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Laufen in den Dünen bei Wind und Hitze...

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… stand für den Urlaub auf Fuerte auf meinem Trainingsplan. Das dies aber zu einer solchen Herausforderung werden würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Und auch nicht, dass dabei sooo vieles mehr bedacht werden muss, als bei meinen eigentlichen Läufen zu Hause, in der Eilenriede Hannover.

Es fängt schon beim "Gepäck" an. So müssen nicht nur Traubenzucker (oder Vergleichbares), Blutzuckermessgerät + Zubehör mit auf große Lauftour gehen, sondern auch Ersatzinsulin und Handy. Schließlich besteht durchaus die Gefahr, sich zu verlaufen - gerade bei meinem Orientierungssinn und der unendlichen Weite des Dünengebietes ist das Risiko dafür deutlich erhöht. Und last but not least darf viel Flüssigkeit nicht fehlen! So konnte ich immer schwer bepackt, aber immerhin ruhigen Gewissens starten.

Das Training zu Hause beginne ich nie unter einem Wert von 180 mg/dl. Die Basalrate meiner Insulinpumpe senke ich bei langen Ausdauerläufen auf 50% herab. Ähnlich bin ich das erste Training auch im Sand angegangen. Nun ja, man lernt aus seinen Fehlern, denn: Wind, Sand, Steigung, Gepäck und Hitze erschwerten das Training so heftig, dass aus geplanten lockerem aeroben Lauftraining mal eben anaerobes Ausdauer-/Krafttraining wurde. Auf jeden Fall hatte ich schon nach den ersten Kilometern extremen Durst. "Klar die Hitze", so dachte ich mir und "quälte" mich weiter durch den Sand und gegen den Wind. Irgendwann machten allerdings die Muskeln "dicht" und die Beine wurden schwach. Dies ist für mich immer ein eindeutiges Anzeichen im Sport, dass ich dringend meinen Blutzucker messen sollte. Gestoppt und gesagt getan: 400 mg/dl!!! Dann habe ich aber ganz schnell Korrektur gespritzt und das Lauftraining erst mal beendet.

Den zweite Versuch, wieder beschwert durch Sand, Dünen, Wind, Steigungen mit Gepäck ging ich etwas anders an. Und zwar so, wie ich zu Hause auch bei intensivem Kraft-/Ausdauertraining verfahre, beispielsweise bei einer Spinning-Class der Energiezone "Race Day": Nicht unter 200 mg/dl loslegen und Insulinpumpe normal weiterlaufen lassen, die temporäre Basalrate also nicht senken. Gesagt getan und gestartet. Diesmal auch ein mal häufiger gemessen, sprich alle 20 Minuten. Es verlief alles bestens. Allerdings hatte ich nach dem Lauf einen 200er-Wert. Aber schon 15 Minuten später lag dieser bei 140 mg/dl ohne Korrektur zu spritzen, versteht sich.

Manchmal wünsche ich mir ein Patentrezept für uns Diabetiker, vor allem im Training. Aber da es das nicht gibt, heißt es weiterhin messen, messen, messen und entsprechend handeln... jeder für sich. Aber wir sollten uns natürlich alle gegenseitig unterstützen und Erfahrungen austauschen, das hilft ungemein, deshalb habe ich auch gerne hier mal meine Erfahrungen geschildert. Ansonsten könnt ihr auch hier von mir lesen: www.diabetes-leben.com.

Freue mich auch weiterhin über eure Erfahrungen im Sport mit Diabetes hier lesen zu können.
Laufen auf Fuerte

Autor: 
Stefanie