechtzeitigen Erkennung und Behandlung von Unterzuckerungen, setzt man den Urinzuckertest heutzutage nur noch bei Diät-Typ-2-Diabetes-Patienten (im Geg. zu Tabletten bzw. Insulintherapie) und bei Massenuntersuchungen, wie der Musterung bei der Bundeswehr, erfolgreich ein.

Ketonkörper

Keto TestIm Gegensatz zu der Urinzuckeranalyse ist der Ketonkörpernachweis (Azeton) von enormer Bedeutung. Da die Basalrate bei der Insulinpumpentherapie nicht von einem Langzeitinsulin, wie bei der ICT (bzw. FIT), sondern von minimalen Kurzzeitinsulindosen gedeckt wird, hat ein Ausfall des Insulinflusses - aus welchen Gründen auch immer - katastrophale Auswirkungen. Durch den Mangel an Zucker in den Zellen, schaltet der Körper auf Fettabbau um, wodurch Ketonkörper entstehen. Die Folge ist im schlimmsten Fall eine Ketoazidose bei sehr hohen Blutzuckerwerten. Mit Hilfe der Azetonteststreifen läßt sie sich früh genug erkennen, und behandeln. Zur Sicherheit sollte jeder CSII Patient bei einem Blutzuckerwert höher als 13 mmol/l ( = 234 mg/dl) einen Azetontest durchführen. Falls Sie keine Urin-Messstreifen dabei haben, würde ich Ihnen, aus persönlicher Erfahrung, empfehlen einen merklichen Korrekturbolus zu spritzen (min. 2IE). Wenn Sie nach 20 Minuten immer noch keinen sinkenden Blutzuckerwert haben, sondern einen weiterhin Steigenden, wechseln Sie sofort den Katheter. Dieser Tipp schließt natürlich eine andere blutzuckerhebende Quelle, wie zum Beispiel sehr zuckerreiche Nahrung aus.

Albumin (Eiweiß)

Die frühe Erkennung von Funktionsstörungen an der Niere wird in einem nicht unerheblichen Maße von dem Nachweis von Eiweis (Albumin) im Urin getragen. Wenn die Niere geschädigt ist, wird sie für kleine Eiweissteilchen durchlässig, die dadurch in den Urin gelangen. Aus diesem Grund ist es anzuraten alle 3-6 Monate einen Eiweistest entweder selber oder durch einen Facharzt durch(zu)führen(.) zu lassen.

Quelle: 

Bild: DiaReal GmbH