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Fine Star 2011

Wie auch im letzten Jahr, wurde am 20. Januar 2012 der Fine Star 2011 verliehen. Mittlerweile schon in der vierten Runde prämiert die Firma Bayer Vital GmbH Projekte in der Kinder- und Jugenddiabetologie. Im Gegensatz zum letzten Jahr wurde neben den Projektpreisen auch noch ein Ehrenpreis an Andrea Witt für Ihre Tätigkeit als Zuckerschnuten-Leiterin vergeben, doch nun erstmal der Reihe nach.

Der Fine Star, benannt nach der gleichnamigen Kölner Giraffendame, ist mit 20.000 € dotiert und wurde von einer fünfköpfigen Jury vergeben. Sie bestand aus dem leider abwesenden Prof. Dr. Thomas Danne, Chefarzt im Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover und Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Dr. Katrin Kraatz, Redakteurin im Kirchheim-Verlag, Michael Bertsch, Betreiber von www.Diabetes-Kids.de, Claudia Geis, Leiterin der Bayer Diabetes Care und dem Jugendmitglied Theresa Michel einer 14-jährigen Schülerin und Hobbyfußballerin aus Görlitz. Theresa ist im Jahre 2010 an Typ-1-Diabetes erkrankt, doch das hindert die junge Dame in keiner Weise an ihren Zielen und Plänen festzuhalten.

Bevor die Preisgewinner vorgestellt wurden, konnte man sich anhand der verschiedensten Beispiele ein Bild von der Flut der Bewerbungen machen. Im Folgenden möchte ich ein paar dieser kurz vorgestellten Projekte nennen:

  • Nachsorge-Projekt DiNa
  • FUGE - Familien Unterstützen Gemeinsamkeit Entwickeln
  • Verein Diabetes Kinder Ulm und Umgebung e.V.
  • Diabetes-Kids Vorderpfalz e.V.
  • DMT1 Bike Extreme 2011
  • Zeltfreiheit Hanta Yo



Preis 3

3. Platz Fine Star 2011Bei der Wahl des 3. Platzes entschied sich die Jury für den Verein Diabetiker Sachsen e.V., der einigen vielleicht noch unter dem Namen “Diabetikerfreunde Lausitz” bekannt ist. Er besticht vor allem durch seine kreativen Aktionen für die kleinen und jung gebliebenen “Zuckerkids”. Leider ist er der einzige im Bereich der Kinderdiabetologie aktive Verein in ganz Obersachsen / Ostsachsen, was von dem Team aber nur als Ansporn genommen wird. So schaffen sie es u.a. jedes Jahr sechs bis acht Ausflüge zu unternehmen und ihre Außenwirkung als Ort der Koordination und des Erfahrungsaustausches im Bereich des Typ-1-Diabetes für zurzeit ca. 70 betroffene Familien zu verbessern. Darüber hinaus stehen Jeep-Fahrten, Lama-Trekking-Touren, Imker-Besuche, Spiele- und Backnachmittage im Freizeitkalender des Vereins. Wir freuen uns, dass das Preisgeld von 2500 Euro diesbezüglich nur hilfreich sein kann.

Weitere Informationen zum 3. Platz erhalten Sie unter: http://www.diabetikerfreunde-lausitz.de/

Preis 2

Die Silbermedaillie mit einer Dotierung von 5000 Euro erhielt das integrative Kinder- und Jugendhaus “An der Glockengießerei” in Apolda. Das Haus arbeitet seit 1993 unter dem Dach des “Hilfswerk für jugendliche Diabetiker gGmbH”. Dort ermöglichen es, dass geschulte und multidisziplinäre Erzieher (u.a. Heilpädagogen, Therapeuten, Psychologen und der Diabetesberaterin Beatrice Wolf), den Eltern ein wenig Sorge um ihre Kinder abnehmen und der jungen Gemeinschaft von zurzeit 50 Kindern eine Art “2. Zuhause” zur Verfügung zu stellen.
Meistens waren ebenfalls schwere Überzuckerungen (Hyperglykämien) mit Ketoazidosen mit im Spiel, so dass die altersgerechte Entwicklung bei den Eltern nicht mehr gewährleistet werden konnte. In Apolda werden sie intensiv betreut und die Kinder lernen oft zum ersten Mal in ihrem Leben, die Stoffwechselerkrankung selber zu managen.

Da es sich nicht um eine ausschließlich diabetologische Einrichtung handelt, leben auch andere Kinder bis zur 9. Klasse vor Ort und werden indirekt an das Leben mit “nicht kerngesunden Spielkameraden” herangeführt. Ein Höhepunkt des dortigen Jahresprogramms ist der jährliche gemeinsame Urlaub, der alle Nuancen eines Familienurlaubs - sowohl die stressigen als auch die schönen - beinhaltet.

Weitere Informationen zum diesjährigen 2. Platz finden Sie unter: http://www.jugenddiabetes.de/

Preis 1

Auf dem obersten Siegertreppchen stand dieses Jahr das “Diabeteszentrum Kinder- und Jugendliche Jena e.V.” Das Besondere an diesem thüringischen Beratungsnetzwerk ist die Funktion als Schnittstelle zwischen dem lokalen Universitätsklinikum (UK), den Kindergärten, den Schulen und den Eltern. Obgleich man im Verein auch medizinisches Fachpersonal findet, stellen sie den direkten Kontakt zu allen betroffenen Parteien sozusagen ohne “weißen Kittel” her und das direkt nach der Diagnose, wenn die Reaktivierung des familiären Lebens sehr problematisch und die auf der “Seele brennenden Fragen“ die Eltern fast verzweifeln lassen.

Umso mehr erstaunte es uns, dass der Verein auf eine private Initiative von Liane und Stephan Hansberg - selbst Eltern eines diabetischen Kindes - zusammen mit dem Kinderarzt Dr. Axel Dost von dem UK Jena und der niedergelassenen Kinderdiabetologin Dr. Jutta Wendenburg zurückgeht. Heute sind darüber hinaus hauptsächlich Diabetesberaterinnen ehrenamtlich im Verein tätig. Zusammen beantworten sie sowohl die medizinischen als auch nicht-medizinischen und sozial-/psychologischen Fragen. Darüber hinaus wird der Verein von vielen Eltern auch telefonisch in Anspruch genommen, so dass Liane Hansberg mittlerweile hauptberuflich das Ganze koordinieren muss.

Wir hoffen genauso wie die Jurorin Claudia Geis, dass diese alltagsorientierte Schnittstelle zwischen dem medizinischen und dem sozialen Aspekt eines Typ-1-Diabetes in anderen Städten Nachahmer findet. Denn je schneller und kompetenter die diabetischen Fragen geklärt sind, je rascher können sich die Kinder und Jugendlichen auf der einen Seite und ihre Familien auf der anderen Seite wieder den wirklich wichtigen Fragen des Lebens widmen.

Weitere Informationen zum diesjährigen 1. Platz finden Sie unter: http://www.kinderdiabeteszentrum-jena.de/

Gruppenfoto des 1. und 2. Platzes

Gruppenfoto des 1. und 2. Platzes

v.l.n.r: Beatrice Wolf (2. Platz), Giraffe Fine, Uwe Scharf (2. Platz), Liane Hansberg (1. Platz), Stephan Hansberg (1. Platz), Janne Hansberg (1. Platz), Floris Hansberg (1. Platz), Dr. Jutta Wendenburg (1. Platz)

Ehrenpreis

Ehrenpreis 2011Andrea Witt organisiert neben ihrer Tätigkeit als 48-jährige Diabetesberaterin in der Kinderdiabetesambulanz der Sana Kliniken Eutin und benachbarten Institutionen die Selbsthilfegruppe “Zuckerschnuten Schleswig-Holstein”. In diesem Zusammenhang finden u.a. Schulungen für Lehrer und Eltern statt, um mit der Krankheit der Kinder besser umgehen zu können, aber auch - und diese “Basis”-Arbeit, wie sie selbst sagt, ist ihr besonders wichtig - Ferienfreizeiten, Ausflüge und Sportnachmittage. Für dieses langjährige Engagement wird, bzw. wurde die gebürtige Norddeutsche von “ihren Kids” mit Sprüchen wie “Diabetes hin, Diabetes her - mit Andreas Hilfe weißt du mehr”, vom Deutschen Diabetikerbund mit dem Posten des Bundesjugendreferenten und von der Jury des Fine Star mit einem Preisgeld von 2500 Euro belohnt.

Die erste Folie des VortragesAbschließend möchten wir auf keinen Fall den Vortrag von Dr. Dörte Hildegard vom Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke unterschlagen, die im letzten Jahr den 1. Preis erhielt. Sie referierte im Vorfeld der eigentlichen Preisverleihung zu dem Thema “Kinder mit Diabetes. Nicht anders, sondern etwas ganz Besonderes." Dabei sprach sie vor allem die Bedeutung der sozialen Aspekte einer diabetischen Erkrankung im Jugendalter und ihre Auswirkungen auf die Therapieführung an. Sehr gut empfand ich den selten gehörten Hinweis, dass durch eine Erkrankung auch “positive Begleiterscheinungen” entwickelt können. So fasste sie korrekt zusammen, dass sich in den betroffenen Familien durch den Alltag mit dem Diabetes auch die “besonderen Fähigkeiten” herausbilden können: engerer “familiärer Zusammenhaft”, “bewusstere Ernährung”, “vorausdenken lernen” und “Qualität von Freundschaften auf Verlässlichkeit und Sicherheit überprüfen”. Folgend ist es logischerweise wichtig, ein möglichst lokales, multidiszplinäres, leicht zu erreichendes und altersgerechtes Netzwerk zu entwickeln, in welchem der/ junge Diabetiker/in und ihre/seine Familie alle Bausteine einer erfolgreichen Diabetestherapie wiederfindet. (Womit wir wieder beim diesjährigen 1. Platz wären ;o)

Quelle: 

u.a. Pressemappe der Firma Bayer im Zusammenhang mit der Preisverleihung (20.01.2012)

Bildquelle: 

Bildmaterial der Bayer Vital GmbH
Eigenes Bildmaterial