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Katheter Mio von Medtronic

MIO MedtronicDurch eine Freundin bin ich auf diesen Katheter aufmerksam geworden. Da ich bisher den Quick Set Katheter von Medtronic verwendet habe, werde ich Vergleiche hauptsächlich auf diesen beziehen. Der Mio ist nämlich wie der Quick Set ein Teflonkatheter.

Verpackung, Entpacken

Der Mio ist in einer Art kleinen Plastikbox verpackt. Diese Box ist gleichzeitig die Setzhilfe. Beim ersten Gebrauch erscheint das Auspacken und Anschließen des Katheters ein wenig kompliziert, eigentlich ist die Reihenfolge aber logisch und man hat sich schnell daran gewöhnt. In der Anleitung ist der Vorgang auch mit Bildern dargestellt. Dies ist sehr hilfreich. Zuerst öffnet man das Plastiksiegel um die Box, danach entfernt man das Papier an der unteren Seite und öffnet an der oberen Seite den Deckel. Nun löst man den Schlauch. Dieser ist um den Katheter, entlang der Setzhilfe (unterer Teil der Box) gewickelt. Nun kann man den Schlauch mit dem Reservoir und der Pumpe verbinden, den Nadelschutz entfernen und den Schlauch mit Insulin füllen. Als letzter Schritt wird der Pflasterschutz gelöst. Dieser ist spiralenförmig eingeschnitten, sodass er beim Lösen nicht an die Nadel kommt.

Katheteranalge

Am unteren Ende der Box, an der Stelle die vorher vom Papier bedeckt war, kann man nun einen Plastikstutzen herausziehen. So spannt man die Setzhilfe. Die Box wird nun über die gewünschte (und desinfizierte) Stelle auf die Haut gesetzt. Man drückt die gegenüberliegenden Einkerbungen der Setzhilfe und so wird der Katheter durch den
Federmechanismus in die Haut geschossen. Die Nadel wird nun mitsamt der Stechhilfe entfernt und nur die Teflonkanüle bleibt in der Haut zurück. Die Entsorgung des Katheters ist auch intelligent gelöst, denn man kann einfach den Deckel der Plastikbox wieder verschließen, sodass die Nadel verschlossen entsorgt werden kann und
kein Risiko für andere Personen darstellt. Durch die aufwendige Verpackung produziert der Katheter natürlich ein wenig mehr Müll als z.B. der Quick Set. Das Setzen selber ist relativ schmerzlos, kam mir sogar schmerzloser als beim Quick Set vor (das kann aber auch Zufall oder Einbildung sein). Obwohl man beim ersten Setzen sicherlich ein wenig Überwindungskraft braucht, da die Konstruktion zuerst nicht sehr vertrauenerweckend aussieht. Aber sie funktioniert einwandfrei.

Abkoppeln

Das Abkoppeln finde ich persönlich ein wenig komplizierter als beim Quick Set. Man kann zwar direkt am Pflaster den Schlauch vom Katheter trennen, jedoch ist dies nicht wie beim Quick Set durch Drehen möglich, sondern man muss an beiden Seiten an den Einkerbungen drücken und dann ziehen (wie beim Sure-T). Je nachdem in welchem Winkel der Katheter sitzt, ist das schon mal ein wenig unpraktisch.

Tragekomfort

Der Tragekomfort beim Mio ist meiner Ansicht nach sehr gut. Das Pflaster ist sehr klein (kleiner als beim Quick Set) und der Katheter selber ist sehr flach (ebenfalls flacher als der Quick Set). Dadurch bleibt man weniger an der Kleidung, oder am Handtuch nach dem Duschen hängen. Und durch die geringere Pflastergröße ist der Katheter für Personen mit einer Pflasterallergie angenehm. Während der Quick Set bei mir spätestens am 3. Tag anfängt zu jucken, bemerke ich den Mio überhaupt nicht. Das Pflaster hält jedoch genau so bombenfest wie das vom Quick Set und ist ebenso gut zu lösen. Pflasterränder, wie sie beim Quick Set öfters (zumindest bei mir) entstehen, habe ich mit dem Mio noch nicht beobachten können.

Vorteile

Zu den schon genannten Vorteilen, wie dem erhöhten Tragekomfort durch eine sehr flache Form und ein kleines Pflaster, kommen weitere gute Eigenschaften. Zum Beispiel ist der Katheter meiner Meinung nach ideal fürs Reisen. Die stabile Verpackung und die schon enthaltene Setzhilfe sind sehr praktisch. Zum einen kann man den Katheter so sehr leicht im Gepäck verstauen und als Lückenfüller gebrauchen, zum anderen muss man auch nicht fürchten dass die Verpackung kaputt geht. Beim Quick Set ist im Koffer doch öfters mal die Papierabdeckung zerrissen und somit ging die Sterilität verloren. Zudem muss man keine separate Setzhilfe mitnehmen. Ebenfalls finde ich den Katheter interessant für Kinder. Zum einen wegen der Größe des Pflasters und der Flachheit, zum anderen gibt es den Katheter zusätzlich zum üblichen Transparent in den Farben Pink und Blau zu kaufen. Ein weiterer Vorteil ist ein kleines Sichtfenster am Katheter. Dort kann man kontrollieren ob die Kanüle auch wirklich unter der Haut sitzt (was allerdings nicht ganz so einfach ist falls der Katheter nach hinten abknickt, dann muss man genau hinsehen um die Knickstelle identifizieren zu können).

Nachteile

Für diejenigen, die keine Setzhilfe benutzen wollen, ist der Katheter ungeeignet. Man kann ihn nicht ohne Setzhilfe setzen. Zudem muss man die Schritte bei der Anlage des Katheters in der richtigen Reihenfolge durchführen. Wenn man zum Beispiel den Nadelschutz nach dem Spannen der Setzhilfe abzieht, zieht man den Katheter aus der Fassung und somit auch die Teflonkanüle von der Setzkanüle und macht somit ist den Katheter unbrauchbar. Ein weiterer Nachteil ist, dass die farbigen Katheter nur in den Nadellängen von 6mm vorhanden sind. Weiterhin kann der anfangs doch etwas komplizierte Entpack- und Anlegevorgang nachteilig sein. Je nachdem sollte man den ersten Katheter vielleicht besser zusammen mit dem Diabetesberater anlegen. Ein weiterer Nachteil ist, dass das Abkoppeln ein wenig umständlicher ist als beim Quick Set. Ein weiterer Minuspunkt ergibt sich in der Schlauchlänge. Bei einer Nadellänge von 9mm steht lediglich eine Schlauchlänge von 80cm zur Verfügung (s. u.). Für Menschen, die ihren Schlauch gerne sehr kurz (z. B. 60cm) oder lang (z. B. 110cm) tragen, ist dieser Katheter somit nicht geeignet.

Modelle

Den Mio ist ein Teflonkatheter. Man kann ihn in den Nadellängen 6mm und 9mm kaufen. Die Schlauchlängen variieren abhängig von der Nadellänge:

  • 6mm: 45cm, 60cm, 80cm
  • 9mm: 80cm
  • Der Katheter ist in den Farben Transparent, Pink und Blau erhältlich, wobei Pink und Blau nur in der Nadellänge 6mm vorhanden ist. Der Katheter ist mit den Pumpen der Firma Medtronic Minimed kompatibel. Ob es ihn auch mit einem Luer Lock Anschluss gibt und er somit mit den Pumpen anderer Hersteller kompatibel ist, konnte ich leider nicht herausfinden.

    Herstellerinfos

    Laut Hersteller ist der Katheter besonders gut für Kinder, Insulinpumpenanfänger und Personen mit eingeschränkter Fingerfertigkeit geeignet. Dies ist durchaus sinnvoll. Wobei die anfänglich etwas komplizierte Handhabung meiner Meinung nach in diesen Fällen sicherlich mit Hilfe von geschultem Personal geübt werden sollte.

    Fazit

    Der Mio ist meiner Meinung nach eine sehr gute Alternative zum Quick Set. Er ist vor allem für Reisende, Personen mit einer Pflasterallergie und Kinder geeignet, kann aber genau so gut von ganz „normalen“ Insulinpumpenträgern genutzt werden. Er ist angenehm flach, hat ein kleines Pflaster und die integrierte Setzhilfe ist für diejenigen, die eh eine Setzhilfe nutzen (wollen) sehr angenehm. Er hat einige kleinere Nachteile, insgesamt überwiegen für mich jedoch die Vorteile.

    Quelle: 

    Informationen zum Katheter und Bild von Medtronic GmbH (http://www.medtronic-diabetes.de/produktinformation/infusionssets/mio.html)