?> Diabetes und Schule | Diabetes-Index.de
Skip to main content

Diabetes und Schule

Einschulung

SchulalltagIhr Kind hat Diabetes? Es soll bald eingeschult werden? Heutzutage haben die Eltern die Freiheit die Grundschule auszusuchen, auf der das Kind die schulische Laufbahn starten soll.
Dabei ertappen Sie sich immer wieder dabei, die chronische Erkrankung des Kindes in der Wahl mit einzubeziehen, was zwar natürlich ist, dem Grundsatz aber widerspricht, dass die Schule dem Kind aus anderem Grunde gefallen muss und nicht durch den Diabetes bestimmt werden darf.

Diese Grundsätze heißen wie folgt:

  • Ihr Kind kennt bereits andere Jungen und Mädchen vom Kindergarten oder der Vorschule
  • Die Grundschule ist in der Nähe des Heimathauses oder der Arbeitsstätte, da im Notfall schnell reagiert werden muss
  • Das Kind wird durch die Schulwahl nicht zwingend von den alten Freunden aus dem Kindergarten getrennt. (gemeinsamer Spielplatz möglich...)
  • Ihre Vorbereitung als Elternteil kann so aussehen, dass Sie vorab ein Gespräch mit dem Direktor oder einigen Lehrern der Schule suchen. Hierbei sollten Sie darauf achten, dass

  • die Pädagogen bereits Erfahrungen mit der chronischen Krankheit Diabetes mellitus gesammelt haben.
  • die Lehrer kooperativ sind und bei pädagogischen Fragen, um die Krankheit des Kindes herum, auch Ihren Rat einziehen würden.
  • Dass die Lehrer auch offen auf den Diabetes Ihres Sohnes/Ihrer Tochter reagieren.
  • Wenn der große Tag gekommen ist und Ihr Kind das erste Mal einen Klassenraum betritt ist es sinnvoll:

  • dem Fachpersonal die Hinweisbögen für Pädagogen zu überreichen. Sicherheitshalber mehrmals!
  • der Schule einen Besuch des/der Diabetologen/in mit vorheriger Absprache anzubieten.
  • dem Klassenlehrer klarzumachen, dass sie zwar die Verantwortung in Notsituationen haben, die Einstellung des Diabetes jedoch auch weiterhin von den Eltern gemanagt werden wird. So nehmen Sie vor allem jungen unerfahrenen Lehrern die Angst vor der neuen Situation.
  • In der Praxis haben sich weiterhin einige Ratschläge bezahlt gemacht: Informieren Sie die Lehrer darüber, nie ihr Kind ohne erwachsene Begleitung nach Hause gehen zu lassen, wenn es sich nicht gut fühlt. Auf der anderen Seite soll der Lehrer Sie immer informieren, wenn Ihr Kind nachsitzen muss oder der Unterricht verlängert wird, denn durch ausgefallene Mahlzeiten kann der Spritz-/Essplan durcheinander kommen. Oder dass es unratsam ist, Traubenzucker mit Gewalt zu geben, wenn es stark unterzuckert ist, da Verschluckungsgefahr besteht. Hierfür empfiehlt es sich flüssige Kohlenhydrate (bspw. Carrero) dem Lehrer zu geben, oder ein Glucagonset vom Arzt zu besorgen und dies neben einem sicheren Platz zu Hause auch der Schule zur Verfügung zu stellen (mit vorheriger Unterrichtung).

    Auch den Umgang mit dem Blutzuckermessgerät sollte eine Vertrauensperson, die immer anwesend ist, beherrschen. Legen Sie die Zwischenmahlzeiten, falls therapietechnisch erforderlich in die Pausen. Manche Kinder bevorzugen auch einen Raum für die Insulininjektion. Vor allem ältere Kinder, die vielleicht auf die ICT oder CSII umgestellt wurden und somit häufiger spritzen, bzw. Katheter wechseln müssen, wollen so ihre Privatsphäre haben. Sprechen Sie mit der Schulleitung, ob ein solcher Raum zur Verfügung gestellt wird, egal ob Ihr Kind ihn auch annimmt.

    Pflegen Sie den Kontakt zu anderen Eltern und Kindern, um diese auch in dem Umgang mit Diabetes zu schulen und zu unterrichten. Den Mitschülern sollte klar werden, dass ihr/e diabetische/r Klassenkamerad/in zwar krank ist, deshalb ein wenig Ausrüstung benötigt und Sachen, wie das Blutzuckermessen machen muss, ansonsten jedoch absolut gleich sei. Durch dieses Verständnis sollen sich die Mitschüler nicht benachteiligt fühlen, wenn Ihr Kind in der Stunde essen oder trinken muss. Falls der Lehrkörper sie dazu drängt, dass Kind einer Sonderschule aufgrund des Diabetes zu übergeben, geben Sie sich damit nicht zufrieden. Diese Argumentation ist in keinster Weise stichhaltig!

    Falls Sie mit einer Schule, aus welchen diabetestechnischen Gründen auch immer, unzufrieden sind, ziehen Sie einen Schulwechsel dem Wechsel der Schulform vor!
    Als letzten Tipp möchten wir Ihnen noch vorschlagen, dass Thema anderer Diabeteskinder, egal welcher Klassenstufe beim Direktor zur Sprache zu bringen. Eine Zusammenarbeit mit diesen Kindern und deren Eltern kann sich sehr gewinnbringend gestalten.