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Camp D 2011 - Interview mit dem Blauhemd Dr. Lars Winkler

Dr. Lars Winkler war als Betreuer - zu erkennen an dem blauen Hemd - auf dem Camp D 2011 gewesen und stand dort nicht nur für ein Interview zur Verfügung. Damit er und die anderen Betreuer den Jugendlichen jederzeit tatkräftig und koordinierend helfen konnten, wohnten sie quasi zwischen den Zelten der Teilnehmer.

1. Bist Du zum 1. Mal auf einem Camp-D und wie kamst Du dazu?

Ja, ich bin zum ersten Mal auf dem Camp-D. Die Idee fand ich schon 2006 sehr gut und dieses Mal konnte ich meinen Urlaub so umlegen, dass ich auch definitiv Zeit hatte.

2. Hast Du persönlich eine Verbindung mit der chronischen Krankheit Diabetes mellitus Typ-1?

Im familiären Umfeld habe ich keinen Kontakt mit der Krankheit, gleichwohl einige entfernte Bekannte auch unter Typ-1-Diabetes leiden.

3. Was war Dein erster Gedanke, als Du zum ersten Mal das Camp betreten hast?

Im ersten Moment war ich überrascht, wie groß das Gelände ist. Die schon vorher dagewesene Vorfreude steigerte sich am ersten Tag mit jedem eintreffenden Teilnehmer. Ich war schon ein wenig stolz in einer Firma zu arbeiten, die solch ein Event auf die Beine stellt.

4. Das Konzept der Erlebnispädagogik klingt in der Theorie sehr gut. Meinst Du, dass die Teilnehmer das Camp auch in der Praxis mit einem Mehrgewinn an Wissen und Tipps verlassen werden, so dass sich ihr Leben mit dem Diabetes direkt verbessert?

Sie haben hier die seltene Möglichkeit, mit vielen Leuten zu sprechen, die in einer ähnlichen Situation stecken. Es sind weniger die theoretischen Themen, die meiner Meinung nach hängen bleiben, als viel mehr die Erkenntnisse und aha-Erlebnisse, nachdem man konkrete Probleme und Situationen mit anderen Diabetikern ausgetauscht hat. Wahrscheinlich nur hier finden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur hoher Wahrscheinlich jemanden, der diese absolut nachvollziehen und teilweise wahrscheinlich sogar selbst durchgemacht hat.

Viel wichtiger als die offiziellen Angebote sind somit die inoffiziellen Möglichkeiten, beim Zelten Betreuer, Ärzte und auch andere Teilnehmer anquatschen zu können. Vielleicht ist dies eine viel bessere allgemeine Problembewältigung und Reflexionsmöglichkeit als traditionelle Schulungen.

5. Wie findest Du das Gelände?

Wunderschön, auch wenn es das Problem mit dem See gibt. Die Teilnehmer haben einen See vor der Nase und dürfen aus Sicherheitsgründen nicht rein. Trotzdem liefert das Gelände eine große Anzahl von Möglichkeiten, Sport zu machen, sich zurückzuziehen oder einfach nur zu entspannen. Vorausgesetzt das Wetter spielt mit.

6. Hast Du schon eine Veranstaltung besucht?

Ich konnte schon bei zwei Workshops vorbeischauen. Trotzdem sollte man als Betreuer, den Teilnehmern keine Plätze wegnehmen. Also betreute ich das Volleyballspiel und wer weiß, vielleicht mach ich beim Yoga-Kurs noch mit.

7. Gibt es allgemeine Kritikpunkte, die Dir aufgefallen sind?

In meiner Gruppe hatte ich auch die Beschwerden über den minimalen Blutzucker von 150 mg/dl vor sportlichen Aktivitäten gehört. Einige Betreuer haben ja auch niedrigere Werte nach einigen gezielten Rückfragen abgenickt. Wenn Diabetiker ihren Körper so gut einschätzen können und über das nötige Hintergrundwissen verfügen, kann man da sicher eine Ausnahme machen. Leider kann man dieses Wissen nicht voraussetzen, so dass es eine Art Absicherung in juristischer Hinsicht darstellt. Dazu kommt noch der Imageschaden für das Camp, wenn dann doch was ernstes passiert.

8. Und ganz allgemein? Was kann man beim nächsten Camp verbessern?

Ich hatte keine wirkliche Erwartungshaltung vor dem Camp. Auch wenn es schwer ist, man sollte sich vielleicht überlegen, wie man besser auf die verschiedenen Wettersituationen vorbereitet sein kann, so dass es für jede Aktivität automatisch einen Plan B gibt.

9. Gibt es einen Bereich des Camp-D, den Du besonders loben möchten?

Besonders viel haben mir die persönlichen Beziehungen zu den unterschiedlichen Menschen gebracht. Es war mir möglich, viel intensivere neue Beziehungen zu knüpfen, als ich mir das hätte jemals vorstellen können. Die meisten Teilnehmer hatten unheimlich viel Spaß, was auf eine schöne Art und Weise verbindet.

10. Kanntest Du das Angebot des Diabetes-Zentrale e.V., im Speziellen Diabetes-Teens.net und Diabetes-Index.de?

Ich kannte Diabetes-Teens durch Richard Schlomann. Aber natürlich werde ich auch mal die anderen Projekte vom Diabetes-Zentrale e.V. besuchen.

Vielen Dank für das Gespräch.