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Reisetipp: Frankreich

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Frankreich war mein erstes Reiseziel nach meiner Erkrankung. Ich kannte das Land schon von früheren Besuchen sehr gut, und wusste das es zum Beispiel schwer ist ein Misch- oder gar Vollkornbrot zu bekommen. In der stillen Hoffnung, doch noch ein, für Diabetiker geeignetes Essen zu finden, - ich will später nach Frankreich ziehen -, fuhr ich Ostern '99 nach Südfrankreich. Hier präsentiere ich ihnen nun kurz zusammengefasst meine Erfahrungen aus mehreren Gesprächen mit Apothekern und Ärzten.

  • Es gibt kein Diabetesverband. Dafür aber viele kleine Zentren (Centre diabète), die landesweit und rund um die Uhr erreichbar sind unter der Nummer 0800342238.
  • Ein BE- (bzw. KHE-) System ist nur in Form einer Austauschtabelle wie in Deutschland vorhanden. Es gibt keine Kennzeichnung von z.B. französischen Genussmittel mit einer BE-Menge. Die einzige ausgeschriebene Diabetikernahrung (nourriture diabètique) gibt es in einigen wenigen Geschäften (magasin diabètique) und auch nur in großen Städten (Paris, Lyon, Lille, Bordeaux...). Auf diesen Lebensmittel steht dann nur sans sucre, was soviel heißt wie ohne Zucker. Im Gegensatz dazu gibt es aber verhältnismäßig viele Reformhäuser (magasin diatitique), in denen auf ihre Gesundheit bedachte Leute einkaufen, und in dem man eigentlich auch als Diabetiker nicht viel falsch kaufen kann. Eine Liste von allen diesen "Reformhäusern" finden sie im Buch Annuaire Vert im Echviller-Verlag.
  • Wenn Ihnen in Frankreich das Insulin ausgeht und sie neues aus der Pharmacie benötigen, so fragen sie für Humaninsulin (nicht zu verwechseln
    mit den Insulin Analoga (u.a. lispro (Liprolog, Humalog), glargin (Lantus)...) nach "insulin humaine biogénétique".
    Zumindest in den größeren Zentren wäre es ratsam die von Ihnen benutzte Marke des Insulins (Hersteller, Produktname) anzugeben. Pens heißen auf französisch meistens "penfill". Die meisten in Deutschland vorkommenden Diabetesfirmen sind auch in französischen Apotheken vertreten.
  • Gemessen wird in den beiden, auch in Deutschland auftretenden Einheiten mmol/l und mg/dl. Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass ich trotzt dieser eher negativen Fakten keine Probleme mit mein Diabetes während meines Aufenthaltes in Frankreich hatte.


Autor: 
Matthias Widner