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Erektile Dysfunktion

Definition der Erektilen Dysfunktion (ED):Die erektile Dysfunktion ist die Unfähigkeit eines Mannes eine ausreichende Erektion zu erlangen oder aufrecht zu erhalten, um den Geschlechtsverkehr regelrecht und befriedigend zu vollziehen.[1]

Etwa 19% aller deutschen Männer zwischen 30-80 Jahren (ca. 5.5 Millionen) sind von ED betroffen! (Gesamtprävalenz)[2]

Diese Aussage zeigt, dass ED nicht nur ein Problem von Diabetikern ist, sondern "auch" von der Normalbevölkerung. Auf das Alter aufgeschlüsselt ergibt sich folgende Gegenüberstellung:

30 - 39 2,3%
70 - 80 53,4%

Doch wo ist nun die Verknüpfung zum Diabetes?
Bei 25% ist Diabetes die Ursache (der organisch bedingten erektilen Dysfunktion). Hinzukommt, dass bei 33% eine Erkrankung der Blutgefäße, wo DM ebenfalls mitspielt, als Ursprung zu nennen sind.[3]

Doch wie häufig kommt ED nun bei Typ-1-Diabetikern vor?
Hierzu ein paar Studien [4]:

Autoren Anzahl der Probanten Alter ED (in %)
McCulloch (2000) 318 20-59 36
Fedele (2000) 1253 20-59 22
Bunner (1995) 59 18-67 49
Klein (1996) 359 21-76 20
Klein (1996) Siehe vorherige > 43 47
Fedele (2000) 585 >43 46
Fedele (2000) 1383 20-70 26

Doch was sind die Risikofaktoren der ED:

  • Schlechte BZ-Einstellung
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen
  • Hypertonie
  • Retinopathie
  • Nephropathie
  • Polyneuropathie
  • Amputationen
  • Hohes Körpergewicht
  • Nikotinkonsum
  • Fettstoffwechselstörung
  • Alkoholkonsum

Warum sind Diabetiker so häufig von Erektionsstörungen betroffen?:

  • tiologie und Pathophysiologie der ED => Diabetes (Folgeschäden, Begleiterkrankungen, Risikofaktoren und Medikation)
  • Neurogene Störungen => Diabetische Polyneuropathie u.a. mit autonomer Neuropathie
  • Arteriell vaskuläre Störungen => Diabetische Mikro- und Makroangiopathie, Hypertonie und HLP im Rahmen des Metabolischen Syndroms
  • Störungen des veno-occlusiven Mechanismus
  • Hormonelle Störungen => Hyper- und Hypothyreose im Rahmen autoimmuner Erkrankungen
  • Medikamentös-induzierte Störungen => Antihypertonika, Psychopharmaka
  • Anatomische Störungen => Schädigung der Schwellkörpermuskulatur, Schädigung des Endothels durch Hyperglykämie
  • Psychogene Störungen => Diabetes als chronische Erkrankung

Die Erektilen Dysfunktion wird totgeschwiegen:
A) vom Patienten: wegen des Erfolgszwangs im Intimleben
B) vom Arzt:mweil dieser meint, dass:

  1. die Anamneseerhebung, Diagnostik und Therapie zu zeitaufwändig sind
  2. die Kosten hierfür zu hoch sind
  3. im höheren Alter gerade bei Diabetikern eine Potenz nicht mehr erforderlich ist



Quelle: 

[1] NIH Consensus Development Panel on Impotence: Impotence, JAMA 270: 83-90, 1993
[2] Braun, M., et al., Aktuel Urol 2000; 31: 302 - 311
[3] Stief et. Al, Zeitgemäße Therapie der erektilen Dysfunktion, Springer Verlag
[4] Fedele D et al. Int J Epidemiology. 2000;29:524-531