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Diabetes und die Regel

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Die weibliche Regel ist bekanntermaßen ein hormoneller Prozess. Da Insulin ein Hormon ist und ein Diabetes leider durchaus eine Menge Hormone im Körper, die leider alle sehr stark gegenseitig auf einander wechselwirksam sind, durcheinander bringt, entsteht eine Symptomatik des PMS (Prämenstruelles Symdrom).

Die Palette der Beschwerden reicht von depressiver Verstimmung, Reizbarkeit, Ängstlichkeit, Kopfschmerzen, Brustspannen, Völlegefühl, Verstopfung, Übelkeit bis zu Heißhunger auf Süßes, was besonders gefährlich für die Blutzuckereinstellung werden kann. Wenn man alle möglichen Folgen aufzählen würde, kommt man auf 150! Das PMS ist somit besonders für junge Typ-1-Diabetikerinnen wichtig.

"Oft bekommen sie ihren Blutzucker schwer im Griff und brauchen in dieser Zeit mehr Insulin"
(Dr. med. Ute Schäfer-Graf zit. Diabetiker Ratgeber).

Aber es gibt auch Frauen, die die Tage vor den Tagen eher positiv durch gesteigerte Sensibilität, Kreativität und Sinnlichkeit erleben.

Wie schon angeklungen kommt noch eine weitere Folge, die nicht zwingend mit dem PMS zusammenhängt, jedoch verstärkt solche Frauen trifft:
Eine Woche vor der Regel fängt der Blutzucker plötzlich an verrückt zu spielen, um sich dann kurz nach Beginn der Menstruation zu normalisieren.

Welche Ursachen gibt es hierfür?
Unter Umständen liegt die Ursache in den Hormonen Östrogen und Progesteron. Beide sind von enormer Wichtigkeit für den Beginn der Menstruation und während das erste die Insulinempfindlichkeit des Körpers erhöht, senkt das zweite diese ab. Jetzt kommen Kriterien wie persönlich unterschiedliche Hormonproduktion, zeitlich differenzierte Produktion bei jeder Frau, sowie psychische Faktoren, die u.U. Adrenalin verursachen, welches wiederum die ganze Sache verstärkt.

Lösungsansätze? Diese gibt es. Der erste wäre eine genaue Aufschlüsselung des Insulinbedarfs während der Regel: Markieren Sie im Tagebuch den Bereich und notieren Sie vielleicht eine Weile nicht nur die BE, sondern ebenfalls was sie faktisch gegessen haben (bspw. 1 Salat mit Frenchdressing und 1 Dose Mais), um Verschätzungen vorzubeugen. Weiterhin sollten Sie, auch wenn sie keine Lust haben, erst recht während der M. regelmäßig ein wenig Sport betreiben.

Dass kann gleichzeitig zu besserer Laune führen. Neben den Sport gönnen sie sich gleich viel Ruhe mit einer Massage oder einfach nur Ihrer Lieblingsmusik. Das wird schon! Wenn die Probleme das erste Mal auftauchen oder ungewöhnlich schmerzhaft sind, ist ein Arztbesuch dringend ratsam.

Quelle: 

tw. inhaltlich: Diabetiker Ratgeber (6/2004, S.40 und später 6/2005, S.42)