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Prof. Dr. Oskar Minkowski

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Im Jahre 1931, genauer gesagt am 18.06. starb einer der größten Diabetesforscher im deutschsprachigen Gebiet. Auf einer Sitzung der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin wurde er und sein Werk mit folgender Rede geehrt. "... Als Assistent schon, zu Königsberg, fand er die Acetessigsäure im Harn von Diabetikern, in Strassburg war es, wo der Dreißigjährige in gemeinsamer Arbeit mit v. Mering den Pankreasdiabetes entdeckte. Die Entdeckung des hämolytischen Ikterus war seine dritte Großtat. [...] Bis zuletzt konnten wir an ihm jene Eigenschaften bewundern, die seine Erfolge ermöglichten: den kristallklaren, allem Mystischen abholden Verstand, scharfe Kritik und dabei doch jenen Einschlag von Phantasie, jenes Künstlerische, ohne die ein großer Forscher nicht denkbar ist.[...]"

Nun ein paar Daten zu seinem Leben: Oskar Minkowski wurde im Januar 1858 in Litauen, damals Bestandteil des zaristischen Russlands geboren. Aufgrund seines jüdischen Elternhauses, wurde die Familie in den 70er Jahren, des vorletzten Jahrhunderts gezwungen in das liberalere Ostpreussen auszuwandern. Nach seinem Abitur studierte er unter preussischer Staatsbürgerschaft in Freiburg und Königsberg Humanmedizin, in welchem er auch in der letztgenannten Stadt promovierte. Im Jahre 1888 folgte er seinem ehemaligen Mentor nach Stassburg wo er mit Dr. Joseph von Mering seine größte Entdeckung machte. Er entfernte einem Hund die Bauchspeicheldrüse und konnte eindeutig nachweisen, dass durch diese technisch schwierigen Eingriffe jederzeit ein echter Diabetes hervorgerufen werden konnte.

Der aus heutiger Sicht einleuchtende Fakt, war damals eine Sensation, bedenke man, dass die damalige Medizin dachte, der Diabetes sei eine Krankheit des Gehirns, des Magens oder der Leber. Dieses Experiment ist die Voraussetzung zur Entdeckung des Insulins gewesen, welches nun eindeutig aus dem Pankreas kommen musste.

Nach einem Aufenthalt in Köln (1900 bis 1905) folgte er dem Ruf der Universität Greifswald, um dann 1909 nach Breslau zu gehen. Dort erhielt er wahrscheinlich noch 1922 die erste Ampulle Insulin, die er mit folgenden Worten seinen Studenten präsentierte: "Ich hoffte einst, der Vater des Insulins zu werden. Aber es kam anders. Heute akzeptiere ich mit Vergnügen, von den Entdeckern Banting und Best zum Großvater des Insulins ernannt worden zu sein." Fortan setzte er sich mit dem von ihm gegründeten "Deutschen Insulin-Kommitee" dafür ein, dass die Insulinversorgung Deutschlands in Bewegung kommt. Hoechst stellte noch 1923 das erste Altinsulin in höherer Stückzahl her.

Quelle: 

Inhaltliche teilweise Quelle: Diabetes aktuell 3/2003, S. 26 - 28 (Dr. Heinz Schneider).