?> Diabetes und Psyche | Diabetes-Index.de
Skip to main content

Diabetes und Psyche

Diese Seite soll es sich zur Aufgabe machen, alle wechselseitigen Wirkungen zwischen Diabetes und der Psyche des Menschen aufzuzeigen.

Der Hauptsatz des Zusammenhangs zwischen Diabetes und der Psyche heißt: "Eine bessere Stoffwechseleinstellung verbessert auch die psychische Situation des Patienten, wie auch umgekehrt, die psychische Lage verändert die Qualität seiner Diabeteseinstellung".

Psychosoziale Belastungen bestehen bei Diabetikern fast immer. Sie entstehen oft aus dem Bewusstsein, Krank oder Anders zu sein. Auch die Realisierung, dass man behandelt werden muß oder sich selbst behandelt begründet oft psychische Störungen. Hinzu kommt manchmal die Angst, bestimmte angenehme oder witzige oder wichtig erscheinende Dinge aus dem Alltag nicht mehr oder nur eingeschränkt tun zu können. All diese Faktoren können sich blockierend auf die Psyche des Diabetikers auswirken. Eine psychotherapeutische Behandlung ist notwendig.

Bei deren Ausbleiben kann es zu depressiven Verstimmungen und demonstrativem Desinteresse gegenüber der Diabetestherapie kommen. Erst recht bei jugendlichen Typ-1-Diabetiker/innen treten die Verstimmungen auf. Nach der erforderlichen tiefenpsychologischen Therapie wird die Lebenseinstellung des Patienten deutlich positiver, wodurch sich auch die Blutzuckereinstellung stabilisiert.

All diese Faktoren auf dieser Seite und den Unterseiten machen klar, was Maria L. de Alva meinte, als sie sagte, der Diabetiker brauche Trainer und andere Menschen die ihn unterstützen. Durch den Wegfall von extremen Diätregeln zugunsten einer ausgewogenen gesunden Ernährung sowie moderne, einfach und zuverlässig zu bedienende Injektionshilfen und Blutuckermessgeräte wurde die Diabetesbehandlung in den letzten Jahren wesentlich vereinfacht, doch die psychische Belastung blieb. Das entscheidende Problem ist weniger die technische Seite, sondern die Motivation. So konnten eine Vielzahl von Untersuchungen belegen, dass es dem/der Diabetiker/in besonders schwerfällt, wenn zu wenig Wissen über die Krankheit vorliegt, der Diabetes gefühlsmäßig nicht anerkannt wird, Schwierigkeiten existieren, die Lebensgewohnheiten anzuerkennen, wie schon erwähnt, Angst vor Folgeerscheinungen existiert oder Patient generell psychologische Probleme hat. Im Gegenteil in der heutigen Zeit wird das, an sich fortschrittliche Konzept des "Diabetes self-management" von einigen Ärzten missverstanden als Einladung zum Ausruhen. Es ist schon vorteilhaft wenn die moderne Diabetologie, im Gegensatz zu anderen Gebieten der Medizin das Dogma der theoretischen und praktischen Hierachie mit dem Arzt an der Spitze abzustreifen versucht. Doch die Voraussetzung sind umfassende Informationen und Schulungen für den Patienten und deren Bereitstellung von Seiten der Kliniken und Praxen. Viele Diabetiker sind der Meinung, dass es am letzten Faktor mangelt.

Aber zurück zur Psychologie : Das Ziel eines psychisch stabilen und somit auch stoffwechselstabilen Diabetiker wird besser erreicht durch die Mündigkeit des Diabetikers. Er muß selbstständig Entscheidungen treffen können, die vom Arzt beraten werden, wobei nicht selten auch ein Psychotherapeut hinzugezogen werden soll. Alle drei gleichwertigen Partner sollen die medizinisch beste Behandlung des Diabetikers ermöglichen, da häufig das medizinische Personal beim erkennen psychologischer Probleme überfordert ist. Hoffentlich wird es in der Zukunft für mehr Kliniken möglich sein, eine Zusammenarbeit zwischen Diabetologie und Psychologie auch dem Patienten zu Gute kommen zu lassen.