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Motivierung des Kindes im Umgang mit Diabetes

Wenn Ihr Kind schon im frühen Alter Diabetes bekommt, stellt es nicht nur für Sie eine enorme Herausforderung da.
Die Einstellung und die Schulung ist für das Kind meist noch spannend, bzw. es wird immer mehr von Seiten des Schulungsteams
versucht diese spannend zu gestalten. Doch was passiert, wenn der Alltag zurück kommt. Für mich war es selbst mit 17 schwer den ersten
Sprung von Klinikleben ins Alltagsleben ohne größere Schäden an meiner Therapie zu überstehen. Folgend möchte ich einige Gedanken äußern,
wie Sie die Motivation des Kindes aufrecht erhalten können, so dass der Alltag zu keinem Problem wird.

Die Insulinspritze im Krankenhaus vom Arzt verabreicht ist eine Sache. Zu Hause hat Ihr Kind Vertrauen zu Ihnen. Wenn Sie es spritzen müssen, kann das Aua schnell zu Familienproblemen werden. Daher hilft es, wenn Sie sich selber - natürlich mit ungefährlicher Kochsalzlösung - spritzen. Auch wenn Sie selbst die natürliche Abneigung gegen Spritzen haben, müssen Sie diesen Schritt gehen. So sieht das Kind, dass Ihnen die Spritze nicht weh tat und registriert das als Sicherheitsreiz. Die Angst vor Spritzen wird so durch Beobachtung desensibilisiert.

Für Kinder ist es ferner wichtig, immer wieder für ihr Können gelobt zu werden. Durch dieses Feedback können sie sich selbst und der Umwelt beweisen,
dass sie bei Ihrer eigenen Erforschung der Umwelt Fortschritte machen. Beispiele hierfür erlebt man alltäglich im Sommer auf dem Spielplatz,
wo Kinder stolz das erste Mal die Rutsche verwenden, oder bei weihnachtlicher Bastelarbeit. Da der Umgang mit Diabetes sehr viel Routine
erfordert, ist es notwendig, das Kind auch in dieser Hinsicht konstant zu bestätigen.

  • Obwohl man durchaus den eigenen BZ Wert beeinflussen kann, kommt es immer mal wieder vor, dass man einen schlechten Wert erreicht.
    Machen Sie sich und Ihrem Kind diesen Umstand klar, um Schuldgefühle zu vermeiden: Das Leben läßt sich nicht zu 100% berechnen, auch der Diabetes nicht.
  • Lassen Sie den Diabetes nicht Ihren Alltag bestimmen. Versuchen Sie dem Kind zu vermitteln, dass Sie stolz auf es sind, absolut
    unabhängig vom Diabetes
  • Versuchen Sie jede Handlung im Diabetesmanagement mit einer aufregenden spielerischen Handlung zu verbinden. Erzählen Sie
    zum Beispiel während des Katheterwechsels eine Geschichte vom "Guten Insulin", das in den Körper wandert, damit dieser groß
    und stark wird.
  • Lenken Sie Ihr Kind ab, wenn eine Blutzuckermessung bevorsteht. Möglichkeiten hierfür sind unter anderem das Halten des Messgerätes
    oder das schwenken der Verzögerungsinsulinampulle, sofern Ihr Kind eine ICT hat.
  • Ganz wichtig sind Belobigungen, wenn Ihr Kind tapfer war, zum Beispiel beim Diabetologen oder Augenarzt
  • Konditionieren Sie Ihr Kind im positiven Sinn: Verbinden Sie Unangehmes mit Schönem. Nach jeder Blutzuckermessung können Sie zum Beispiel
    das Lieblingsspiel Ihres Kindes spielen, oder eine beliebte Trickfilmfolge zeigen. Auf dieser Art und Weise verlieren die negativen
    Handlungen schnell ihren Schrecken.

Je älter das Kind wird, um so mehr wird es sich an die Diabetestherapie gewöhnen, bis diese zu einem rudimentären Bestandteil des Lebens wird.
Hierfür legen Sie jedoch den Grundstein in den ersten Diabetesjahren, was ohne Zweifel sehr viel Fingerspitzengefühl erfordert.
Wir hoffen, dass wir Ihnen einige Denkanstöße liefern konnten.



Eingeschickter Kommentar: Christina Büttner (C.B.Buettner@diabetes-lino.de) (26.03.2006)

Ich persönlich finde es sehr wichtig, dass der Diabetes als selbstverständlich akzeptiert wird. Vor allem in der Familie, im Bekanntenkreis und bei den Freunden des Kindes sollte man immer Klarheiten schaffen und sich nicht verstecken. Ein Kind mit Diabetes kann alles machen, es muss nur manchmal ein paar Vorkehrungen treffen. Ein Kindergeburtstag ist kein Problem und man sollte sich auch nicht schämen, vorher einfach anzurufen und zu fragen, was es zu essen gibt. So bekommt das Kind von Anfang an mit, dass es ganz normal ist und nicht peinlich.
Eine Extra-Belohnung habe ich bei meiner Tochter nie einführen müssen, denn sie hat den Diabetes mit 7 Jahren sehr gut akzeptiert. Allerdings kenne ich viele Eltern, die so eine Art Bonussystem für ihre Kinder eingeführt haben. Wenn das hilft, sollte man das durchaus tun.
Ganz wichtig finde ich, dass man sich die Laune nicht durch einen schlechten Wert verderben lässt. Ich betrachte jeden hohen Wert als eine Herausforderung, suche nach einem Grund dafür und setzte alles dran dies zu verbessern. Ich betrachte den Wert nicht als Niederlage. Ich freue mich über jeden guten HbA1c und betrachte ihn als Belohnung.