Skip to main content

Medizinische Befunde verstehen

Erstellt in

Wer kennt es nicht, man ist beim Arzt und versteht nur die Hälfte, für Erklärungen hat der Arzt keine Zeit. Der Patient bleibt ratlos zurück, das sollte nicht sein, passiert aber häufig. Oder man erhält einen Brief oder eine Durchschrift mit einem medizinischen Befund und versucht die Diagnose zu verstehen.

Eine Möglichkeit ist hier die Diagnose zu googeln, das Problem hierbei ist aber, dass man zu vielen Diagnosen wahrscheinlich nichts findet oder auch die Erklärungen nicht versteht. Schlimmer wäre es noch, wenn man Diagnosen verwechselt.

Hiergegen wendet sich ein Projekt mehrerer (nicht nur deutscher) medizinischer Fakultäten (derzeit 29 Fakultäten), genannt Was hab ich? (www.washabich.de). Organisiert ist das ganze Projekt in einer GmbH, mithin also als gewinnorientiertes Wirtschaftsunternehmen, die Erklärungen werden aber durch fortgeschrittene Studenten der Humanmedizin kostenfrei vorgenommen. Das ganze läuft so ab, dass man die Diagnose einscannt und per E-Mail einschickt, alternativ kann man die Diagnose auch abtippen oder per Fax einschicken. Es wird darum gebeten persönliche Daten vorab zu schwärzen, um die Datensicherheit zu erhöhen. Laut den Betreibern gilt die ärztliche Schweigepflicht auch hier uneingeschränkt. Studenten in der Endphase ihres Studiums (ab dem 8. Fachsemester) übersetzen die Diagnosen oder Befunde dann in verständliches Deutsch, kontrolliert wird dies durch Ärzte.

Derzeit ist das Projekt aber, wohl durch Medienberichte, sehr stark überlaufen, so dass die Betreiber ein virtuelles "Wartezimmer" eingerichtet haben. Geduld ist also gefragt. Getestet haben wir den Service derzeit nicht, von der Gesamtschau erscheint es aber ein sehr gutes und hilfreiches Projekt zu sein. Ich selber habe schon mehrfach festgestellt, dass ein mitdenkender Patient unabdingbar ist, denn auch Ärzte machen Fehler (leider zu häufig). Mitdenken kann ein Patient aber nur, wenn er sich entsprechend einließt und dafür ist das anfängliche Verstehen des Befundes unabdingbar. Selbstverständlich werden keine Ferndiagnosen oder Beratungen angestellt, vereinfacht dargestellt ist es lediglich ein Übersetzungsdienst der medizinischen Fachsprache in allgemeinverständliches Deutsch.