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Karate und Diabetes

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Karate und Kampfsport geht das überhaupt?

Dies war eine meiner ersten Fragen kurz nach der Manifestation, da ich rund ein Jahr vorher mit Karate begonnen hatte und ich nicht mehr darauf verzichten wollte.

Aber ich kann beruhigen, Diabetes und Kampfsport vertragen sich gut, bzw. genauso gut wie jeder andere Sportart.

In meiner Pen-Zeit war alles recht simple, ein paar BE vor dem Training und los ging es. Bei einer Trainingseinheit ging das Problemlos. Wenn man mal zwei Einheiten an einem Tag hatte wurde zwischendurch gemessen und ggf. weitere extra BEs gefuttert. Der Blutzucker war damals bei mir recht einfach zu managen und so gab es kein größeren Überraschungen. Wenn der BZ mal nicht so ideal war gab es eine kleine Korrektur vorweg oder halt noch paar Schokoriegel mehr ... das normale Diabetiker leben.

Spannend wurde es dann mit der Pumpe, dort stellte ich mir dann die Frage Pumpe dran lassen oder abnehmen. Auf dem ersten Monat eine einfach zu beantwortende Frage, ganz klar abnehmen. Doch mein Blutzucker sprach damals eine andere Sprache. Ich brauchte damals weder extra BEs noch sonst was beim Training ging ich automatisch hoch oder blieb konstant, keine Schwankungen durch den Sport. Es war eher der fall das ich durch die 60-90 Minuten ohne Pumpe nach oben ging. So entschloss ich mich doch mal zu testen wie es ist wenn ich die Pumpe dran lasse. Da kommt einem die praktische Trainingskleidung zu gute, man hat immer einen Gürtel um. Also nahm ich den Pumpen-Clip und machte die Pumpe hinten am Rücken am Gürtel fest. Dort störte sie mich nicht und auch im Training war sie dort recht sicher und unauffällig.
Nur beim Kumite (Freikampf) nahm ich die Pumpe aus Sicherheitsgründe ab, da man dort schon damit rechnen muss auf den Rücken zu fallen oder zumindest das die Pumpe beim Kämpfen stört. Auch wollte ich meinen Trainingspartner das Leben nicht schwerer machen, das sie besonders Rücksicht nehmen müssen da die Pumpen hinten hängt. Ist halt schon etwas "freier" ohne Pumpe.

Dort war es natürlich von Vorteil das ich von Anfang an auf Teflon Katheter zum Abkoppeln gesetzt hatte. ich hatte auch Stahl-Katheter probiert, allerdings merkte man die recht deutlich sollte mal ein Schlag auf die Stellen getroffen haben. Die Teflon Katheter merkte ich selbst bei 100%igen Treffern nie. Somit kann ich was Kampf- und Kontaktsportarten nur raten auf Teflon's zu setzten.

Alles in allem war für mich Karate und Diabetes kein no-go ... es war eine schöne Zeit und mir viel Spaß gemacht.

Für alle Karate-Experten, ich trainierte Wadō-Ryū Karate eine Mischung aus Jiu-Jitsu und Karate. Welches sich durch kurze Stände und ausweichende Bewegungen auszeichnet aber auch direkte Konter beinhaltet. Wadō-Ryū Karate gilt als "Körper-Freundlich" da alle Bewegungen der natürlichen Bewegungsform nachempfunden sind. Teilweise ist eine gelungene Abwehr auch nur eine schnelle Hüftdrehung mit der man dann aus der Angriffsrichtung verschwunden ist und zum Konter bereit ist.

Hat jemand von euch Erfahrung mit Pumpe und Kampfsport? Ging es euch ähnlich? Welche Katheter nehmt ihr?