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Welche Therapie ist für mein Kind richtig?

Eine Überlegung der Eltern im Falle der Erkrankung des Kindes an Diabetes ist immer welche Therapieform für das Kind richtig sei. Ohne Zweifel ist die Insulinpumpentherapie das Modernste und Beste, doch kann ein Kleinkind damit schon umgehen?
Ist es richtig, ein fünfjähriges Mädchen ein Gerät zu verschreiben, welches es immer mit sich rum trägt, auf dem Spielplatz, auf dem Kindergeburtstag der Freundin...? Dieser Frage will sich diese Seite stellen, obwohl generell gilt, dass jeder Diabetes unterschiedlich ist, wodurch ein oder mehrere Gespräche beim Diabetologen und Kinderarzt ohne Zweifel nötig sein werden, eine Entscheidung zu treffen.
Am häufigsten wird heutzutage die ICT bei Kindern verwendet, da Ihre Tagesabläufe alles andere als gleich sind. Es finden sich am häufigsten Normalinsuline gekoppelt mit NPH Insulinen als Basalvariante. Generell sind kindsgerechte Schulungen das wichtigste Mittel, um eine perfekt abgestimmte Therapie zu finden, da man bis in die 90er Jahren hinein die CT bevorzugte, um häufige Injektionen zu ersparen (s.u.). Heute weiß man aber um den Vorteil einer ICT oder CSII, auch bei Kindern.

Insulinspritze

Der Anblick einer Spritze lässt viele Kinderherzen schneller schlagen - mit negativen Gedanken. Und doch hat dieser Klassiker auch einige Vorteile: Sie ist immer einsatzbereit und mit ihr kann man kleinste Insulinmengen verabreichen. Dies ist vor allem bei Klein(st)kindern wichtig, da der Insulinverbrauch nach dem Körpergewicht geht (Faustregel: 0,8 bis 1 Insulineinheit pro Körpergewicht). Um dem entgegen zukommen verdünnt man das Insulin (normal ist U100 => U40), welches oft jedoch nicht in Pens vorhanden ist. Der letzte Vorteil gegenüber dem Pen liegt in der Möglichkeit mehrere Insuline individuell zu mischen. So kann man das Basal- und Bolusinsulin mit einer Spritze jeweils morgens und abends verabreichen, während man mit dem Pen 4x pieksen müsste.

Zusammengefasst empfiehlt man im Kleinkindalter aufgrund der aufgeführten Vorteile die Insulinspritze.

Insulinpen

Meist, obwohl das bei jedem Kind anders sein kann, kommt gegen Ende der Grundschule die Zeit, wo die Kinder selber ihr Diabetesmanagement ein wenig übernehmen wollen. Vor allem die Gabe des Insulins wollen sie machen. Jetzt sollte auf Pen umgestellt werden. Er schreckt nicht so ab, wie die Insulinspritze und ist mit Abstand einfacher zu bedienen. Außerdem ist die Ähnlichkeit zum Füller (Pen [engl.] = Füller) ebenfalls ein Attraktivitätsbonus dieser Injektionsart.

Insulinpumpe

Diese modernste Therapieform kommt in den letzten Jahren immer häufiger bei Kindern vor. (Kinderkrankenhaus auf der Bult: 2003 20% CSII, 2005 39,4% CSII; Oslo/Norwegen: 36% aller Teens/Kinder, da jede Manifestation auf CSII eingestellt wird; USA: 20% aller Typ-1-Diabetiker, aufgrund des mangelnden Gesundheitssystems)
Die Therapie hat den Vorteil, dass man kleinste Insulineinheiten abgeben kann und sich nur selten pieksen brauch. Allerdings erfordert die Insulinpumpe einen wissenden Umgang mit der ICT. So werden auch Kleinkinder individuell auf Insulinpumpe eingestellt, obwohl man sich oft erst im jugendlichen Alter an die Pumpe traut, wenn das Kind mehr "Freiheit" braucht und der Tagesablauf unregelmäßiger wird. Vor allem die Pubertät mit ihren Blutzuckerschwankungen kann mit einer Insulinpumpe besser überstanden werden. Dies wurde vor allem in der "Pedpump Study Group" bestätigt.

Quelle: 

Idee: Accu-Chek Eltern Service 3/2005
inhaltliche Quelle: Gespräch mit Kinderärzten der UK Rostock
MedReport Nr.15, 2006, S.2
DDG 2006 Leipzig