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Diabetes im Ausland: Norwegen (Teil 5)

Das Gesundheitssystem in Norwegen

In Norwegen sind etwa 200.000 Menschen an Diabetes erkrankt. Dabei entfallen 25.000 auf Typ 1und 175.000 auf Typ 2.

Das Gesundheitssystem in Norwegen wird durch Steuern finanziert und ist für jeden Bürger gleich zugänglich.
Dem Staat obliegt die Überwachung der staatlichen Gesundheitspolitik. Auf Länderebene werden fachmedizinische Dienst organisiert. Und die 435 weitestgehend autonomen Gemeinden regeln die primäre medizinische Versorgung.
Neben stattlichen Einrichtungen gibt es auch eine Menge Privathospitäler und Gesundheitsdienste.

Ärztliche Versorgung

NO Alle norwegischen Bürger (auch wenn sie nicht arbeiten) und dort arbeitende Personen aus anderen Ländern haben teil an der Sozialversicherung). Dennoch Müssen die Patienten eine hohe Eigenbeteiligung leisten.
Für Hausarztbesuche zahlen Patienten etwa 15 €. Bei Facharztbesuchen sind es etwa 24 €. Stationäre Behandlungen im Krankenhaus sind gratis. Zahnarztkosten müssen im Normalfall von Erwachsenen vollständig selbst getragen werden. Medikamente sind bis zu einer Höchstgrenze von ca. 30€ pro Rezept zu 36% selbst zu zahlen. Allerdings sind einige Medikamente auch preiswerter als in Deutschland. Die Eigenbeteiligung wird pro Jahr aber nur bis zu einer Höchstgrenze von ca. 200€ nötig. Darüber hinaus sind alle nötigen Leistungen frei. Bei chronisch kranken Patienten ersetzt der nationale Versicherungsfonds (Sozialleistungsträger) die Kosten für Medikamente.

In Norwegen greift das Hausarztsystem. Hier findet die Primärversorgung statt. Erst wenn dieser den Patienten an einen Facharzt überweist, werden die anfallenden Kosten für den Facharztbesuch von der Krankenkasse erstattet. Fachärzte finden sich fast nur in größeren Städten. Die Wahl des Facharztes liegt beim Patienten, jedoch sind lange Wartezeiten einzuplanen.
Die meisten Ärzte in Norwegen arbeiten freiberuflich mit Praxiszulassung, die sich in den meisten Fällen in Gruppenpraxen zusammenschließen. Die Gemeinde hat zum einen die Aufgabe ein Basisgehalt (plus Kopfpauschalen für jeden Patienten) zu garantieren, zum anderen genügend Ärzte für die jeweilige Bevölkerungszahl zu gewährleisten.

Hilfsmittel und Medikamente bekommen Diabetiker auf Rezept und müssen einen Eigenanteil zahlen. Geräte zur Blutzuckermessung müssen sämtlich übernommen werden. Kinder unter 12 Jahren sind allerdings von der Zahlung des Eigenanteils befreit. Bis zu einem Alter von 16 Jahren wird der Eigenanteil mit dem der Eltern verrechnet.
Erwachsene (und Kinder ab 12) müssen immer einen Eigenanteil von 36% selbst tragen, pro Rezept/Leistung allerdings bis maximal 500kr.- oder 1615kr.- im Jahr (Stand 2006). Es gibt keine spezielle Befreiung für Diabetiker. Allerdings gibt es die Regelung, dass jeder ein Recht auf eine nötige Behandlung hat. Kann er sich die Zahlung seiner Eigenanteile nicht leisten, gibt es weitere Unterstützungen.

Autor: 
Kathrin Kießling
Quelle: