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Diabetes im Ausland: Irland (Teil 6)

Das mit Steuern finanzierte irische Gesundheitssystem ermöglicht es, jedem seiner Bürger in den Genuss von verschiedenen Leistungen zu kommen, abhängig davon welcher der zwei anspruchsberechtigten Gruppen er zugeordnet wird.
Zur Ersten zählen EU- Angehörige mit Wohnsitz in Irland, die aber in einem anderen EU Land versichert sind, Pensionäre, Arbeitssuchenden und all diejenigen, deren Jahresgehalt eine bestimmte Grenze nicht überschreitet.
In der zweiten Gruppe finden sich folglich all diejenigen wieder, die die eben genannten Kriterien nicht erfüllen.

IRDie erste Gruppe erhält eine „medical card“, diese berechtigt zu kostenlosen Inanspruchnahme von allen medizinischen Diensten wie zum Beispiel: Arztbesuchen und Behandlungen, Krankenhausaufenthalten, verschreibungspflichtigen Medikamenten, Zahn-, Augen- und Ohrenarztdiensten und Rehabilitationsmaßnahmen für physisch oder psychisch Beeinträchtigte.
Die zweite Gruppe hat auch Anspruch auf kostenlose medizinische Dienste, allerdings in einem weitaus geringeren Umfang. So sind Schwangerschafts- und Neugeborenenuntersuchungen und -behandlungen gratis, ebenso ambulante Krankenhausdienste und Behandlungen im Notfall, mit entsprechendem Überweisungsschein vom praktischen Arzt. Medikamente, Krankenhausaufenthalte, Arztbesuche und Notaufnahmen ohne Überweisung sind aber kostenpflichtig.
Inhaber einer „medical card“ haben keine frei Arzt- und Krankenhauswahl. Sie müssen zu einem entsprechend registrierten Allgemeinarzt und in ein staatliches Krankenhaus gehen.

Für all diejenigen, die nur eine begrenzte Anspruchsberechtigung auf kostenlose staatliche Leistungen haben, kommt der Abschluss einer privaten Krankenversicherung in Betracht.
In Irland gibt es zwei Versicherungsgesellschaften, die VHI, mit etwa 1.5 Mio. Mitgliedern, und die BUPA, mit etwa 170.000 Mitgliedern. Die Beiträge sind, je nach Art des Versicherungsumfanges, für alle Mitglieder gleichhoch. Nach einer „Wartezeit“ von 26 Wochen, bei unter 55 Jährigen, und 52 Wochen, bei über 55 Jährigen, kann man die verschiedenen Leistungen in Anspruch nehmen. Bei einer bereits vorhandenen Krankheit, dauert es 5 Jahre, bei unter 55 Jährigen, 7 Jahre, bei unter 60 Jährigen, und 10 Jahre, bei über 60 Jährigen, bevor man für diese spezifische Krankheit Leistungen erhält. Die meisten Arbeitgeber bieten ihren Angestellten eine solche private Krankenversicherung an, wobei die Arbeitnehmer nur noch einen kleinen Teil dazuzahlen müssen.

Die Regierung hat außerdem Modelle entwickelt, um die Kosten für Arzneimittel in einem angemessenen Rahmen zu halten. Das LTI Programm ermöglicht es Patienten, die an einer von 15 festgelegten chronischen Krankheiten leiden, darunter auch Diabetes, sich kostenlos mit Medikamenten zu versorgen.
Das DPS Programm sorgt dafür, dass einem Einzelnen oder einer Familie nur ein bestimmter monatlicher Betrag für Medikamente zugemutet wird und den Rest der Staat übernimmt. Des Weiteren, gibt es die Möglichkeit, Rechnungen von der Steuer abzusetzen.

Diabetiker in Irland haben die Möglichkeit ein so genanntes „Buch für chronisch Kranke“ zu erwerben, dass berechtigt zum kostenlosen Erwerb von Diabetikermedizin, Insulinsets, Blutzuckerteststreifen und Pumpenreservoirs. Andere Dinge wie Pumpenzubehör oder Injektionsstäbchen müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Hier gilt es also auch über den Abschluss einer zusätzlichen privaten Versicherung nachzudenken.

Autor: 
Juliana Machado
Quelle: