?> Fine Star 2010 | Diabetes-Index.de
Skip to main content

Fine Star 2010

Die beiden Moderator des Fine Star 2010Mit einiger Verspätung wurde in Berlin Ende Januar 2011 der Fine Star 2010 vergeben. Wieder einmal wurden Projekte geehrt, die Kinder- und Jugenddiabetologie ein wenig anders als die konservative Schulmedizin verstehen und so den Kindern ermöglichen, ihren Diabetes besser zu verstehen. Während die kleine Giraffe namens Fine aus dem Kölner Zoo die letzten Preise unter dem Motto: „Fine macht stark“ übergab, sollte es dieses Jahr kein spezielles Motto geben. Die gesuchten Projekte sollten „speziell auf die Behandlung und Betreuung von Diabetes betroffener Kinder und Jugendlicher“ zugeschnitten und innovativ sein. Natürlich sind bei solch einer Krankheit nicht das Selbstmanagement und der Wissenszuwachs zu vernachlässigen, welches ebenfalls im Vordergrund der Projekte stand.

Der Fine Star ist insgesamt mit 17.500 € dotiert und auf drei Plätze aufgeteilt. Die Jury bestand aus Prof. Dr. Thomas Danne, Chefarzt im Kinderkrankenhaus auf der Bult, Hannover, Dr. Katrin Kraatz, Redakteurin im Kirchheim-Verlag und Michael Bertsch, Betreiber von www.Diabetes-Kids.de und schon im letzten Jahr als Gewinner des 2. Platzes bekannt sowie Nico Münch, ein 15 jähriger Schüler und Typ-1-Diabetiker. Moderiert wurde die Veranstaltung von Herrn Danne und Liam Condom, Geschäftsführer der Bayer Vital GmbH.

Nachfolgend möchten wir die Preisträger kurz vorstellen:

Preis 1: Den Passus der Innovation findet man schon im 1. Preis verkörpert. Das „Geschwisterwochenende“ des Diabetes-Team (Frau Dr. Dörte Hilgard, Sabine Groppe und Monika Jamnig) Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke stellt nicht den Diabetiker in den Mittelpunkt, sondern die oft weniger beachtete Schwester oder den „vernachlässigten“ Bruder. Diese „Schattenkinder“ sollen im Alltag oft einen Teil der Verantwortung übernehmen, erleben einen erhöhten Stressfaktor in der Familie und fühlen sich nicht selten benachteiligt, weil mit einem Schlag das Thema Diabetes mit all seinen Facetten den Mittelpunkt der Gespräche darstellt und von ihnen dafür jedes nur denkbare Verständnis eingefordert wird.
Als das Projekt zum ersten Mal anlief, dachten viele Eltern, dass die Geschwister in dem Thema Diabetes fit gemacht werden sollten. Dies ist jedoch nicht Ziel der Veranstaltung.
Wünsche der GeschwisterDie Geschwister sollen die Möglichkeit haben, unabhängig von den Eltern zu erkennen, dass es noch andere Familien mit einer ähnlichen Konstellation gibt und können sich selbst in Gesprächen Ratschläge holen, wie die anderen mit Stresssituationen, wie zum Beispiel einer schweren Unterzuckerung des Geschwisters, umgehen.
ImageZudem kommen sie innerlich zur Ruhe und sind eventuell in der Lage ihre eigene Situation besser zu reflektieren und sich bewusst zu machen, was sie ihrer Schwester, ihrem Bruder oder ihren Eltern schon immer mal sagen wollten, worauf sie stolz sind, aber auch was sie ihnen insgeheim vorwerfen. Ziel des ganzen Wochenendes war es somit, den Kindern und Jugendlichen mit Hilfe vieler kleiner Aktionen und Spiele, einen empathischen Schutzraum zu bieten und den Geschwistern die Möglichkeit zu geben, durchzuatmen und ihre eigenen Probleme, Gedanken und Ängste loszuwerden.

Preis 2: Der zweite Preis war dagegen mehr von Action geprägt. Die KiDS-Kurse von Dr. Karsten Milek aus dem Diabetesschulungszentrum Hohenmölsen zählen schon seit fast zwei Jahrzehnten zu den Diabetes-Highlights in Brandenburg.Dr. Karsten Milek Schon zu DDR Zeiten reifte die Idee, den Kindern ihre Stoffwechselerkrankung auf eine andere Art zu vermitteln als bis dato üblich. 80 diabetische Kinder und Jugendliche erleben eine Art 2-Wochen-Outdoor-Schulung als Erlebniscamp. Unterstützt wird der Diabetologe von einer ganzen Schar Medizinpädagogen, DiabetesberaterInnen, DiabetesassistentInnen und MTAs.
Diese kreative und vielseitige Arbeit, die insgesamt schon von über 1500 Kindern honoriert wurde, erfordert leider auch sehr viele nervenaufreibende Auseinandersetzungen mit den Krankenkassen. Da ist es noch beeindruckender, dass das Team um „Doc Milek“, wie er von „seinen“ Kids genannt wird, jedes Jahr ein anderes phantastisches Abenteuer für die Kinder auf die Beine stellt.

Als zusätzliche Motivation reiht sich nun der silberne Fine Star neben dem „Bundesverdienstkreuz am Bande“ aus dem Jahre 2004 und muss sicher bald einer weiteren Auszeichnung Platz machen. Auf DiabetesIndex.de werden Sie in naher Zukunft ein Interview von Dr. Karsten Milek lesen.

Selbst auf hoher See hat der Kapitän alles im BlickPreis 3: Gleichwohl es eine Vielzahl von sehr guten und phantastischen Einsendungen gab, wie uns Herr Dr. Danne mehrmals bestätigte, kann es beim Fine Star leider nur drei Auszeichnungen geben. Ähnlich des KiDS Kurses steht auch bei Dr. Carsten Petersen und den Schleipiraten aus dem hohen Norden die erlebnispädagogische Komponente im Vordergrund. Seit 2002 sticht der engagierte Diabetologe unterstützt von seinem Praxisteam und dem Holmer Segelverein Schleswig e.V. mit den kleinen Patienten in See und verdeutlicht den Kindern und Jugendlichen auf diese Art und Weise zwei wichtige Analogien zwischen dem Diabetes und der Seefahrt: Bei beidem ist die Navigation und die Vorbereitung äußerst wichtig, wenn nicht gar lebenswichtig.

Abgerundet wird das Programm mit landeskundlichen und historischen Ausflügen wie einem Besuch im Wikingerdorf Haithabu und vielen anderen Aktionen. Das Erfolgserlebnis, ein richtiges und unvergessliches Abenteuer auf historischen Schiffen erlebt und gemeistert zu haben, ermöglicht den kleinen Patienten, Selbstvertrauen bei der Navigation ihres Diabetes zu gewinnen und so gestärkt wieder an Land zu gehen.

Insgesamt freut es nicht nur uns, dass es im Jahre 2011 wieder einen Fine Star geben wird und dass bis dahin sicher viele innovative, kind- und jugendgerechte Ideen entwickelt, entworfen, überarbeitet und weitergeführt werden. Daher freuen wir uns über und mit den diesjährigen Preisträgern und sind der Firma Bayer dankbar, dass sie diesen Preis nun schon zum dritten Mal vergeben haben.

„Alle guten Dinge sind zuweilen mehr als drei.“

Im zweiten Teil unserer Reportage aus Berlin möchten wir noch auf andere Aspekte des Bayer-Symposiums während des Kirchheim Forums eingehen. Dr. med. Simone von Sengbusch
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein berichtete in einem kurzen Vortrag über ihre Ansprüche an einer modernen und zeitgemäßen Therapie im Bereich der Kinder- und Jugenddiabetologie. So wie man als Lehrer in der Musikszene oder bei der Benennung von Subkulturen ein wenig „uptodate“ sein sollte, ist es auch für Ärzte hilfreich, mit Begriffen wie „Emo“ oder Namen wie „Justin Biber“ zu kennen. Dies fördert zum einen das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen und ermöglicht zum anderen einen empathischeren Zugang zum partnerschaftlichen Management des Diabetes mellitus.

Im dritten Teil der Veranstaltung wurde das Camp-D vorgestellt. Diese Veranstaltung wurde 2006 von NovoNordisk ins Leben gerufen und erfreut sich seitdem einer schon fast legendenhaften Beliebtheit bei jungen Diabetikern. Da ist es uns eine besondere Ehre auf das dritte Camp, unterstützt von NovoNordisk und Bayer Vital hinzuweisen.

Vom 07. bis zum 10. Juli treffen sich 700 Diabetiker und Diabetikerinnen unter dem Motto "Gemeinsam Diabetes verändern" in Bad Segeberg. Weitere Informationen finden Sie auf der entsprechenden Internetpräsentation (http://www.campd.info).


Das Gruppenbild der PreisträgerInnen, Moderatoren und Jury-Mitglieder

Bildquelle: 

Bildmaterial der Bayer Vital GmbH
Eigenes Bildmaterial