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Diabetes im Ausland: Polen (Teil 2)

Aus einem Interview mit Dr. Marek Kruk, Vertrauensarzt der Deutschen Botschaft in Warschau, und meinen eigenen Erfahrungen ergeben sich einige Sichtweisen auf das polnische Gesundheitssystem, die längst nicht
vollständig sind und der Subjektivität unterliegen. Trotzdem bieten Sie einen kleinen Einblick in die Gesundheitsstruktur östlich von uns.

PLDas von ihm geschilderte Hauptproblem findet sich in jedem ehemaligen Ostblockstaat. Die fähigen Ärzte und Pflegepersonal wandern aufgrund der geringeren Verdienstmöglichkeiten Richtung Westen.
Vor allem Fremdsprachenkenntnisse verleiten sehr schnell zur Ausreise. Dieser Trend ist jedoch im Abnehmen, da in den Großstädten die Gehälter stark steigen. Nachteil an dieser veränderten Entwicklung,
ist die mangelnde medizinische Versorgung auf dem Land. Ganze Landesteile werden nur durch eine spärlich besetzte Polykliniken vertreten. Auch die Ausstattung ist dort teilweise stark veraltet.

So wie ich das selber in Polen mitbekommen habe, müssen die Patienten den Arztbesuch selber vorfinanzieren. Die rezeptpflichtigen Medikamente, wie Insulin und als Hilfsmittel Messstreifen werden
zum sehr großen Teil von der Krankenkasse gleich bezahlt. Ein polnischer Diabetiker erklärte mir, dass er nur umgerechnet 10 Eurocent/50 Messstreifen zuzahlen muss.

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