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DDG 2013

Alle zwei Jahre findet die Frühjahrstagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in der Messestadt Leipzig statt. So war es uns auch dieses Jahr eine Ehre, die heiligen Hallen vom 08. Mai bis zum 11. Mai erneut aufzusuchen und uns über neue Entwicklungen der medizinischen und technischen Forschung in diesem für uns alle wichtigen Zweig zu informieren. Bevor ich jedoch auf einzelne Punkte eingehen werde, möchte ich meinen allgemeinen Eindruck des DDG 2013 loswerden.

DDG 2013 LeipzigDas Programm an Vorträgen, Symposien, Workshops und Veranstaltungen war wie jedes Jahr sehr umfassend und durchgehend interessant. Die Besucherzahlen und in deren Folge auch die Anzahl und Größe der Stände auf der Industrieausstellung jedoch sind seit mehreren Jahren rückläufig. So waren wir überrascht (fast) nur noch die großen "Platzhirsche" der Branche vorzufinden. Gerade kleinere Startups, gemeinnützige Initiativen, spezialisierte Kliniken und Anbieter besonderer Hilfsmittel, die das Angebot der Hallen ungemein bereicherten, fehlten zum Teil. Trotzdem lohnte sich auch der Gang durch die zwei Hallen - in einer Halle befand sich die Industrieausstellung, während man in der anderen Halle die Posterausstellung und eine Art Ruhezone vorfand. In der ersten versuchte die Industrie alle Besucher, die mit dem Diabetes beruflich in Berührung stehen, in ihren Bann zu ziehen.

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Die wichtigsten Stände waren - ohne dass in der folgenden Aufzählung eine Wertung vertreten ist - von Lilly, Novo Nordisk, Berlin-Chemie, Sanofi, Abbott, Bayer, LifeScan zusammen mit der Johnson&Johnson Tochterfirma Animas, Medtronic und Novartis. Auffällig waren die konsolenbasierten Gesellschaftsspiele à la Wii, um die Besucher zu den Ständen zu locken. So konnte man Fahrradfahren oder auch Bogenschießen. Als “Lohn” und Anreiz länger auf dem Stand zu verweilen, wurden dann kleine Präsente in Gewinnspielen verschenkt.

ImageDa wir erst am Donnerstag anreisten, konnten wir die Vorträge und Symposien des Vortages leider nicht miterleben. Wenn es die Zeit erlaubt, werden jedoch alles, was wir “Schwarz auf Weiß” erhalten haben, auswerten. ;) Am Donnerstag besuchten wir den Vortrag über die Sonderformen des Diabetes und waren überrascht, welche Differenzierungen bei dem bis dato als “Sonstiges” abgestempelten MODY Diabetes vorgenommen wurden. Dieses Thema scheint eine höhere Tragweite zu haben als wir bis dato glaubten. Ebenfalls neu war eine Studie, nach der die Einstichtiefe von Pennadeln fast unabhängig vom Fettgewebe des Patienten zu sein scheint. Demnach ist es bei vielen Patienten fast im gleichen Maße erfolgreich, wenn man eine 4- oder 12-mm-Nadel zur Injektion nutzt.
Daher versuchen wir uns zu allen Neuheiten weiter zu belesen und demnächst einen entsprechenden Artikel auf DiabetesIndex zu veröffentlichen. Ebenfalls interessant war das Thema “Diabetes und Schwangerschaft”, das einige Neuigkeiten offenbarte.

Am späten Nachmittag erfolgte eine Demonstration im Zuge der Aktion “Diabetes stoppen - Jetzt” (http://www.diabetes-stoppen.de). Leider spielte der Wettergott nicht mit, so dass es zu Beginn anfing zu regnen und dann zum Ende aufhörte. Hinzu kamen kleinere technische Probleme auf dem Marktplatz von Leipzig. Erklärlicherweise lauschten nur circa 100 Leipziger und Zugereiste den Reden von Prof. Dr. Matthei, Dieter Möhler, Elisabeth Schnellbächer, Jan Twachtmann und Prof. Danne.
Es war meine erste Demonstration dieser Art: Selbst wenn nur wenige Passanten auf die Anliegen aufmerksam gemacht wurden, so kann man sich sicher nicht über das mediale Feedback beschweren: Die kleine Demonstration schaffte es immerhin in die Abendnachrichten des mitteldeutschen Rundfunks.

ImageBevor wir am Freitag wieder abreisten, schaute ich mir noch ein paar Posterpräsentationen an. Das Besondere war - oder zumindest ist es mir dieses Jahr bewusst aufgefallen - dass die Posterpräsentationen in direkter Nähe zur Posterausstellung stattfand und eigene kleine Vorträge in so genannten Poster Corner umfasste.

Zusammenfassend war der DDG 2013 in Leipzig durchaus interessant, wenngleich die Divergenz zwischen den technisch und medizinisch möglichen Therapiehilfe, wie den CGM Systemen und der von der GKV bezahlten Realität in Deutschland immer größer wird und irgendwie deprimiert. Die zweite Erkenntnis war die Verschiebung des Fokus’ zur Herbsttagung nach Berlin. Vielleicht ist dies ein Grund, weshalb die DDG 2014 vom 28. bis zum 31. Mai ihren 50. Geburtstag in der Hauptstadt feiern wird. (http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/kongresse/) Wir werden auf jeden Fall dabei sein.

Bildquelle: 

Eigene Aufnahmen