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Meine kabellose Erfahrung - Erfahrungsbericht OmniPod

Einleitung

Die Omnipod Insulinpumpe hat vor einiger Zeit das Segment der kontinuierlichen Insulintherapie nahezu revolutioniert. Der Grundgedanke der Omnipod liegt darin, dass man die mögliche Fehlerquelle des Katheterschlauches und dessen Setzens negiert, indem Motor, Reservoir und Nadel nun in einer Einheit, nachfolgend „Pod“ genannt, alle 72 Stunden erneuert werden. Da mein Insulinverbrauch sehr gering ist, stand ich diesem Prinzip zwar mit Neugierde gegenüber, sah jedoch die Nachteile für meine persönliche Diabetestherapie überwiegen: Um nur ein Beispiel in der Einleitung zu nennen: Mit meinem kompletten Insulinverbrauch von 30 bis 40 I.E. pro Tag würde ich viel zu viel Insulin bei jedem Pod-Wechsel “wegwerfen”. Dies nahm ich zumindest an.

Trotzdem freute es mich, als uns die Firma Ypsomed eine Insulinpumpe für einen ausführlichen Test mit Kochsalzlösung zur Verfügung stellte. Nachfolgend möchte ich meinen Eindruck über dieses kleine Wunder der Technik schildern. In Absprache mit meinem behandelnden Arzt testete ich die drei Pod’s jedoch mit richtigem Insulin, um den zu erwartenden Eindruck der Bewegungsfreiheit nicht mit einer parallelen Insulinpumpe zu beeinträchtigen.

Technische Daten

Omnipod GesamtprogrammDie technischen Daten der Omnipod Pumpe sind relativ umfassend. Da er jedoch regelmäßig aktualisiert wird, empfiehlt es sich den technischen Hintergrund des Omnipod-Systems selbst im Netz zu suchen. Die nachfolgenden Daten wurde der Seite http://de.mylife-diabetescare.de/mylife-omnipod-technische-daten.html (22.11.2011) entnommen und ggf. zum besseren Verständnis modifiziert, bzw. gekürzt.


  • 7 Basalratenprofile (24 Insulinniveaus, die minimal 30 Minuten auseinander liegen)
  • Minimale und maximale Basalrate: 0.05 Einheiten pro Stunde und 30 E / h
  • Temporäre Basalrate (Einstellbar in % oder quantitativ in Einheiten)
  • Bolusschritte: 0.05, 0.1, 0.5, 1.0 E (Siehe Erfahrungen)
  • Der verzögerte Bolus ist ebenfalls einstellbar
  • Anzeige von aktivem Insulin im Körper (“AI”)
  • 7 vorprogrammierbare Boli (z.B. Pizza-Bolus)
  • 36 vorprogrammierbare Kohlenhydrat-Werte (Lieblingsessen)
  • 7 vorprogrammierbare temporäre Basalraten (z.B. beim Jogging)
  • Kindersperre
  • Speicher: bis zu 5400 Einträgen (90 Tage)
  • Kommunikationsdistanz: bis zu 60 cm
  • 2 AAA Batterien (Alkaline)
  • Größe: 6.4 cm x 11.4 cm x 2.5 cm
  • Gewicht: 125 g mit Batterien (PDM) und 34 g (Pod)
  • 4 Jahre Gewährleistung auf den PDM


Warum wollte ich die Omnipod testen?

Die Omnipod ist eine ganz besondere Pumpe! Im Gegensatz zu den anderen Modellen hat man bei der Omnipod keinen Katheterschlauch, sondern Pods, die eine Art Nadel + Insulinreservoir und Motor in Einem darstellen. Über einen so genannten PDM wird das kleine Gerät am Bauch oder z.B. am Bein bedient. Da ich bis dato die Technik für wenig ausgereift ansah, hatte ich die Omnipod bei meinen Pumpenverordnungen noch nicht in Betracht gezogen. Im Zusammenhang mit der Einführung noch kleinerer und schmalerer Pods bot uns die Firma Ypsomed an, das System ausgiebig zu testen. Im nachfolgenden Bericht möchte ich meine Erfahrungen mit dem kabellosen Pumpensystem ausführlich darlegen.

Einrichtung

Die Einrichtung der Pumpe ist relativ selbsterklärend. Man nimmt die mitgelieferten Batterien aus dem Fach und steckt sie in das entsprechende Fach auf der Rückseite des PDMs. Danach startet schon das Einrichtungsprogramm und fragt nach der Uhrzeit, dem Datum und dem Datumsformat. An dieser Stelle merkte ich schon, dass die Bedienelemente des kleinen Begleiters einen relativ hohen Tastenwiderstand haben, an den man sich aber gewöhnen kann. Nach dem Datum folgen unter anderem die maximale Basalrate pro Stunde und die Basalrate der einzelnen “Tagessegmente”. Leider ist diese im Gegensatz bspw. zur Animas 2020 nur in 0,05 I.E. - Schritten möglich. Folglich müsste ich meine Basalrate entweder auf- oder abrunden, um eine einigermaßen ähnliche Insulinabgabe zu programmieren. Bei meiner Basalrate ergibt sich nur ein Unterschied von 0,09 I.E./d, was sicher zu vernachlässigen ist.

Eine Taste ist mit einem Fragezeichen versehen. Gleichwohl sie später durchaus eine Funktion hat, produzierte sie an dieser Stelle der Einrichtung nur einen wenig Nutzen bringenden Piepton.

Gut empfand ich die Möglichkeit, dass man die Stundensegmente der Basalrate (folgend BSR genannt) auf unterschiedlichen Ebenen eingeben konnte. Falls beispielsweise die morgendliche und abendliche BSR bei 0,5 I.E. pro Stunde liegt, so gibt man diese als erstes ein und verbindet sie mit dem Zeitfenster 0 - 24 Uhr. Danach nennt man die “Ausnahmen”, bspw. von 5 bis 7 Uhr oder von 12 bis 14 Uhr. So war die Eingabe ein wenig schneller als bei herkömmlichen Insulinpumpen. Obwohl man den wirklichen Nutzen bestreiten könnte, war es ganz interessant, die gesamte BSR noch einmal als Diagramm zu sehen, bevor man mit dem Button “Sichern” die Einstellung akzeptiert und speichert. Die Taste “Stop” ist ein wenig irreführend, leitet aber in den Einstellungsmodus der BSR-Programmierung zurück. Wenn die Basalrate steht, kann man auswählen, ob die temporale BSR, bspw. im Zusammenhang mit einem grippalen Effekt oder spontaner sportlicher Anstrengung prozentual oder in quantitativen Einheiten, d.h. in Einheiten pro Stunde angegeben werden kann. Das gleiche gilt auch für den verzögerten Bolus. Dies ist zwar nicht zwingend notwendig, kann sich aber im Alltag als hilfreich herausstellen.

Mein Testgerät konnte die Blutzuckergrenzwerte u. a. der zeitabhängigen Korrekturregel und die Angaben für den Bolusmanager nur in mg/dl angeben. Wenn Sie mit mmol/L messen, achten Sie darauf, ein entsprechendes Gerät zu erhalten.

Der Pod der OmnipodDer erste Punkt, an dem ich nochmals ins Handbuch schaute, war der Moment der Inbetriebnahme im Sinne des Befüllens des Pods.

Wie war das noch gleich?
Wo muss man das Insulin mit Hilfe der Spritze einfüllen?

Die Hilfestellungen auf dem Display des Pods sind anderweitig sehr ausführlich, werden an dieser Stelle aber äußerst spärlich. Darüber hinaus ärgerte ich mich, dass die “?” - Taste auch an diesem Punkt keine Hilfe lieferte. Die Tastenbelegung hat leider selten eine aktiv, was dann folglich auch im Display zu sehen ist. So kann man hoffen, dass sich dieses Manko durch eine neue Software ändert.

Selbstverständlich wird von Seiten des Schulungspersonals versucht, solche Fragen explizit im Vorfeld zu klären. Falls man es aber doch vergessen hat, muss man ins Handbuch schauen. Dort findet man meiner Meinung nach unpräzise Angaben mit puristischen Skizzen. So bleibt mir nur zu hoffen, dass das Handbuch hier demnächst mit besseren und detaillierteren Grafiken aufwarten wird.

Wenn man Fragen hat oder aus anderen Gründen die Einstellung des Gerätes unterbrechen will, muss man nicht extra die Batterien entfernen, sondern kann auf den Button mit dem “Haus”, auf dem ein kleines Powerzeichen untergekommen ist, drücken und die Einstellung später fortführen.

Inbetriebnahme

Nach einem sich vergewissernden Blick in das Handbuch befüllte ich den ersten Pod mit Insulin. Entgegen der Angabe, dass man keinen Widerstand spüren soll, war ich überrascht, wie viel Kraft ich aufwenden musste, um die beiden “rettenden” Signaltöne zu hören. Nachdem dies geschah, fiel mir die nächste Ungereimtheit im Zusammenhang mit dem Handbuch auf. Dort wird vor einem “Knistern” beim internen “Befüllen” des Pods hingewiesen. Mein erstes Gerät machte definitiv komische Geräusche, aber was ist bitte sehr ein “Knistern”. Ich entschied mich dafür, dass es ein Knacken und kein “Knistern” war und klebte das kleine Gerät an die erste Infusionsstelle am Bauch.
Über den PDM erklärt man sich bereit, die Kanüle zu setzen. An dieser Stelle muss ich eine dringende Bitte für Nachfolgeprodukte aussprechen. Nachdem ich - der Technik blind vertrauend - auf den Knopf drückte, erwartete ich sofort die maschinelle Einfuhr. Bei meiner “alten” Pumpe setze ich mir die Katheter in der Regel mit Hilfe eines Serters (Quick-Serter), der eigentlich nur aus einer aufgezogenen Feder besteht. Stattdessen erscheint auf dem Bildschirm “Bitte warten”. Diese wenigen (laut Hersteller drei bis fünf) Sekunden waren von Anspannung und Ungewissheit geprägt, denn ich wusste nicht, wie schmerzhaft das Kathetersetzen sein wird. Wenn es möglich ist, würde ich dieses “Bitte warten” mit einem Countdown ersetzen, dass man sich psychologisch auf das Zwicken einstellen kann. Ein zweiter Punkt ist die nachfolgende Frage, ob die Nadel ordentlich gesetzt wurde. Vorausgesetzt das Sichtfenster ist, wie eigentlich im Handbuch angeraten nach oben zeigend, konnte ich die Frage trotzdem recht schwer beantworten. Der Grund dafür sind meine dunklen Haare auf der Infusionsstelle. Die Nadel ist so fein, dass sie in diesem Fall nicht klar zu erkennen ist. Meine Bedenken zerstreuten sich jedoch recht zügig, als mein Blutzucker nach zwei Stunden im normoglykämischen Bereich lag.

Erfahrungen im Betrieb

Bei meinem ersten Bolus mit der neuen Pumpe testete ich alle möglichen Einstellungen. Mit wenigen Klicks hat man die Insulinmenge eingegeben und den Auftrag “abgeschickt”. An dieser Stelle gibt es zwei kleine Nachteile im Vergleich zu meiner “alten” Pumpe, der Animas 2020. Zum einen muss man bei jedem Bolus die Fragen beantworten, ob man einen Blutzucker als Grundlage hat und ob man sofort etwas essen will. Die Fragen haben durchaus ihre Berechtigung und finden sich in anderen Formulierungen in jedem modernen Pumpenmenü. Zum anderen fehlt bei der Omnipod trotzdem eine Art “Audio-Bolus”, den man blind - nur durch ein Vibrationsfeedback bestätigt - abgegeben kann. Der zweite Nachteil im Test war die Dauer des Bolus. Selbst wenn man den “Bolusschritt” laut Setup auf eine Einheit (1 U) einstellt, dauert die Abgabe ungewöhnlich lange. Auf Nachfrage bei dem Serviceteam kam heraus, dass der Motor 40 Sekunden pro I.E. benötigt. Da die Teflonnadel äußerst kurz ist und ebenfalls an alternativen Infusionsstellen, wie zum Beispiel dem Arm genutzt werden kann, ist diese sehr langsame Abgabe des Insulins ggf. auch positiv bewerten. Gleichwohl diese Begründung nachvollziehbar ist, erscheint es mir nachteilig, wenn man seine Hyperglykämie (bspw. 17 mmol/l ohne Aceton) mit bspw. 10 Einheiten (in ca. 6 Minuten und 40 Sekunden) normalisieren will.

Auf der anderen Seite fand ich die Anzeige “AI” für aktives Insulin und die Angabe, wann der letzte Bolus abgegeben wurde, äußerst hilfreich.

Meine erste Nacht mit dem Omnipod war gekennzeichnet von einer gar nicht mehr gekannten Bewegungsfreiheit. Natürlich war mir klar, was eine kabellose Pumpe bedeutet, doch ich hätte nie gedacht, wie sehr die Obacht auf das Kabel in das Unterbewusstsein übergegangen ist und meine Handlungsabläufe dominiert. Auf der anderen Seite ist der (alte) Pod relativ groß und meine Lebensabschnittsgefährtin meinte schon in der ersten Nacht, dass sie froh ist, dass es nur ein Test von wenigen Tagen ist.

Bedingt durch die Jahreszeit ist die derzeitige Kleidung relativ dick. Was mich dabei überraschte, war die Reichweite des PDM bei meinem ersten Pod. Es war unmöglich, ihm durch die Jacke einen Bolus-Befehl zu geben. Ich musste jedes Mal meine Jacke öffnen. Es mag an dem einzelnen Pod gelegen haben, denn beim nächsten Empfänger kamen die Schwierigkeiten nicht vor.

Abschließend zu dem ersten Tagen sei nur erwähnt, dass eine Infusionsstelle an der rechten Bauchseite nicht zwingend zum Autofahren geeignet ist. Ich hatte auf dem Weg zur Arbeit mehrmals Angst, das Gerät aus Versehen zu beschädigen oder das Pflaster zu entfernen. Meine Bedenken waren zwar unbegründet, doch wenn jemand im Hochsommer eine so starke Hauttranspiration hat, wie es bei mir ab und an im Sommer vorkommt, sollte man an dieser Stelle schon Vorsicht walten lassen. Entsprechend des Handbuches gibt es aber auch noch genügend andere Möglichkeiten, das “kleine Ei”, wie es meine Freundin nannte, unterzubringen.

Meine Blutzuckerwerte verliefen in den ersten drei Tagen jedoch gut bis sehr gut, so dass ich mich darauf freute, die Omnipod weitere sechs Tage zu testen.

Der erste Pod funktionierte trotz aller Umstellungen wie beschrieben sehr gut. Eine Stunde bevor ich den zweiten Pod anlegen sollte, wechselte ich ihn wie vorgeschrieben. Diesmal war das Gefühl, erschossen zu werden auch weniger erschreckend, da ich das Geräusch schon erwartete. Dieser Pod hielt leider nur fünf Minuten. Nach dieser Zeit meldet mir der PDM, dass er den Empfänger nicht mehr erreichen kann. Selbst bei einem Abstand von wenigen Millimeter war keine Kommunikation möglich. Als ich versuchte einen Bolus von einer Einheit abzugeben, fing der PDM nach einer Weile an, sehr laut zu pfeifen. Also entfernte ich den zweiten Pod und schloss den letzten vorhanden Pod an. Wenigstens kann ich durch diesen Vorfall sagen, dass man den Alarmton, wenn die Verbindung zwischen beiden Bestandteilen abreißt, sehr sehr laut ist und man in der Nacht definitiv aufwacht.

Die letzten drei Tage waren ohne besondere Vorkommnisse oder Erkenntnisse verlaufen. Insgesamt war meine Erfahrung schon positiv, auch wenn es an einzelnen Stellen durchaus Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

Internet-Informationen

Wenn man bei Google den Begriff Omnipod eingibt, findet man schön sauber aufgeschlüsselt:

sowie weitere Onlinehändler. Sowohl die englische als auch die deutsche Seite über die Insulinpumpe sind äußerst übersichtlich und enthalten eine Reihe von Tipps und Broschüren zum Download. Darüber hinaus kann man in diversen Foren, deren Nennung den Rahmen des Berichtes sprengen würde, weitere Informationen über die Omnipod sammeln.

Fazit

Die Form meines Fazits soll eine Erörterung sein, in der ich anhand der Vor- und Nachteil im Vergleich zu meiner Insulinpumpe Animas 2020 abwäge, ob ein Wechsel zu der Omnipod Pumpe in Betracht kommen würde.

Vorteile

Der größte Vorteil ist definitiv die Bewegungsfreiheit, obwohl eine konventionelle Insulinpumpe mit einer Schlauchlänge von 110 cm schon viel zulässt. Trotzdem war ich von mir selbst überrascht, wie positiv ich die Kabelfreiheit empfand. Ich fühlte mich fast wieder an meine Vor-Diabetes-Zeit oder meiner Pen-Zeit erinnert. Ein weiterer Vorteil ist in diesem Zusammenhang zu nennen: Durch die Schlauchlosigkeit läuft man im Winter nicht Gefahr, dass das Insulin “einfriert”. Vor allem während der letzten beiden relativ harten Winter hatte ich durchaus das Pech, dass der Schlauch aus der Tasche schaute und beim Fahrradfahren die “eisigen nordischen Winde” nicht vertragen hat. Das Resultat waren eine verminderte Wirkung des Insulins und die daraus resultierenden Probleme. Mit Hilfe des Insulinreservoirs vor Ort ist auch die Gefahr der Luftbläschen im Schlauch gebannt, gleichwohl ich mir auch vorstellen kann, dass diese beim Befüllen des Reservoirs entstehen könnten.
Den dritten Vorteil konnte ich leider nicht testen, kann ihn mir aber gut vorstellen: Im Anbetracht der Software auf dem PDM ist die gleichzeitige Nutzung des Gerätes als Blutzuckermessgerät und Insulinpumpe nur sinnvoll und richtig. Damit umgeht die Omnipod das Problem einer Pumpen-Geräte Kommunikation wie bei dem Contour Link und den Paradigm-Pumpen. Ein kleinerer Vorteil ist auch das Design des PDMs, der einem Smartphone sehr ähnlich sieht und somit im Alltag unauffälliger genutzt werden kann.

Nachteile

Das Setzen des Katheters ist zwar nahezu schmerzfrei, doch die Art und Weise, wie der Diabetiker darauf vorbereitet wird, ist sehr gewöhnungsbedürftig, auch wenn sie technisch bedingt zu sein scheint.
Ein weiterer Nachteil könnte im Hochsommer entstehen. Da ich bei schwerer körperlicher Anstrengung leider ab und zu meine Katheter verliere und eine Dauerrasur der Infusionsstellen aus praktischen Gründen ablehne, kann ich mir gut vorstellen, dass man zumindest die größeren Pods auch verlieren kann. Die neuste Generation ist deutlich leichter und sollte somit besser zu handhaben sein. Ausschließen könnte ich es aber - zumindest bei mir - nicht. Dies bringt mich zum nächsten kleinen Malus des Omnipod-Systems. Das Sichtfenster des Pods soll der Kontrolle der Infusionsstelle dienen. Da ich jedoch eine - wenn auch sehr kurze - aber dunkle Behaarung an der jeweiligen Einstichstelle hatte, konnte ich nie die dünne Kanüle überhaupt erkennen, geschweige denn kontrollieren. Stattdessen kontrollierte ich häufiger meinen Blutzuckerwert, um Probleme frühzeitig zu realisieren. Ein weiterer – subjektiver Nachteil – ist der allgemeine Wertverlust durch einen Pod-Wechsel. Sowohl die Elektronik als auch das Insulin, welches man nach drei Tagen entsorgt, stellen für mich eine Verschwendung dar. Bezogen auf den ersten Punkt bietet Ypsomed einen Recycling-Service an, damit die Pods fachgerecht entsorgt werden können. Aufgrund meines kurzen Tests konnte ich ihn leider nicht in Anspruch nehmen. Bezüglich des zweiten Punktes erkannte ich nach einer Rücksprache mit dem sehr freundlichen Außendienst der Firma, dass man die Pumpe mit 85 bis 200 I.E. befüllen kann. Beim Befüllen der Pumpe schaltet sich der Pod nach 85 Einheiten mit einem Piepton ein, kann jedoch folgend bis 200 I.E. aufgefüllt werden.

Das Omnipod SystemZusammengefasst ist die Omnipod eine ganz neue Art der Insulinpumpe, die sich schwer mit den anderen Modellen auf dem Markt vergleichen lässt. Trotz einiger kleiner Rückschläge im Test ist die Art der Pumpe an sich revolutionär und verdient jede Hochachtung. Leider konnte ich nicht den neuen Pod testen, der noch schmaler und damit leichter ist, sondern hatte nur das “ältere” Modell zur Verfügung. Trotzdem war es eine interessante Entwicklung, die mein Interesse an der Omnipod gewechselt hat. Meine jetzige Animas Pumpe wird mich noch bis mindestens 2014 begleiten. In diesen zwei Jahren werde ich mit absoluter Gewissheit die Entwicklung der Omnipod beobachten und dann – in zwei Jahren – erneut abwägen, ob ein Wechsel Sinn macht.

Vier Sterne.

Bildquelle: 

Ypsomed GmbH