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Interview mit Andreas Kläui von klaeuiblog.ch

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Das nächste Interview offenbart ein wenig das Leben eines bekannten Bloggers aus der Schweiz. Seit mehreren Jahren ist der gelehrte Elektrozeichner aus Basel auch in anderen deutschsprachigen Publikationen, wie dem Open Journal des Diabetes Journals im vorletzten Jahr, zu lesen.

1) Auf deinen Blog http://klaeuiblog.ch/ schreibst Du über alle möglichen Themen. Während einige Kategorien - wie zum Beispiel Deine Heimatstadt "Basel" oder "Diabetes" - leicht zu entschlüsseln sind, haben andere so diffuse Bezeichnungen wie "Cevi", "Leben" oder "Aufgeschnappt". Kannst Du uns kurz beschreiben, wie Du anfänglich auf die Idee gekommen bist einen Blog zu schreiben und welche Themengebiete Du damit abdecken wolltest.

Das ganze hat eigentlich 2006 angefangen als ich in Kanada weilte und nicht Massenmails versenden wollte um Verwandte und Bekannte über mein Tun zu informieren. Damals hab ich einfach mit ein paar HTML-Zeilen meine Erlebnisse online gestellt. Erst viel später ist dann mit Google Blogspot ein Blogsystem zum tragen gekommen und seit Oktober 2008 läuft Wordpress im klaeuiblog.
Die Kategorien sind nicht so Diffus. In "Cevi" lege ich Blogartikel ab, die irgendwie etwas mit dem CVJM/CVJF Christlicher Verein Junger Männer/Frauen zusammenhängen, bei dem ich in der Region Basel bis Ende Mitte 2009 aktiv dabei war. Seither gelegentlich an speziellen Events oder in Lager mithelfe. In "Leben" lege ich alles ab was aus dem Alltag ist oder z.B. mich persönlich beschäftigt - aber nicht mit Diabetes zu tun hat. In die Kategorie "Aufgeschnappt" kommen Bilder und Videos mehrheitlich aus dem Internet, zum Beispiel TimeLapse- oder Slowmotion-Videos. Anschauen lohnt sich ;)

2) Das Thema Diabetes kommt ab und zu auch in anderen Kategorien vor. So schreibst Du beispielsweise über die Möglichkeiten ein Blutzuckermessgerät mit einem Smartphone auf Androidbasis zu verknüpfen. Empfindest Du diese Omnipräsenz der Stoffwechselerkrankung auch im realen Leben, so dass die Diabetes in allen anderen Kategorien des Lebens auftaucht?

Der Diabetes ist (m)ein ständiger Begleiter. Egal wo. Zudem kann das angesprochene Gerät eben weitere Daten als nur den Blutzucker vom Körper messen und liegt daher auch in der Kategorie "Digitales".

3) Im realen Leben arbeitest Du als Elektrozeichner. Wieso findet man keine gleichlautende Kategorie im Blog?

Weil ich nicht nur über meinen Beruf bloggen möchte und je nach dem auch nicht kann und darf. Es finden aber immer wieder mal Erlebnisse aus meinem Berufsalltag den Weg in den Blog. Dafür ist dann unter anderem die Kategorie "Leben".

4) Wie häufig postest Du deine Beiträge?

Gute Frage. In den letzten 3 bis 4 Monaten habe ich versucht täglich einen Blogartikel zu veröffentlichen. Je nach vorhandener Zeit ist ein Blogartikel pro Tag schwierig weil ein Blogartikel immer Zeitintensiv ist oder kein passendes Material zum verbloggen zur Hand ist. Die Kehrseite gibt es genauso und ich hätte Zeit und Material für 5 Blogartikel pro Tag. Dann picke ich mir die persönlich am wichtigsten heraus und verschiebe die anderen auf später - oder lasse sie fallen.

5) Es fällt auf, dass viele Deiner Beiträge Fotos oder ganze Fotoreihen enthalten. Entwickelte sich deine Liebe zur Fotografie parallel mit dem Schreiben oder war sie schon vorher ein Teil Deines Lebens?

Den ersten Kontakt mit Kameras hatte ich schon früh. Irgendwann bekam ich dann die alte Kamera - komplett manuell und mit einem separaten Belichtungsmesser - von meinem Vater. Da galt noch die 36 möglichen Motive sorgfältig auszuwählen und die Einstellungen richtig zu setzen. Mit der heutigen Digitaltechnik hat sich auch meine Lerntechnik geändert, so halte auch ich auf ein mir passendes Objekt drauf los und schaue was passiert. Ändere die Einstellungen und Probiere es noch einmal. Dieses System hat sich bei mir bewährt.
Bezüglich den Bildern in den Blogartikeln finde ich es gibt einerseits mehr her, wenn ein Artikel mindestens ein Bild hat. Sei es nur ein Printscreen aus einem Videobeitrag. Anderseits nehme ich auch gerne mal noch schnell das iPhone zur Hand und produziere mir das entsprechende Bild, z.B. von einem getesteten Blutzuckermessgerät.

6) Natürlich beeinflusst der Diabetes das ganze Leben. Wie stehst du zu der These, dass der Diabetes durch die Öffentlichkeitsarbeit in Portalen/Blogs/Foren/Tweets etc. auch positive Auswirkungen auf das Leben des Autor hatte?

Ja! Ich habe viele neue Menschen kennengelernt und ich erkunde mich viel öfters und genauer über eine neue Anwendung, Technik, Forschung, etc.

7) Gab es auch negative Erlebnisse in Verbindung mit http://klaeuiblog.ch?

Da fallen mir gerade keine ein.

Andreas Kläui8) Du bist in der seltenen Situation, sowohl die Blogger-Szene, inkl. der privat organisierten Diabetes-Seiten, in Deutschland als auch in der Schweiz aus nächster Nähe beobachten zu können. Spielt es für dich keinen Unterschied, ob die URL mit .ch oder .de endet oder gibt es Situationen, in denen du explizit nur schweizerische oder nur deutsche Seiten besuchst?

Eigentlich spielt es mir keine Rolle. Hauptsache es liest sich gut. Der Unterschied zwischen einer .com-, .de- oder .ch-Domaine ensteht erst, wenn ich Anhaltspunkte für Kostengutsprachen, Rückerstattungen, Markteinführungen von neuen Produkten, etc. suche. Da tickt die Schweiz anders als Europa - oder umgekehrt :)

9) Wurdest Du von deinem Arzt schon mal auf http://klaeuiblog.ch angesprochen, bzw. hast Du ihn mal auf die Seite angesprochen?

Mein Diabetesarzt weiß, dass ich blogge und dadurch auch schon zu diversen Veranstaltungen eingeladen worden bin. Ein Kommentar von ihm lässt sich aber bei mir im Blog nirgends finden.

10) Wie lange kennst Du schon die Angebote von Diabetes-Zentrale e.V. ? ;)

Kennen? Ich weiss, dass es Diabees-Zentrale e.V. gibt. Hängt wohl mit der gemeinsamen Mitarbeit zum 60-Jahre-Jubiläum des Diabetes-Journal im 2009/2010 zusammen.

Vielen Dank für das Interview und auf eine hoffentlich baldige erneute Zusammenarbeit bei einem konkreten Projekt ;)