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Rezension: Schulungsbuch für Diabetiker

Einleitung

Die sechste Auflage des Schulungsbuches von Gerhard W. Schmeisl für Diabetiker ist vor kurzem erschienen. Grund genug, damit wir einen fundierten Blick in das Buch werfen. Im Gegensatz zu schon erwähnten Publikationen aus dem Hause des Elsevier Verlages richtet sich das Buch sowohl an Typ-1- und Typ-2-Diabetiker als auch an medizinisches Schulungspersonal und Eltern diabetischer Kinder. Es erklärt auf didaktisch verständlicher Art und Weise die Krankheit und soll vor allem die Angst vor ihr nehmen.

Aufmachung und Aufbau

Das Werk im Taschenbuchformat hat einen grünen Einband, auf dem neben dem Titel, Verlag, Autoren und auf der Rückseite Klappentext nur ein Foto zweier Personen abgedruckt ist, die sich mit einem Apfel in der Mitte gegenüberstehen. Dies soll mögliche Konfliktsituationen im Umgang mit der Krankheit oder den Balanceakt einer guten Einstellung symbolisieren. Entsprechend der in der Einleitung erwähnten Zielstellung des Buches findet man folgende Punkte im Inhaltsverzeichnis:

  • Was ist Diabetes
  • Selbstkontrolle
  • HbA1c und Fruktosamin
  • Therapie mit oralen Antidiabetika
  • Insuline
  • Insulinbehandlung
  • Spritztherapie für Typ-2-Diabetiker
  • Insulintherapie für Typ-1-Diabetiker
  • Insulinpumpentherapie
  • Hypoglykämie (Unterzuckerung)
  • Hyperglykämie (Überzuckerung)
  • Ernährung
  • Diabetische Folgeschäden
  • Bluthochdruck
  • Bewegung und Sport bei Diabetes
  • Urlaub und Reisen
  • Diabetes: Partnerschaft und Schwangerschaft
  • Diabetes und Operationen
  • Fußpflege
  • Ambulante Diabetesbetreuung
  • Haus- und Wundermittel
  • Zukunftsperspektiven in der Diabetesbehandlung
  • Therapie- und Behandlungskosten des Diabetes mellitus
  • Diabetes und die Psyche
  • Angst vor Folgeschäden
  • Soziales
  • Anhang

Wie an der Themenwahl erkennbar werden möglichst viele Bereiche nicht nur der Krankheit sondern auch der Auswirkungen im Kontext der Erkrankung angesprochen. Hierbei fällt auf, dass man das Buch nicht chronologisch abarbeiten muss, auch wenn die „Randthemen“ wie Diabetes & Soziales am Ende des Werkes stehen, sondern gewisse Probleme je nach Notwendigkeit nachlesen kann. Die Kapitel in sich sind logisch aufbauend und enthalten viele verständliche Grafiken, Tabellen und Diagramme, um die zu vermittelnden Informationen anschaulicher zu gestalten. Dabei fiel uns positiv auf, dass beispielsweise Tabellen blau hinterlegt sind, während Merkkästchen durch die rötliche Farbe hervorstechen. Zur Selbstkontrolle stehen am Ende eines jeden Kapitels Fragen, die im Lösungsbereich (siehe Anhang) beantwortet werden. Die Universalität des Buches, bezogen auf beide diabetischen Krankheitsbilder, verursacht einen empfundenen Spagat in einigen Themen, wie der Ernährung oder führt zu separaten Behandlung der Insulintherapie für ehemals Alters- und Jugenddiabetiker.

Meinung und Fazit

Die Vorteile bei dem Buch liegen im Umfang und Detailtiefe der Informationen sowie in den gut verständlichen Ausführungen. Nur wenige Handbücher umfassen eine solche Bandbreite diabetisch relevanter Themen. So ist selbst das Thema der Kosten einer Diabetestherapie mit dem Lernziel der intrinsischen Motivation der Patienten verbunden. Weiterhin sind die medizinischen Fachbegriffe auf einer logischen Art erklärt und nicht wie in anderen Publikationen einfach weggelassen. Hinzu kommen die Webinformationen, die auf der Verlagsseite http://www.elsevier.de mit Hilfe eines Zugangscodes im Buch erreichbar sind. Einziger Wermutstropfen ist der unserer Meinung nach nicht gut gelungene Spagat zwischen den Diabetestypen und die teilweise nicht gerade aktuellen Bilder technischer Geräte und Hilfsmittel, bzw. der Nahrungsbeispiele und einen kleinen Bezeichnungsfehler. Diese Anmerkungen führen nicht zu einem negativen Fazit, denn dieses Werk könnte auch in der sechsten Auflage zu einem Standardwerk bei der Diabetes(selbst)schulung der Patienten und der Angehörigen werden.